Stab im Traunsteiner Zentrum sammelt Informationen 

BRK beobachtet regionale Corona-Entwicklung genau: Vorbereitungen bei Personal und Material

+
Der Stab der Sanitätseinsatzdienstleitung trägt im Traunsteiner Rotkreuz-Zentrum im Gewerbepark Kaserne aktuelle Informationen über die Entwicklung der Corona-Lage in der Region und zusammen und trifft entsprechende Vorbereitungen bei Personal und Material. Dreimal täglich bringen sich alle Beteiligten in großer Runde durch Videokonferenzen auf den neusten Stand.

Traunstein - Als Rettungs- und Hilfsorganisation ist das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in das Katastrophenschutzkonzept des Landkreises Traunstein integriert und aufgrund der aktuellen Corona-Situation derzeit besonders gefordert. Im Traunsteiner BRK- Zentrum wurde ein separater Stab der Sanitätsdiensteinsatzleitung (SanEL) eingerichtet, der die tagesaktuellen Entwicklungen genau beobachtet und den im Landratsamt tagenden Stab der örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) unterstützt.

Die Meldung im Wortlaut:


Der Stab der Sanitätsdiensteinsatzleitung setzt sich aus dem Leiter des Stabes, dem stellvertretenden Leiter des Stabes, dem Organisatorischen Leiter (OrgL), dem Leitenden Notarzt (LNA) sowie sechs Stabsfunktionen zusammen. „Im Moment sind die Stäbe S1 und S4 die Hauptlastträger“, berichtet Thorsten Brandstätter, der Stellvertreter von Stabsleiter und BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Richter. Die Mitarbeiter von S1 (Personal und Innerer Dienst) sammeln Stärkemeldungen von allen Hilfsorganisationen im Landkreis (außer der Feuerwehr und THW) und fassen diese tagesaktuell zusammen, sodass jederzeit klar ist, wie viele Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. 

40 Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Sanitäter

Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Rettungsdienst. Rund 40 Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Sanitäter sind täglich nötig, um die rund 20 Rettungs- und Krankentransportwagen rund um die Uhr zu besetzen. Für diesen wichtigen Dienst wurde eine „Level-Planung“ erarbeitet, die sicherstellen soll, dass die Handlungsfähigkeit des Rettungsdienstes auch bei einer starken Verschlechterung der Lage (Erkrankungen und angeordneter Quarantäne) sichergestellt wäre. S4 ist für Beschaffung, Registrierung und Bevorratung von Material für alle Hilfsorgani-sationen zuständig. 


Einfallsreichtum, Geduld und Pragmatismus

Zentral sind hierbei aktuell die Bestandteile persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Handschuhe, FFP2-Masken, Overalls und Kittel. Die derzeit weltweit enorme Nachfrage nach diesen Materialien und die damit verbundene Knappheit fordern auch von den Mitarbeitern in der Region viel Einfallsreichtum, Geduld und Pragmatismus ab. Angewiesen auf die Arbeit der Stäbe S1 und S4 ist Stab 3 (Einsatz), in der SanEL über dessen Schreibtisch alle Einsatzaufträge der Sanitätsdiensteinsatzleitung laufen. 

Denn S3 muss abschätzen können, welche personellen und materiellen Kapazitäten für den jeweiligen Einsatz verfügbar sind. „Information und Lagedarstellung“ lauten die beiden Hauptaufgaben von S2. Seine Mitarbeiter sichten aktuelle Zahlen im Zusammenhang mit der Corona-Lage und stellen diese Informationen der Einsatzleitung fortlaufend zur Verfügung. 

So ist es beispielsweise sehr wichtig, die aktuellen Krankenhauskapazitäten im Landkreisgebiet genau zu erfassen – sprich welches Krankenhaus hat wie viele Intensivbetten und Beatmungsplätze belegt bzw. frei. Auch die Entwicklungen in den angrenzenden Landkreisen werden beobachtet.

Um die Kommunikation kümmern sich die Stäbe S5 und S6. S5 (Presse- und Medienarbeit) informiert die Öffentlichkeit und Medienvertreter über die Stabsarbeit. S6 (Information und Kommunikation) stellt das Funktionieren der Kommunikationsinfrastruktur innerhalb des Stabs und dessen Kommunikationsmöglichkeiten mit wichtigen Ansprechpartnern sicher. Hierzu gehört auch die Einrichtung von Videotelefonie, der aufgrund der Art der Krise eine besondere Bedeutung für die Kommunikation in den Stäben zukommt, da derzeit Besprechungen in einem Raum mit mehreren Teilnehmern nicht angebracht sind. 

Jeden Tag werden mit dieser technischen Unterstützung Kurzbriefings am Vor- und Nachmittag sowie eine ausführliche Lagebesprechung am Mittag durchgeführt, an der alle Stabskräfte teilnehmen. 

"Sichter", Fachberater und Co.

Zum Stab gehören auch sogenannte „Sichter“, die als Posteingangsstelle fungieren und alle eingehenden Meldungen an die zuständigen Stäbe weiterleiten. Ergänzt wird der Stab durch Fachberater, aus den verschiedenen Fachdiensten des BRK, der DLRG und dem Malteser Hilfsdienst, um der SanEL zum informellen Austausch zu Seite zu stehen. 

Nicht zuletzt wird ein Einsatztagebuch geführt, in dem alle Vorgänge und Entscheidungen dokumentiert werden. „Dadurch soll das Vorgehen des Stabs später zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar sein“, erklärt Brandstätter.

Pressemeldung BRK Traunstein

Kommentare