Veterinäramt gibt Entwarnung für Landkreis Traunstein

Seuchengefahr für Pferde derzeit gebannt 

Landkreis Traunstein - Die Gefahr des Ausbruchs der „Ansteckenden Blutarmut der Einhufer“ (Equine Infektöse Anämie - EIA) dürfte derzeit gebannt sein.

Bei dieser Viruserkrankung, die Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel sowie Zebras befallen kann, handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die für Menschen ungefährlich ist. Nach umfangreichen Ermittlungen und Untersuchungen konnte das Veterinäramt am Landratsamt Traunstein jetzt Entwarnung geben. Kein Pferd aus dem Landkreis Traunstein hatte sich angesteckt und auch auf den Pferdesportveranstaltungen des letzten Jahres gab es nach amtlicher Kenntnis kein Gastpferd, welches das Virus in sich getragen hatte.

Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und können so zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Das Virus wird in erster Linie über blutsaugende Insekten wie Bremsen, Mücken und Stechfliegen übertragen. Im Zuge der Erkrankung kann eine Blutarmut (Anämie) entstehen. Betroffene Pferde zeigen daher Schwäche und Mattigkeit, Fieber und Wasseransammlungen am Bauch und in den Beinen. Ein tödlicher Verlauf der Erkrankung ist möglich. In Deutschland ist das Virus nicht heimisch, es kommt aber immer wieder zu sporadischen Ausbrüchen in allen Bereichen des Pferdesports und auch im Bereich der Freizeitpferde.

Krankheit tritt hauptsächlich bei Polopferden auf

Beim aktuellen Ausbruch wurde die Erkrankung europaweit nachgewiesen. Seit Juni 2017 waren allein in Deutschland insgesamt 17 Pferde in elf Ställen in sechs Bundesländern betroffen. Da es sich diesmal hauptsächlich um Polopferde handelte, wurden auch im Landkreis Traunstein schnellstmöglich alle im Sport eingesetzten Polopferde untersucht. 

Weil sich die Krankheit teilweise erst 90 Tage nach der Ansteckung nachweisen lässt, wurden zudem umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So wurden mehrere Poloturniere von den Veranstaltern abgesagt, um keine Teilnehmer zu gefährden. Ein Betrieb musste bis zur Abklärung einer möglichen Ansteckung kurzzeitig gesperrt werden, um Kontakte zu anderen Pferden zu vermeiden. Zusätzlich wurde in dieser Pferdehaltung der Weidegang eingeschränkt, um eine mögliche Verschleppung des Virus durch blutsaugende Bremsen und Stechmücken einzudämmen. 

Situation entspannt sich

Mehrere Pferde, die im Juni auf Turnieren Kontakt zu mittlerweile erkrankten Pferden hatten, wurden in ein „pferdefreies“ Gebiet des Landkreises verbracht und dort gesondert überwacht sowie untersucht. Ausdrücklich bedankt sich Tierarzt Dr. Stephan Wittmann vom Veterinäramt bei den Poloverbänden sowie allen betroffenen Pferdebesitzern und Stallbetreibern: „Sie haben unsere Maßnahmen hervorragend unterstützt.“

Inzwischen hat sich auch in den übrigen betroffenen Landkreisen Bayerns die Situation entspannt. Auch wenn es derzeit deutschlandweit keine weitere Ausbreitung der Erkrankung gibt, wird weiterhin intensiv überwacht. Sollten neue Erkrankungsfälle auftreten, werden sofort mögliche Kontakte in den Landkreis Traunstein geprüft.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / Marcio Jose S

Zurück zur Übersicht: Landkreis TS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser