Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018

24 Fragen an Gisela Sengl (Grüne)

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Gisela Sengl, Direktkandidatin der Grünen im Stimmkreis Traunstein hat sich den Fragen von innsalzach24.de gestellt.

Traunstein/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis 130 Traunstein bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Gisela Sengl (Grüne).

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Die Antworten auf den Fragebogen von chiemgau24.de

1. Name 

Gisela Sengl.

2. Partei

Bündnis 90/Die Grünen.

3. Alter 

58 Jahre. 

4. Wohnort 

Sondermoning. 

5. Familienstand 

Verheiratet. 

6. Kinder 

Drei. 

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Ich bin seit 1984 für die Grünen ehrenamtlich aktiv, seit 1998 bin ich auch Parteimitglied. Seitdem bekleidete ich verschiedene Parteiämter wie Kreissprecherin, Beisitzerin Kreisvorstand, Ortssprecherin, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft. 

Seit 2013 bin ich Landtagsabgeordnete, seit 2016 auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Seit 2014 bin ich Kreistagsmitglied. 

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Alle Menschen, die sich für das Frauenwahlrecht eingesetzt haben. Gleichberechtigung und Teilhabe ist die Basis für eine funktionierende Demokratie. 

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere daran? 

Ich liebe das Landleben und ich liebe die Natur – und bei uns ist es einfach wirklich besonders schön und ich bin dankbar dafür, dass ich hier leben darf. 

10. Warum sind genau Sie die Richtige?

Weil ich die Bewahrung der Schöpfung ins Zentrum meines politischen Handelns stelle. 

11. Was sind Ihre wichtigsten politischen Ziele? 

Unsere Lebensgrundlagen erhalten und ein Leben in Harmonie zwischen Mensch und Natur ermöglichen. 

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Unser gutes und respektvolles Miteinander zu erhalten, uns allen ein gutes Leben und gleiche Chancen zu ermöglichen, ohne Ressourcenverschwendung, Raubbau und Ausbeutung von Tieren und der Natur. 

13. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie? 

Nein, der sechsspurige Ausbau ist nicht notwendig. Es genügt der 4 + 2 Ausbau, das heißt vierspurig aber mit einem durchgehenden Pannenstreifen! Dieser Ausbau erhöht die Sicherheit und verbraucht gleichzeitig weniger Fläche und Geld! 

14. Thema Wohnen: Wie wollen Sie bezahlbaren Wohnraum schaffen?

Jeder Umbau, Ausbau, Anbau an bestehendem Wohnraum sollte viel besser als Neubau gefördert werden. Außerdem sollte der Genossenschaftswohnungsbau ganz stark gefördert und mit Beratung unterstützt werden. 

1 5. Thema Landwirtschaft und Flächenknappheit: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Das ist für mich kein Spagat, sondern passt wunderbar zusammen: umweltschonende Landwirtschaft kann sich mit den regionalen Angeboten für einen sanften Tourismus ergänzen. Das möchten wir Grüne mit vielen Förderprogrammen unterstützen. 

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Die Innenentwicklung in den Kommunen konsequent vorantreiben. Kreative Ideen entwickeln, gerade was Parkflächen für Autos betrifft. Verpflichtendes Gewerbeflächenkataster einrichten. Keine Neuausweisung von Gewerbeflächen solange die Nachnutzung von bestehenden Flächen nicht ausgeschöpft ist. Interkommunale Zusammenarbeit verstärken. Deckelung des Flächenverbrauchs auf fünf Hektar pro Tag!!! 

Im Außenbereich – siehe unser Volksbegehren: Betonflut eindämmen, damit Bayern Heimat bleibt. 

17. Thema Infratstruktur: Wie kann der Breitbandausbau noch stärker vorangetrieben werden? 

Fördergelder sind da, das Bewußtsein über die Notwendigkeit des Breitbandausbaus ist bei den Bürgermeistern und Kommunen auch endlich vorhanden. Wir fordern allerdings Glasfaser bis ins Haus, das kostet noch etwas mehr, ist aber absolut sinnvoll. 

Zudem fehlen uns schlichtweg die ausführenden Firmen: wir haben einfach zu wenig Arbeitskräfte und Fachkräfte! Deshalb sieht man auch hier, wie wichtig ein Einwanderungsgesetz für uns ist. 

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern?

Eine digitale Plattform für Vereine entwickeln, auf der neue Regulierungen verständlich erklärt werden und die hoffentlich! möglichen Ausnahmen für Vereine genannt werden ( das wäre zum Beispiel bei der neuen Datenschutzgrundverordnung sehr gut gewesenen ), damit sich nicht jeder Verein mühsam selber alles zusammensuchen muss. 

Schließlich können wir sehr froh über die ehrenamtliche Arbeit der Vereine sein und wir als Staat sollten deshalb möglichst viel Entlastung bieten. 

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Die Asylpolitik Söders ist reiner Populismus und bietet keine Lösungen! Unsere Lösungswege sind seit Anfang an: Einwanderung und Asyl trennen, dafür brauchen wir ein Einwanderungsgesetz. Dann den Spurwechsel ermöglichen, wir brauchen dringend Arbeitskräfte, vor allem in der Baubranche, der Gastronomie und der Pflege. 

Dieser Spurwechsel sollte auch für abgelehnte Asylbewerber, die arbeiten oder eine Ausbildung machen, ermöglicht werden. 

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Das wird eine wichtige Diskussion werden. Gerade für die Kinder, Alleinerziehende und RentnerInnen müssen wir über eine Grundsicherung nachdenken. 

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Wir Grüne wollen eine längere gemeinsame Lernzeit, bis mindestens zur sechsten Klasse, um die Verwerfungen und psychischen Belastungen der Grundschulkinder in der 4. Klasse wegen dem Übertrittsstress zu beenden. 

Zudem setzten wir uns für die berufliche Bildung ein, das betrifft die gesellschaftliche Anerkennung als auch die Ausbildungsvergütung und die Arbeitsatmosphäre – hier muss viel verbessert werden! 

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Das Familiengeld lehnen wir in vorliegender Form ab. Wenn es stimmt, dass mit dem bayerischen Familiengeld vor allem ärmeren Familien geholfen werden soll, wäre es sinnvoll, wenn sich die CSU auf Bundesebene für eine Abschaffung der Verrechnung von Kindergeld und Ausbildungsvergütung auf Hartz IV-Zahlungen einsetzen würde. Denn das kann man nur auf Bundesebene regeln und die CSU ist in der Bundesregierung. 

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? Ein netter Versuch der Beruhigung, eine Dauerlösung ist das nicht. 

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag?

Ja, unbedingt! Wir müssen ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichberechtigt politisch vertreten, das passiert unter der augenblicklichen Regierung leider nicht.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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