Pressemeldung Zimmerer-Innung Traunstein-BGL

Zimmerer-Innung plädiert für Dachausbauten

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Mehr Dachausbauten und Aufstockungen fordern die Zimmerer.

Landkreis - Bis zu 2,7 Mio. neue Wohnungen könnten in Deutschland allein durch Dachausbauten und Aufstockungen geschaffen werden.

Die Pressemeldung im Wortlaut

Bis zu 2,7 Mio. neue Wohnungen könnten in Deutschland allein durch Dachausbauten und Aufstockungen geschaffen werden. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover. "Damit wird eine sinnvolle Lösungsstrategie für die Wohnungsknappheit in prosperierenden Städten und Regionen aufgezeigt. Eine, die keine Neuausweisung von Bauland erfordert", sagt Martin Kollmeier aus Matzing, Obermeister der Zimmerer-Innung Traunstein-BGL. "Denn die Ressource Bodenfläche ist endlich und die Zahl der noch bebaubaren Flächen nimmt kontinuierlich ab."


Obermeister Kollmeier nennt noch einen weiteren Vorteil, den Dachausbauten und Aufstockungen mit sich bringen: "Der Heizenergiebedarf der bislang obersten Wohnungen reduziert sich um bis zur Hälfte. Selbst wenn das restliche Gebäude gar nicht energetisch saniert wird, verbessert sich also dessen Energieeffizienz." Aber natürlich liegt es nahe, die Baustelleneinrichtung auch gleich zur energetischen Ertüchtigung der Bestandsfassade zu nutzen.

Vorbildliche Beispiele für Dachausbauten und Aufstockungen gibt es zuhauf. Wie viele Geschosse sich auf einen Bestandsbau oben draufpacken lassen, hängt von dessen statischen Reserven ab. Bei den 1950er-Jahren-Bauten reichen sie meist nur für ein zusätzliches Geschoss.In den 1960er-Jahren löste dann die Stahlbetonbauweise die Mauerwerksbauweise ab und deshalb sind hier meist mehrere zusätzliche Geschosse möglich. Und das nicht nur auf Geschosswohnungsbauten, sondern auch auf Parkhäusern, Bürogebäuden, Supermärkten, Kaufhäusern und anderen Nichtwohngebäuden.


Das Potenzial ist riesig und bringt nur Vorteile. Auch für die Stadtstruktur. Denn durch Nachverdichtung lässt sich eine bessere soziale und funktionale Mischung erzeugen, sprich: mehr Urbanität. Die Infrastruktur muss nicht neu geschaffen werden, sondern ist schon vorhanden und wird besser ausgelastet. Eine gezielte Förderung von Dachausbauten und Aufstockungen wäre also durchaus angebracht. "Bodenflächeneinsparprämie könnte sie heißen", schlägt Obermeister Kollmeier vor. "Denn der Pro-Kopf-Verbrauch an Bodenfläche nimmt ja mit jedem zusätzlichen Geschoss und Bewohner ab."

"Auf den Prüfstand gestellt und nach Möglichkeit modernisiert gehören aber auch kommunale Verhinderungsinstrumente wie die Stellplatzverordnung", fordert Obermeister Kollmeier. "Es sollte nicht sein, dass für jede neue Wohneinheit auch ein neuer Stellplatz errichtet werden muss - egal ob die künftigen Bewohner ein Auto haben oder nicht. Solch eine Regelung aufzuheben wäre bereits eine äußerst wirkungsvolle Maßnahme."

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