Fälle in Traunstein - auch Rosenheimer Ehepaar betroffen

Sie gaben sich am Telefon als Polizisten aus: Kripo nimmt Verdächtige fest

Landkreis - Sie gaben sich am Telefon ahnungslosen Senioren gegenüber als Polizeibeamte aus und ergaunerten mit dieser perfiden Betrugsmasche sehr hohe Bargeldbeträge und wertvolle Gegenstände. Nun nahm die Kriminalpolizei mehrere Tatverdächtige fest.

Der erste Fall passierte im April dieses Jahres in Traunstein. Eine 79-jährige Einheimische war mehrfach von den Betrügern angerufen worden, die sich als Polizeibeamte ausgegeben und ihr mitgeteilt hatten, dass sie ihr Bargeld austauschen müsse, da es sich hierbei um Falschgeld handeln würde. Den psychologisch geschickt agierenden Tätern war es gelungen, die gutgläubige Dame dazu zu bringen, ihnen mehrfach fünfstellige Beträge auszuhändigen. Letztendlich war es zu einem Schaden im sechsstelligen Bereich gekommen. 

Im Zuge operativer Maßnahmen konnten die Ermittler der Kriminalpolizei zwei 42 und 56 Jahre alte Männer aus Baden-Württemberg ermitteln, die als dringend tatverdächtig gelten. In Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Friedrichshafen gelang es, die beiden Männer Anfang Juni festzunehmen. Sie wurden umgehend in Traunstein dem zuständigen Haftrichter zur Eröffnung des Haftbefehls vorgeführt und im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. 

Rosenheimer Ehepaar betroffen

Auch in Baden-Württemberg haben wohl in mindestens zwei Fällen gutgläubige Opfer an die beiden Männer mittlere fünfstellige Bargeldbeträge ausgehändigt. Die Ermittlungen zu weiteren Opfern und weiteren Tatverdächtigen in diesem Fall dauern derzeit noch an. Der zweite Fall, in dem die Beamten der Kriminalpolizei mit Zusatzaufgaben des Polizeipräsidiums ermitteln, wiegt nicht minder schwer: 

Im Februar dieses Jahres brachten Betrüger nach mehreren Anrufen ein Rosenheimer Ehepaar dazu, eine hochwertige Goldmünzensammlung an die Betrüger auszuhändigen. 

Wiederum gelang es der Kripo, drei dringend Tatverdächtigen aus Norddeutschland auf die Schliche zu kommen. Mit Unterstützung von Beamten mehrerer Dienststellen wurden vor wenigen Tagen in Bremen zwei 33-jährige Männer und eine 31- jährige Frau festgenommen und nach Traunstein gebracht. Zwei dieser Personen sitzen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft. 

Insgesamt acht Fälle

Zwar dauern die Untersuchungen von Staatsanwaltschaft und Kripo auch in diesem Fall noch an, doch bereits jetzt deutet für die Ermittler vieles darauf hin, dass die Tatverdächtigen für insgesamt acht Fälle verantwortlich sind. 

Die Polizei warnt an dieser Stelle erneut vor den aktuell kursierenden Betrugsmaschen „falscher Polizeibeamter“ oder „falscher Enkel“ und rät:  

  • Informieren Sie Ihre Familienangehörigen und Nachbarn über diese Betrugsmaschen! 
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse! Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld. 
  • Rufen Sie Ihre örtliche Polizei zurück und erkundigen Sie sich. Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern immer die Ihnen bekannt! 
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110! Haben Sie keine Angst anzurufen! Lieber einmal zu oft den Notruf abgesetzt, als Opfer der Betrüger zu werden!
    Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

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