Treffen des Netzwerks Asyl in Traunstein

Bürgerschaftliches Engagement für Flüchtlinge

Traunstein - Zahlreiche Ehrenamtliche aus mehreren Gemeinden kamen erneut zum Treffen des landkreisübergreifenden Netzwerks Asyl im Schrannensaal des Traunsteiner Rathauses zusammen.

Herr Siegfried Ehgartner, Fachbereichsleiter im Asylbewerberleistungsrecht im Sachgebiet Soziales und Senioren und Frau Birgit Meier Sachbearbeiterin im Fachbereich Asylbewerberleistungsrecht (beide LRA Traunstein) sowie Herr Thomas Pertl stellvertretender Teamleitung Leistung des Jobcenters und Herr Franz Vordermayer Teamleitung Markt und Integration folgten der Einladung von Natalia Wolf, Projektleitung Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe des Arbeiterwohlfahrt Kreisverbandes um die Fragen zu den Themenbereichen: Übergang von den Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zum Arbeitslosengeld II nach einem positiven Abschluss des Asylverfahrens, Bildung und Teilhabe, Leistungen rund um die Ausbildung zu erläutern.

So erklärte Siegfried Ehgartner wie es zu dem Einstellungsbescheid des Sozialamtes nach einem positiven Abschluss des Asylverfahrens kommt. Nachdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine Entscheidung trifft, geht ein Abdruck des Bescheides an die Ausländerbehörde. Eine interne Informationsmitteilung wird dem Sozialamt dann sofort übermittelt. Das Sozialamt stellt darauf hin zum ersten des nächsten Monats die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ein und der Geflüchtete bekommt einen Einstellungsbescheid. Da die Geflüchteten häufig ihre aktuelle Adresse dem BAMF nicht mitteilen, ist es keine Seltenheit, dass der Einstellungsbescheid vor dem Bundesamtbescheid ankommt. Eine andere Regelung ist beim nationalen Abschiebeschutz zu beachten, da werden Geflüchtete zu einem Termin eingeladen, es wird ein Ausweis ausgestellt und erst dann werden die Leistungen des Sozialamtes zum ersten des nächsten Monats eingestellt. 

Liegt der Einstellungsbeschied vor, kann der Geflüchtete beim Jobcenter Arbeitslosengeld II beantragen, so Thomas Pertl. Aktuell beschäftigt das Jobcenter einen Farsi-Dolmetscher, so dass eine muttersprachliche Hilfestellung bei Anträgen möglich ist.Aber auch bei allen Fragen zu den ALG II Anträgen und Leistungen stehen die Mitarbeiter des Jobcenter sowohl den Geflüchteten als auch Ehrenamtlichen zur Verfügung. Es gilt aber zu beachten, dass aus Datenschutzgründen die Fragen zu einem konkreten Vorgang nur dann beantwortet werden können, wenn Einverständnis des Kunden (eine Vollmacht) dem Jobcenter vorliegt.

Leistungen rund um die Ausbildung

Eine ganze Reihe von Fragen gab es zu den finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten während einer Ausbildung. Thomas Pertl betonte, dass es in jedem Einzelfall geprüft wird, ob Einspruch auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Leistungen nach SGB II besteht. Ratsam ist ein Gespräch mit dem jeweiligen Sachbearbeiter, bei dem alle Möglichkeiten abgeklärt werden. Auch Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), Assistierte Ausbildung (AsA), ein berufsbezogener Deutschkurs zählen beispielsweise zu den Förderinstrumenten. Herr Franz Vordermayer stellte kurz auch ein Programm der Agentur für Arbeit dar, das eine betriebliche Ausbildung unterstützt. Jeder Einzelfall wird unter dem Blickwinkel geprüft, für Kunden eine möglichst effektive Unterstützung bei der Arbeitsmarktintegration zu finden. Aus dem vorhandenen Katalog an Förderinstrumenten werden die passenden herausgesucht, so Vordermayer

Auch die Ausstattung der Schulkinder, deren Eltern Job Center Kunden sind, mit dem persönlichen Schulbedarf kam zur Sprache. Beginnt der Schulbesuch eines Kindes zwischen August und Januar können 70 Euro (plus 30 im Februar) ausbezahlt werden. Bei Schulstart nach dem 1. Februar können die kompletten 100 Euro bei Vorlage der Schulbescheinigung unter Angabe des konkreten Einschulungsdatums gewährt werden.

Wollen Sie sich auch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren? Andere Kulturen kennenlernen? Gemeinsam mit Geflüchteten unser Zusammenleben harmonisch und gewinnbringend für die Gesellschaft gestalten? Dann melden Sie sich in der Kontaktstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer 0151/445-654-25, fluechtlingshelfer@selbsthilfe-traunstein.de

Pressemitteilung Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Traunstein e.V.

Rubriklistenbild: © dpa

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