+++ Eilmeldung +++

Retter eilen über Grenze zu Hilfe

Schweres Zugunglück in Tschechien: Rund 30 Verletzte, mehrere Tote - Zug startete in Deutschland

Schweres Zugunglück in Tschechien: Rund 30 Verletzte, mehrere Tote - Zug startete in Deutschland

Pressemitteilung Erdwärme im Chiemgau

Tiefengeothermie in Bayern und Grundwasserschutz

+
Einträge in die Gewässer aus punktuellen und diffusen Stoffquellen.

Landkreis Traunstein - Bayerns Trinkwasser stammt zu 98 Prozent aus Brunnen und Quellen.

Flächenversiegelung durch Wohnbau und Gewerbe, Verkehr, Rohstoff- und Energiegewinnung sowie die Landwirtschaft stellen potentielle Belastungen für dieses wertvolle Gut dar. Daher hat der vorbeugende Schutz des Grundwassers und damit auch der Ressource Trinkwasser höchsten Stellenwert. Welche menschlichen Eingriffe wirken sich auf das Grundwasser aus? Und welche Maßnahmen schützen bei einer Geothermiebohrung das Trinkwasserreservoir?


Zahlreiche menschgemachten Prozesse beeinflussen das Grundwasser im Untergrund. Große Maschinen gewinnen mineralische Rohstoffe wie Sand, Kies, Natursteine oder Zementrohstoffe aus der Erde. Kommunale Wasserwerke fördern Grundwasser irreversibel aus dem Untergrund und bereiten es obertägig bis zur Trinkwasserqualität auf. Auf landwirtschaftlichen Flächen finden Düngemittel oftmals allzu reichliche Verwendung - der Überschuss endet als Nitratbelastung im Grundwasser.

Auch die Energiegewinnung wirkt sich auf Oberflächen- und Grundwässer aus. Ob Wasserkraftwerke die Strömungsgeschwindigkeiten verändern oder Kühlwasser von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken Flüsse erwärmt - bisher war die Nutzbarmachung von energetischem Potenzial mit kleinen bis großen Eingriffen in die Erdoberfläche verbunden. Die Frage stellt sich, welche Auswirkungen hat die hydrothermale Nutzung tiefer Erdwärme?


Mit tiefer Geothermie soll grundlastfähige Energie aus der Erde genutzt werden 

Hydrothermale Tiefengeothermie-Projekte nutzen die Wärme aus den Tiefen der Erde. Bis in mehrere tausend Meter Tiefe reichen die Bohrungen, um dort vorhandenes Thermalwasser an die Oberfläche zu fördern. Das Thermalwasser, welches in Bayern im sogenannten "Bayerischen Molassebecken" in der Kalksteinschicht des Oberjuras in Tiefen von 2000 bis 6000 Metern vorkommt, wird an der Oberfläche für die Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Im Süden von Bayern herrschen hierfür beste Bedingungen, welche durch hohe Temperaturen und hohes Wasservorkommen gekennzeichnet sind. Zur Gewährleistung des Gleichgewichtes im Reservoir muss durch ein obertägig geschlossenes System, d.h. durch einen Reinjektionsbrunnen, das geförderte Wasser vollständig wieder in das Reservoir zurückgeführt werden.

Gefördertes Thermalwasser besitzt Trinkwasserqualität 

Das in Bayern für die geothermische Nutzung geförderte Thermalwasser besitzt eine hochwertige Qualität. In der letzten Eiszeit speiste Regenwasser das Tiefenreservoir in den Kalksteinen des Oberjuras. Mit einer Mineralisation von unter 1 g/l besitzt das Thermalwasser annähernd Trinkwasserqualität und ist nicht radioaktiv. Die geringe Mineralisation ist vergleichbar mit handelsüblichen Mineralwässern.

Von den über 100 Bohrungen in Bayern, die unter Bergrecht in Tiefen über 100 Meter in Bayern niedergebracht wurden, gab es bisher keine Bohrung, die zu Grundwasserverunreinigungen geführt hat. Da vor allem die Thermalwasservorkommen mehrere tausend Meter unter den Trinkwasservorkommen liegen und durch undurchlässige Schichten getrennt sind, gibt es keine direkte Verbindung zwischen den Thermalwasserreservoiren und den oberflächennah liegenden grundwasserführenden Schichten. So ist keine Vermischung zwischen Grund- und Thermalwasser zu erwarten. Aber selbst, wenn es zu einer Vermischung käme, sind wegen der annähernden Trinkwasserqualität des Thermalwassers aus dem Oberjura, das geothermisch genutzt wird, keine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser zu befürchten. Um beim Durchteufen von grundwasserführenden Erdschichten keine Gefährdung des Grundwassers zu riskieren, unterliegen tiefengeothermale Bohrungen strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

Grundwasserschutz: strikte Auflagen bei der Durchführung einer Geothermiebohrung 

Für die Gewinnung des Thermalwassers von Geothermieanlagen gelten die strengen Bestimmungen des sogenannten gehobenen Wasserrechts. Dies bedeutet, dass eine Geothermiebohrung wasserrechtlich den gleich strengen Bedingungen unterliegt, wie eine klassische Grundwasserbohrung.

Dies kommt in vielfältiger Hinsicht zum Ausdruck. Allein schon der Aufbau des Bohrplatzes schützt den Bereich um die jeweilige Bohrung großflächig gegen das Eindringen von wassergefährdenden Stoffen - wie zum Beispiel Schmieröle - in den Untergrund. Jeder Bohrplatz hat zwingend zwei Sicherheitsbereiche, um Wässer und Flüssigkeiten, die im Rahmen der Bohrarbeiten anfallen, aufzufangen und fachgerecht zu entsorgen.

Vor Beginn einer Bohrung werden Standrohre bis in Tiefen von 70 bis 80 Metern gesetzt und einzementiert, um den Grundwasserbereich um die jeweilige Bohrung vor Verunreinigungen zu schützen.Die Bohrarbeiten finden ausschließlich innerhalb des Stahlmantels des Standrohrs statt.

Für die Bohrung verwendet das Bohrunternehmen eine spezielle Bohrspülung. Diese besteht aus Spülungsmaterialien der Wasserschutzklasse 1, der höchsten, die in Deutschland existiert. Das Bergamt, das Landesamt für Umwelt und das Wasserwirtschaftsamt prüfen in einem umfassenden Genehmigungsverfahren alle verwendeten Stoffe auf deren Umweltverträglichkeit. Zum Einsatz kommen beispielsweise Pottasche (Kaliumkarbonat), biologisch abbaubare Zuckerverbindungen (sogenannte Biopolymere, vergleichbar mit Mondamin) oder Zitronensäure. Die Bohrspülung ist notwendig, um den Bohrmeißel anzutreiben, das bei der Bohrung entstehende sogenannte Bohrklein an die Oberfläche zu spülen und die Bohrlochwand zu sichern bis die Stahlrohre eingebaut und zementiert werden.

Die strenge Überwachung der Erfüllung der Auflagen nach dem Berg- und Wasserrecht sowie die hoch professionellen Bohrunternehmen sind der Grund dafür, dass bei fast 100 tiefengeothermalen Bohrungen in Süddeutschland bisher keinerlei Grund- oder Trinkwasserverunreinigungen aufgetreten sind.

Pressemitteilung Erdwärme im Chiemgau

Kommentare