Netzwerk Asyl informiert Ehrenamtliche

Zusammenarbeit der Flüchtlingshelfer und Polizei

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Landkreis Traunstein - "Prävention: Alkohol- und Drogenproblematik in Flüchtlingsunterkünften. Zusammenarbeit der Flüchtlingshelfer und Polizei" lautete das Thema eines Treffens des landkreisübergreifenden Netzwerkes Asyl am Gründonnerstag im Traunsteiner Rathaus.

Natalia Wolf, Projektleitung Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe des Arbeiterwohlfahrt Kreisverbandes konnte Mario Hopfenwieser, Polizeihauptkommissar, Leiter der Ermittlungsgruppe Rauschgiftsachbearbeiter, Jens Bär, Polizeioberkommissar, Mitglied der Ermittlungsgruppe Ausländersachbearbeiter und Martin Neuhauser, Polizeihauptmeister, Mitglied der Ermittlungsgruppe Jugendbeamter, als Referenten gewinnen.

Alkohol- und Drogenproblematik in Flüchtlingsunterkünften

Die Mitarbeiter der Polizeiinspektion Traunstein informierten die ehrenamtlichen Helfer über die rechtliche Vorgehensweise bei Verdacht auf Drogenmissbrauch sowie die möglichen Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums, da dieser zu Kontrollverlust und infolge auch zu Straftaten führen kann. Zudem kann ein wiederholter und aktenkundig gewordener Alkoholmissbrauch dazu führen, dass die betreffende Person nicht zur Führerscheinprüfung zugelassen wird. Martin Neuhauser erklärte die Wirkungsweisen einiger sich im Umlauf befindlicher Drogen und beantwortete Fragen zu Präventionsmöglichkeiten. Mario Hopfenwieser teilte seine Beobachtungen mit, dass die Asylbewerber aufgrund ihrer Erfahrungen in den Heimatländern sowie auf der Flucht oft kein Rechtsempfinden haben. Sie sind es gewöhnt, auf sich allein gestellt zu sein und sich selbst verteidigen zu müssen, daher neigen sie dazu, Konflikte handgreiflich, nicht selten auch mit selbst gebastelten Waffen auszutragen. Sie verfügen auch nicht über das Wissen, dass manche Gepflogenheiten, die in ihren Ländern teilweise zum Alltag gehören, wie zum Beispiel Haschisch rauchen und mit diesem handeln, in Deutschland eine Straftat bedeuten. Ebenfalls sind sie sich nicht im Klaren, dass die Weitergabe alkoholischer Getränke an Minderjährige auch eine Straftat ist, deren Folgen unter Umständen sehr schwerwiegend sein können. Das Ziehen eines Messers, um sich als Mann in einem Streit präsentieren zu können, bedeutet in Deutschland eine Körperverletzung mit allen rechtlichen Konsequenzen.

Ein weiteres Thema des Abends war die Problematik der häuslichen Gewalt, die sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei den Flüchtlingen vorkommt. Die Mitarbeiter der Polizeiinspektion beantworteten zahlreiche Fragen zur Vorgehensweise bei Verdacht auf häusliche Gewalt und nannten mögliche Anlaufstellen.

Info-Veranstaltung für Flüchtlinge

Erika Stefanutti und Ursula Geiger aus Übersee berichteten über ihre positiven Erfahrungen mit einer mit Hilfe der Polizeiinspektion organisierten Informationsveranstaltung für Flüchtlinge. Auch das Amtsgericht bietet Informationsveranstaltungen zum deutschen Rechtssystem mit mehrsprachigem Material. Es sei wichtig, mit den Geflüchteten im Gespräch zu bleiben, sie zu informieren, so Jens Bär. Die ehrenamtlichen Helfer sind die Personen, zu denen Flüchtlinge ein Vertrauen entwickeln, mit denen sie im Gespräch sind und mit deren Hilfe sie lernen, sich im deutschen Alltag zu orientieren. Wichtig sei es auch zu beobachten und bei Fragen oder einem unguten Gefühl Kontakt zur Polizei aufzunehmen. Das kann den einen oder anderen Geflüchteten möglicherweise vor einer Straftat bewahren oder auch vor dem Abrutschen in eine radikale Szene.

Fragen zur ehrenamtlichen Tätigkeit in der Flüchtlingshilfe können Sie an Natalia Wolf, Projektleitung Ehrenamt des AWO Kreisverbandes richten. Tel.: 0151 445 654 25, mail: fluechtlingshelfer@selbsthilfe-traunstein.de

Pressemitteilung Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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