Nachhaltige Wasserentsorgung

Kommunaler Austausch zum Energiekonzept

Landkreis Traunstein - Im Rahmen des Energiekonzeptes der Planungsregion Südostoberbayern trafen sich am vergangenen Freitag Kommunalvertreter in Raubling. Ziel war die solarthermische Klärschlammtrocknungsanlage, die im dortigen Klärwerk in Betrieb ist.

Das Energiekonzept fördert die Untersuchung von konkreten Beispielprojekten in der Planungsregion, um Energien zu sparen und erneuerbare Energien weiter auszubauen. Speziell im Bereich der Kläranlagen liegt noch ein großes Potential zur Nutzung der erneuerbaren Energien, wie anhand des Beispiels in Raubling festgestellt werden konnte. Dort wird mit Hilfe von Sonnenstrahlen und einfachsten technischen Lösungen die anfallende Klärschlammmenge um zwei Drittel reduziert, was gleichzeitig auch eine Reduktion der Entsorgungskosten bedeutet. Der nasse Klärschlamm wird üblicherweise mechanisch, mit Hilfe einer Zentrifuge, vor Ort bei den Kläranlagen auf einen Trockenanteil von 25% entwässert. Anschließend folgt eine Entsorgung in die Landwirtschaft, im Tagebau oder durch Verbrennung, oftmals viele hundert Kilometer weit entfernt. Da sich die Verordnungen zur Klärschlammentsorgung aufgrund der Überdüngung der landwirtschaftlichen Flächen verschärfen und weil weite Entsorgungsfahrten mit 75% Wasseranteil ökologisch wenig sinnvoll sind, rückt die solarthermische Klärschlammtrocknung nun stärker in den Fokus.

Nachhaltiges Entsorgungskonzept

Im Zuge der Untersuchung möglicher Beispielprojekte im Energiekonzept wurden bereits die wichtigsten Daten aller Kläranlagen aus den beiden Landkreisen erhoben und für ein gemeinsames, nachhaltiges Entsorgungskonzept untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass der Bedarf für eine solarthermische Trocknung bei vielen Kläranlagen besteht. Um die Erfahrungen aus der Praxis weiterzugeben, wurde eine Führung mit dem Hersteller des Trocknungssystems, Herrn Dr. Conrad, Firma ThermoSystem GmbH und Herrn Springer, Klärwärter vor Ort organisiert. Bürgermeister Kalsperger aus Raubling begrüßte die anwesenden Klärwärter und Bürgermeisterkollegen und verdeutlichte die Überlegungen für eine entsprechende Investition. Herr Dr. Conrad stellte die verschiedenen Systeme zur solarthermischen Trocknung vor: "Grundsätzlich ist das System sehr einfach. Der Klärschlamm wird in ein Gewächshaus gebracht, wo ihn die Sonnenenergie und Luftverwirbelungen, über Abluftventilatoren, an der Oberfläche trocknen". Ein sogenanntes "mechanisches Schwein", also ein Roboter, der den Klärschlamm nach dem Zufallsprinzip wendet, sorgt für einen regelmäßigen Umtausch im Klärschlamm und somit für eine gleichmäßige Trocknung auf bis zu 75% Trockenmasse. Dieses System kann zusätzlich mit einer externen Wärmeversorgung kombiniert werden, beispielsweiße durch die Abwärme einer Biogasanlage, wodurch sich die benötigte Fläche für dieses System noch stark reduzieren lassen würde.

Andreas Engl, vom Ingenieurbüro PGA aus Landshut regte auf Grund des großen Interesses an, dieses nachhaltige Konzept weiter zu untersuchen auch im Hinblick auf eine interkommunale Zusammenarbeit. "Ebenso wie die Energieversorgung gehört auch die Wasserver- und Entsorgung zur Daseinsvorsorge kommunaler Gebietskörperschaften. Sie sollte darum unter nachhaltigen Kriterien möglichst regional sowie möglichst regenerativ umgesetzt werden." Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich alle Teilnehmer bei einem gemütlichen Mittagessen vor Ort noch austauschen und Kontakte untereinander knüpfen.

Die Bearbeitung des Energiekonzepts der Planungsregion Südostoberbayern erfolgt durch ein Expertenteam, das aus der Team für Technik GmbH, dem Institut für Systemische Energieberatung an der Hochschule Landshut, dem Ingenieurbüro Planung Gutachten Analytik GmbH, der Hochschule Rosenheim, sowie der bifa Umweltinstitut GmbH, der Green City Energy AG, der Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG und der Erdwerk GmbH besteht. Mit Hilfe von Datenanalysen, Potentialermittlungen und exemplarischen Beispielprojekten sollen die Gemeinden und Landkreise in der Planungsregion auf ihrem Weg zu mehr Klimaschutz unterstützt werden.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Rubriklistenbild: © Andreas Engl, PGA GmbH

Zurück zur Übersicht: Landkreis TS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser