Pressemitteilung Umweltschutzverband Alztal und Umgebung

Umweltschutzverband Alztal mit neuem Vorstand

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Die UVA-Hauptversammlung mit Vorstands-Neuwahl.

Landkreis - Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. wird heuer 40 Jahre alt. Die Hälfte dieser Zeit wurde er von der ersten Vorsitzenden Gisa Pauli geleitet, die sich jetzt zurückzieht und nicht mehr als Vorsitzende kandidierte.

Gisa Pauli und ihre Mitstreiter gaben in der trotz Corona-Einschränkungen gut besuchten UVA-Hauptversammlung in Trostberg einen Überblick über die aktuellen Themenfelder des weiterhin streitbaren Verbands. Viele Bürger fühlen sich hilflos gegenüber eingetreten­en oder geplanten Umweltschädigungen und sehen den UVA als letzten Rettungsanker. Die Mitgliederzahlen steigen deshalb und haben derzeit den Stand von 545 erreicht. Und trotz des geringen, seit Jahrzehnten gleich gebliebenen Mitgliedsbeitrags ist die Kasse gut gefüllt, wie Robert Hesse, der Kassier des Vereins darlegte. Dies ist auch nötig, weil immer wieder Problemfelder entstehen, die finanziellen Einsatz für Aktionen und Rechts­verfahren erfordern. Der UVA ist ja nicht nur als gemeinnützig, sondern auch als klagebe­rechtigter Umweltverband anerkannt, wie Gisa Pauli hervorhob.


Der langjährige zweite Vorsitzende Reinhold Schopf zeigte ein solches Rechtsproblem auf, das jetzt zu einer Klage des UVA gegen eine Entscheidung des Landratsamts Traun­stein führte: Die geplante Trassenführung der B 299 wird das bereits durch diverse Industriebetriebe vorbelastete Alztal bei Trostberg mit weiteren Schadstoffen belasten. Der UVA wollte deshalb wisse, welche Schadstoffbelastungen bereits bisher genehmigt sind. Nach den Bestimmungen des Umweltinformationsgesetzes besteht ein Rechtsanspruch auf die Herausgabe dieser Daten. In einem zweijährigen Schriftwechsel hat das Landrats­amt zwar einzelne Daten zur Schadstoffkonzentration und anderem übermittelt, aber die Herausgabe der genehmigten Gesamtschadstoffe mit immer wieder neuen Begründungen verweigert. Der UVA hat jetzt Klage vor dem Verwaltungsgericht eingelegt.

Die Umweltschäden durch Verkehrsplanungen sind eines der Hauptthemen des Verbands, wie auch Cornelia Leupold am Beispiel der B 304-Ortsumgehung von Obing aufzeigte und dabei von Helmut Uber mit bildhaften Worten unterstützt wurde.Gleiches gilt für die Verkehrsplanungen in Seebruck, wo nicht nur die bestehende Alzbrücke auf 40-Tonnen-Schwerlastverkehr aufgerüstet werden soll, sondern 200 m daneben eine zweite Alzbrücke mit Querung des Hochmoors Gramsenfilzen zu befürchten ist. Gerd Raepple wies ferner auf das in der Gemeinde Seeon-Seebruck, aber auch in vielen anderen Gemeinden be­stehende Problem des immer weiter um sich greifenden Kiesabbaus hin, der zu einer Verkraterung unserer Heimat führt. Auch bauliche Maßnahmen mit neuen Siedlungsent­wicklungen im Außenbereich oder Verdichtungen im Innenbereich nehmen häufig zu wenig Rücksicht auf die für Mensch und Umwelt nötigen Freiräume und Gehölzstrukturen. Der UVA wird nicht nachlassen, solche Probleme aufzugreifen.


Die ausscheidende Vorsitzende Gisa Pauli wurde einstimmig in den Beirat des UVA aufge­nommen und wird ihr Engagement somit weiterhin einbringen. In den Vorstand wurden gewählt als erster Vorsitzender Reinhold Schopf, als zweiter Vorsitzender Gerd Raepple, als Schriftführer Arnulf Erler, und weiterhin als Kassier Robert Hesse. Kassenprüfer bleiben weiterhin Helmut Uber und Helmut Gattinger.

Pressemitteilung Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V.

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