Zahl der geleisteten Blutspenden rückläufig

Dringend gesucht: Blutspender

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Bei einer Vollblutspende werden rund 500 Milliliter Blut entnommen. Diese Menge bildet der Körper in wenigen Wochen nach. Männer dürfen bis zu sechsmal pro Jahr Blut spenden, Frauen maximal viermal.

Landkreis Traunstein - Der Weltblutspendetag wird am 14. Juni begangen. Jeden Tag werden in Bayern rund 2000 Blutspenden zur Behandlung von schwer erkrankten oder verunfallten Patienten benötigt.

Die Presseinformation im Wortlaut

Jeden Tag werden in Deutschland rund 15.000 Blutspenden zur Behandlung von schwer erkrankten oder verunfallten Patienten benötigt, ca. 2000 davon in Bayern.Die Gewinnung neuer Spender wird jedoch immer schwieriger, sodass bei einigen Blutgruppen regelmäßig Engpässe entstehen. Der heutige Weltblutspendetag soll an die Wichtigkeit der Blutspende erinnern. Er wird am Geburtstag des Entdeckers der Blutgruppen, Karl Landsteiner, begangen.


"Auch in unserer Region geht die Zahl der geleisteten Blutspenden leider seit einigen Jahren zurück", berichtet Claudia Schaffner-Konarski, die zuständige Sachbearbeiterin beim Rotkreuz-Kreisverband Traunstein. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) bietet im Landkreis Traunstein mit seinen ehrenamtlichen Helfern pro Jahr rund 70 Termine an, bei denen Menschen zwischen 18 und 68 Jahren Blut für in Not geratene Mitmenschen spenden können. Im April und Mai war – wohl aufgrund der Corona-Thematik – ein leichter Anstieg der Blutspenden und der registrierten Erstspender zu verzeichnen. "Es freut uns sehr, wenn sich junge Menschen dazu entschließen, mit dem Blutspenden zu beginnen. Meist bleiben sie dann auch dabei, weil sie feststellen, dass es weder unangenehm noch gefährlich ist", sagt Schaffner-Konarski, die Ansprechpartnerin in Sachen Blutspenden.

Wofür werden Blutspenden verwendet?

Das gespendete Blut wird ins Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes im fränkischen Wiesentheid gebracht. Dort wird das Blut zu lebenswichtigen Blutpräparaten verarbeitet. Diese werden dann bei verschiedenen Therapien in den Kliniken eingesetzt. Am häufigsten werden Blutpräparate bei der Behandlung von Krebserkrankungen (19 Prozent), Herzerkrankungen sowie Magen- und Darmkrankheiten (jeweils 16 Prozent) und nach Straßen-, Sport-, Berufs- und Haushaltsunfällen (12 Prozent) benötigt. Weitere Einsatzbereiche sind Leber- und Nierenkrankheiten (6 Prozent), Blutarmut und Blutkrankheit (5 Prozent) sowie Knochen- und Gelenkkrankheiten und Komplikationen bei Geburten (jeweils 4 Prozent).


Bei jeder geleisteten Blutspende wird im Labor die Blutgruppe nach dem AB0-System und der Rhesus-Faktor bestimmt. Dies ist wichtig, weil nicht jeder Patient Blut jeder Blutgruppe erhalten kann. Die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut muss gegeben sein.

Demnach müssen zu jeder Zeit genügend Blutkonserven von jeder Blutgruppe in Reserve gehalten werden - kein einfaches Unterfangen bei rückläufigen Spenderzahlen

und einer maximalen Haltbarkeit des gespendeten Blutes von 42 Tagen. Besonders bei der Versorgung von Notfall-patienten besteht ein hoher Bedarf an Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 (speziell negativ), da diese universell einsatzbar sind.

Blutuntersuchung als individueller Vorteil 

Für den Einzelnen bringt die Blutspende - neben der Gewissheit, etwas Sinnvolles getan zu haben - auch den Vorteil einer kostenlosen Blutuntersuchung mit sich. Denn jede Blutkonserve wird im Labor auf mögliche Krankheiten wie Gelbsucht (Hepatitis A, B und C), HIV oder Syphilis hin untersucht, bevor daraus Blutpräparate gewonnen werden können. "Sollten bei dieser Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden, wird der Spender vom Blutspendedienst schriftlich informiert", erklärt Schaffner-Konarski. Zudem werden vor jeder Blutspende Vitalwerte wie Blutdruck, Puls und Körpertemperatur ermittelt und der Hb-Wert gemessen.

Presseinformation BRK Kreisverband Traunstein

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