Landratsämter aus der Region beziehen Stellung zur Debatte

Urlaubsrückkehrer testen oder nicht? Spahn und Söder uneins - Wie steht Ihr zu der Diskussion?

Die Corona-Testation an der Raststation Hochfelln bei Bergen.
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Die Corona-Testation an der Raststation Hochfelln bei Bergen.

Landkreise - Während Bundesgesundheitsminister Spahn zum Ende der Sommerferien der intensiven Testung von Reiserückkehrern den Rücken zukehren möchte spricht sich Ministerpräsident Söder dafür aus, die Kapazitäten auszuweiten. Eine kontroverse Debatte, auf die auch unsere Landratsämter reagieren.

Im Kampf gegen das Corona-Virus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) weniger Tests für Reiserückkehrer und dafür mehr Tests für Pflegekräfte und Menschen mit Corona-Symptomen. Dies begründet er mit dem Ende der Sommerferien und begrenzten Testkapazitäten.


Eine ganz andere Meinung hingegen vertritt Markus Söder: Der Bayerische Ministerpräsident will umfangreiche Tests für Reiserückkehrer beibehalten und sogar ausweiten, denn man könne nicht zwei Wochen nach Einführung der Testmöglichkeiten diese gleich wieder abschaffen.

Die Ministerpräsidenten der Länder werden sich am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin abstimmen. Auch eine Überprüfung der Teststrategie nach dem Ende der Reisesaison steht auf der Tagesordnung.


Wie seht ihr das? Stimmt gerne ab in unserer Umfrage:

Landratsämter aus der Region beziehen Stellung zur Debatte um Urlaubsrückkehrer

„Die derzeitigen Bestimmungen der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) legen fest, dass bei Reiserückkehrern ein negativer Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, ausreicht, um von der Quarantäne befreit zu sein“, erklärt beispielsweise Gerhard Richter vom Landratsamt Berchtesgadener Land. „Die Krankheit beginnt in den meisten Fällen innerhalb der ersten Tage nach der Infektion. Ein negatives Testergebnis schließt jedoch nicht mit absoluter Sicherheit aus, dass kurz vor dem Abstrich noch eine Infektion erfolgte.“

Ins gleiche Horn bläst Michael Reithmeier vom Landratsamt Traunstein: „Ein einmaliger negativer Test kann eine Infektion natürlich nicht ausschließen. Deshalb muss man auf jeden Fall immer die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) einhalten und sollte bei Verdachtssymptomen sofort den Arzt aufsuchen. Bei der Rückkehr aus Risikogebieten wird nach etwa fünf bis sieben Tagen ein zweiter Test angeraten." Kristina Holm vom Landratsamt Mühldorf ergänzt, eine Testpflicht bestehe nur für vom RKI bestimmte Risikoländer. Rückkehrer aus anderen Ländern könnten sich jedoch freiwillig testen lassen.

Gesundheitsämter ermitteln Kontaktpersonen

Die Kontaktpersonen von positiv Getesteten zu ermitteln obliegt den jeweiligen Gesundheitsämtern des Landkreises, die daraufhin eine 14-tägige Quarantäne anordnen können. Sie beraten Kontaktpersonen, setzen sie bei engem „face to face-Kontakt“ über einen längeren Zeitraum von über 15 Minuten in Quarantäne und veranlassen zwei Testungen. Der erste erfolgt sofort, ein weiterer nach einer Woche. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die sich nicht testen lassen, gilt bereits „automatisch“ durch die Verordnung eine 14-tägige häusliche Quarantäne, so dass es hier gar keine Kontaktpersonen geben darf. Kontaktpersonen von Reiserückkehrern aus Nicht-Risikoländern unterliegen indes keinen Auflagen.

„Corona“-Hotlines: Wohin wende ich mich als besorgter Bürger?

Ausführliche Informationen zu Reiserückkehrern aus Risikogebieten finden sich auf den jeweiligen Homepages der Landratsämter Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf am Inn und Rosenheim.

Positive Labormeldungen, Ermittlungen von Kontaktpersonen und Meldungen von Einreisenden aus Risikogebieten werden von den Gesundheitsämtern auch am Wochenende bearbeitet und gegebenenfalls wird Quarantäne verhängt. Für allgemeine Fragen stehen telefonisch „Corona“-Hotlines der Bayerischen Staatsregierung unter der Nummer 089/122-220 und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Nummer 09131/6808-5101 werktags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr zur Verfügung. Auch der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen ist für Fragen unter der Telefonnummer 116-117 erreichbar.

Die Hotline dient als einheitliche Anlaufstelle für alle Fragen zum Corona-Geschehen. Mittels eingerichteter Kompetenzbereiche findet eine themenbezogene Weiterleitung statt. Wesentlich betroffene Lebensbereiche sind abgedeckt: Sowohl Fragestellungen zu gesundheitlichen Themen, den Kontaktbeschränkungen sowie Kinderbetreuung und Schule als auch zu Soforthilfen und anderer Unterstützung für Kleinunternehmen und Freiberufler können täglich beantwortet werden.

mb

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