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Traunsteiner Jäger wohl wenig erpicht auf Abschuss

„Sich gezielt auf Wolfsjagd zu begeben wird nicht funktionieren“

Wolfsjagd
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Der Chiemgau-Wolf-GW2425m ist bis 31. März 2022 in bestimmten Revieren der Landkreise Traunstein, Rosenheim und im Berchtesgadener Land zum Abschuss freigegeben.

Seit wenigen Tagen besteht die Erlaubnis, den Wolf mit dem genetischen Code GW2425m offiziell schießen zu dürfen. Doch die heimischen Jäger scheinen gar nicht so scharf zu sein auf die Wolfsjagd, die sich wohl als nicht gerade mühelos gestaltet. chiemgau24.de hat sich bei Hegeringleitern im Raum Traunstein umgehört.

Landkreis Traunstein - Chiemgau-Wolf-GW2425m polarisiert. Nach mehreren Sichtungen rund um den Jahreswechsel ist es wieder ruhiger um ihn geworden. Wo er sich derzeit aufhält und ob er überhaupt noch in der Region herumstreift, weiß keiner.

Zur Wolfsjagd angemeldete Jäger bleiben anonym

Ein Wolf wandert mehr als 50 Kilometer am Tag. „Einen Tag ist er in Unterwössen, am nächsten in Bergen, dann wird er in Ruhpolding gesehen - inzwischen kann er beispielsweise in der Ramsau oder ganz woanders sein. Der Wolf zieht weiter. Ihn zu erwischen wird nicht einfach“, mutmaßt Johannes Höglauer.

Der Hegeringleiter vom Niederwildrevier im Oberen Achental ist beinah jeden Abend im Wald unterwegs. Er glaubt: „Jene Jäger, die sich für die Wolfsjagd angemeldet haben, werden deswegen vermutlich nicht öfter auf die Jagd gehen - selbst wenn sie das entsprechende Kaliber im Gepäck haben.“

Zum Schutz der Kollegen bleiben die zur Wolfsjagd angemeldeten Jäger anonym, um eine mögliche Stigmatisierung wie damals bei Braunbär Bruno abzuwenden.

Willy Ritter, Hegeringleiter der Traunberge, glaubt darüber hinaus nicht, dass sich bisher viele Jagdkollegen für die Wolfsjagd beim Landratsamt angemeldet haben. Ritter selbst habe es jedenfalls nicht getan. Laut Allgemeinverfügung darf der Wolf bis 31. März nur in bestimmten Jagdrevieren in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und dem Berchtesgadener Land geschossen werden.

Eine „Hetzjagd“ auf den Wolf? „Übertrieben“

„Entweder man sieht den Wolf, oder man sieht ihn nicht“, fährt Höglauer fort. „Bei den Sichtungen vergehen oft nur um wenige Sekunden, ehe der Wolf wieder weg ist. Rauszugehen mit dem Gedanken, sich gezielt auf Wolfsjagd zu begeben wird nicht funktionieren. Ich glaube, dass es allgemein ganz schwierig wird, den Wolf überhaupt zu erwischen.“

Dass Wolf-GW2425m zufällig von einem Jäger entdeckt und geschossen wird, ist auch für Ritter schwer vorstellbar: „Momentan ist es ruhig, der Wolf ist verschwunden. Ich halte es definitiv für übertrieben, jetzt eine Hetzjagd zu beginnen.“

Im Falle einer Erlegung muss die Nachricht unmittelbar an alle zur Jagd angemeldeten Jäger weitergeben werden und der Abschuss unverzüglich dem zuständigen örtlichen Landratsamt gemeldet werden. Es folgen genetische und veterinärmedizinische Untersuchungen, um herauszufinden, ob es sich bei dem Kadaver auch wirklich um den gesuchten Wolf-GW2425m handelt.

Einfangen noch schwieriger als töten?

Ritter ist als Jäger täglich im Wald unterwegs - zum füttern und auch Umsehen nach Rissen oder Wolfsspuren. Er hatte ebenso wie Kollege Höglauer bereits unmittelbar Kontakt zu dem Wildtier: „In Inzell hatten wir einen Wolfsriss, durch die eine Hirschkuh zu Tode kam. In einem anderen Teil meines Reviers, in dem wir Rotwild anfüttern, war alles zerstört - was ebenfalls womöglich auf den Wolf hindeuten könnte. Zumindest muss es ein größeres Tier gewesen sein, das Unruhe in die Futterstelle gebracht hat.“

Den Wolf betäuben, einfangen und woanders auswildern - dieser Aufwand rechnet sich in den Augen Ritters jedoch nicht: „Das ist eine Wunschidee von Tierschützern, in der Realität meines Erachtens aber nicht umsetzbar.“

Ähnlich sieht das Kollege Höglauer: „Eine Erlegung klappt bei einer Entfernung von 100 Metern, eine Betäubung bei einer Entfernung von 15 bis 20 Metern. So nahe an das Tier zu gelangen, ohne dass es davonläuft, halte ich für noch schwieriger als es zu schießen.“

mb

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