Geflügelpest in Bayern

Stallpflicht für Geflügel gilt weiter

Landkreis Traunstein - In der Region mussten noch keine Tiere getötet werden. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat aktuell mitgeteilt, dass die für ganz Bayern geltende allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel weiterhin unbedingt erforderlich ist. 

Noch immer ist die Wildvogelpopulation der Vogelgrippe ausgesetzt. Am Stichtag 8. Februar 2017 waren in Bayern auch vier kleine Nutzgeflügelhaltungen sowie ein Tierpark betroffen. Deutschlandweit sind es bereits über 50 Nutzgeflügelbestände, in denen die Vogelgrippe ausgebrochen ist. Bislang mussten hier rund 500 000 Tiere getötet werden. 

Im Landkreis Traunstein kam es bislang zu keiner Erkrankung in einem Hausgeflügelbestand. Es mussten noch keine Tiere getötet werden. Dr. Stephan Wittmann vom Traunsteiner Veterinäramt: „Das oberste Ziel der Maßnahmen muss nach wie vor sein, ein Überspringen auf Haus- und Nutzgeflügel bereits im Vorfeld wirksam zu verhindern.

Regeln für Stallpflicht

Die weiterhin geltende Stallpflicht bedeutet, dass das Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einem Dach gehalten wird. Zudem darf ein seitliches Eindringen von Wildvögeln nicht möglich sein. Die Eingänge zu den Geflügelhaltungen müssen mit geeigneten Einrichtungen zur Schuhdesinfektion versehen sein, bzw. müssen vor Betreten des Stalles die Schuhe gewechselt werden. Im Stall sollte auch vom Halter nur für diesen Zweck bestimmte Kleidung getragen werden, um das Virus nicht durch die Straßenkleidung in den Stall einzubringen. 

Vor Arbeiten im Stall sollten die Hände gewaschen werden. Wildvögel sollten von den Haltungen bestmöglich ferngehalten werden, indem ihnen vom Geflügelhaltern kein Futter in unmittelbarer Nähe der Ställe angeboten wird. Der Besuch von fremden Personen im Geflügelstall muss auf das absolut notwendige Maß beschränkt werden. Weiterhin verboten sind Märkte, Ausstellungen und Veranstaltungen ähnlicher Art unter Beteiligung von Geflügel und gehaltenen Vögeln anderer Arten.

Verminderte Legeleistung als Indiz

„Bei einer tatsächlichen Infektion mit dem Vogelgrippevirus kommt es sehr schnell zu einer drastischen Verminderung der Legeleistung sowiezu vielen Todesfällen innerhalb der Geflügelherden“, so Dr. Wittmann. Somit komme die Vermarktung gleich zum Erliegen. Zusätzlich unterliegen die Betriebe im Verdachts- oder Ausbruchsfalle einer strengen Sperre. Sie dürfen dannkeine Eier oder sonstige Lebensmittel an die Verbraucher weitergeben. 

Erzeuger von Freilandeiern besonders betroffen

Besonders betroffen von der weiterhin erforderlichen Stallpflicht sind die Erzeuger von Freilandeiern. Weil die Stallpflicht länger als zwölf Wochen andauert, dürfen diese Eierab nächster Woche nicht mehr als Freilandeier vermarktet werden. Andernfalls würden die Verbraucher in die Irre geführt. Bis zur Aufhebung der Stallpflicht müssen diese Eier als Bodenhaltungseier angeboten werden. Dies bedeutet neben den Einschränkungen für die Hühner auchgroße finanzielle Verluste für die betroffenen Landwirte, die nur durch ein angepasstes Kaufverhalten der Verbraucher gemindert werden können.

Dr. Wittmann: „Für den Menschen besteht weiterhin keine Gefahr. Geflügel und Eier können ohne Einschränkung gekauft und verzehrt werden. Diese Lebensmittel sollen, wie sonst auch, stets gut erhitzt und durchgegart werden.“

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein
 

Rubriklistenbild: © picture alliance / Bernd Wüstnec

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