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Hubert Hobmaier von den Feuerwehren im Kreis Traunstein

Plötzlich ist er wieder Thema: Sechs Fragen und Antworten rund um den Sirenenalarm

Hubert Hobmaier, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein.
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Hubert Hobmaier, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Man hört sie von weitem und man fühlt sich gewarnt - auch wenn man mitunter gar nicht gemeint sein muss: Spätestens durch die Hochwasser-Katastrophen der vergangenen Wochen sind Sirenen wieder in aller Munde. Hubert Hobmaier von den Feuerwehren im Kreis Traunstein beantwortet uns die wichtigsten Fragen zu unterschiedlichen Bedeutungen der Sirenenalarme, Gründe zur Auslösung, das richtige Verhalten und ihre Standorte.

Gibt es verschiedene Arten von Sirenenalarmen und an wen sind sie gerichtet?

Hobmaier: Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Sirenenalarmen. Einer gilt der Alarmierung der Feuerwehren: Er geht über eine Minute und schwillt innerhalb dieser einen Minute dreimal langsam an. Die Feuerwehrsirenen gibt es vor allem am Land, da dort nicht alle aktiven Einsatzkräfte Feuerwehrpiepser haben. In Traunstein gibt es beispielsweise in der Kernstadt keine Feuerwehrsirene, dafür in allen Ortsteilen außerhalb.
Der andere Sirenenalarm dient dem Katastrophenschutz. Er schwillt im 1,5-Sekunden-Takt an und ab, also in einem viel kürzeren Rhythmus als die klassische Feuerwehrsirene. Er gilt der Warnung der Bevölkerung. Entwarnung wird durch einen langgezogenen, gleichbleibenden Ton gegeben.

In welchen Fällen wird Sirenenalarm ausgelöst und wer entscheidet darüber?

Hobmaier: Wann eine Feuerwehrsirene ausgelöst wird, kann jede Feuerwehr für sich entscheiden. In größeren Gemeinden ist dies meistens nur bei größeren Einsätzen der Fall, in kleineren Gemeinden auch schon mal bei kleineren Einsätzen - oder wenn die Personaldecke der Feuerwehr in dem Moment dünn ist.
Ob Sirenenalarm zum Katastrophenschutz ausgelöst wird, muss letztendlich vom Landrat entschieden werden. Einheitliche Regeln zur Auslösung des Katastrophen-Sirenenalarms gibt es nicht, denkbar ist er aber bei Gefahrstoffaustritten, Unfällen in Zusammenhang mit Radioaktivität, Naturgefahren oder großen Bombenfunden. Es muss eine große Anzahl von Menschen betreffen. Der Sirenenalarm zum Katastrophenschutz wird zur Probe immer am Sirenenwarntag ausgelöst.

Wie soll ich mich bei einem Sirenenalarm verhalten?

Hobmaier: Feuerwehrsirenen betreffen nur die Einsatzkräfte. Bei einem Sirenenalarm zum Katastrophenschutz sollten sich die Menschen über lokale Medien informieren und andere Menschen warnen, die die Sirene womöglich nicht gehört haben. Es gibt auch einige wenige Anlagen, über die auch Sprachdurchsagen möglich sind.

Wo gibt es überall Warnsirenen?

Hobmaier: Feuerwehrsirenen gibt es im Landkreis Traunstein in fast allen Gemeinden. Katastrophenschutzsirenen gibt es darüber hinaus in Trostberg, Chieming, Erlstätt, Nußdorf und Petting.

Wie laut sind Sirenen und wie gut sind sie in der Praxis zu hören?

Hobmaier: Die Lautstärke beträgt 130 Dezibel. Wie weit sie hörbar sind, hängt vor allem mit der örtlichen Bebauung ab - in einer eng bebauten Stadt dringt der Ton weniger weit durch, als am flachen Land. Aber auch in einem modernen, gut isolierten Haus mit neuen Fenstern könnte die Sirene kaum wahrnehmbar sein.

Sollten aus Sicht der Feuerwehr wieder mehr Sirenen aufgebaut werden?

Hobmaier: Das wird kontrovers diskutiert und die Diskussion ist auch berechtigt. Man muss immer versuchen, die Leute auf den unterschiedlichsten Wegen zu erreichen, über Apps, über Sirenen oder über die Medien. Junge müssen anders angesprochen werden als Ältere. Wichtig ist, dass die Menschen dann auch wissen, was zu tun ist. Das Ziel, 100 Prozent der Menschen zu erreichen, ist sehr hochgesteckt und wird man auch mit mehr Sirenen wohl nicht erreichen.

xe

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