Junger Afghane (20) ein Mörder?

Mutmaßlicher Taliban in Schnaitsee verhaftet

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Landkreis Traunstein/Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat einen jungen Mann in Oberbayern festnehmen lassen, der als Mitglied der terroristischen Vereinigung Taliban an einem Mord beteiligt gewesen sein soll.

UPDATE, 14.20 Uhr: Abdol S. in Schnaitsee verhaftet

Wie das Traunsteiner Tagblatt "nach Informationen einer sicheren Quelle" berichtet, wurde der junge Afghane in einer Unterkunft in Schnaitsee festgenommen.

UPDATE, 12.33 Uhr: Festnahme im nördlichen Landkreis

Am Donnerstag wurde der 20-jährige Abdol S. festgenommen. Die Verhaftung soll in einer Unterkunft in einer Gemeinde im nördlichen Landkreis Traunstein stattgefunden haben, wie Heimatzeitung.de berichtet.

Der Afghane soll dort mit mehreren Landsleuten zusammengelebt haben. Im Dezember 2015 sei er nach Deutschland gekommen, und habe vier Monate in einer Sammelunterkunft verbracht. Danach sei er in den Landkreis Traunstein gekommen.

UPDATE, 10 Uhr: Nachfrage bei der Bundesanwaltschaft

Die Bundesanwaltschaft gab gegenüber chiemgau24.de bekannt, dass wegen des laufenden Verfahrens keine weiteren Details zur Verhaftung bekannt gegeben werden. Auch wo die Festnahme genau stattfand, ist weiter unklar.

Die Frage, ob bei dem Verdächtigen Waffen gefunden wurden, verneinte die Pressestelle der Bundesanwaltschaft. Die Anklage wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz bezieht sich auf den Besitz eines Sturmgewehrs in Afghanistan. 

UPDATE, 9.15 Uhr

Wie das Landratsamt Traunstein auf Nachfrage von chiemgau24.de mitteilte, wurde Abdol S. in einer dezentralen Unterkunft im Landkreis Traunstein festgenommen. Außer dem 20-jährigen Afghanen wurde niemand verhaftet.

UPDATE, 10. Februar: Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft

Die Bundesanwaltschaft hat beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den 20-jährigen afghanischen Staatsangehörigen Abdol S. erwirkt. Der Beschuldigte wurde am 8. Februar 2017 in Oberbayern festgenommen. 

Er ist dringend verdächtig, als Mitglied der ausländischen terroristischen Vereinigung „Taliban“ gemeinsam mit weiteren „Taliban“-Mitgliedern einen Mord begangen und in einem weiteren Fall dies versucht zu haben. Zudem wird ihm in dem Haftbefehl ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen.

In dem Haftbefehl ist im Wesentlichen folgender Sachverhalt dargelegt:

Die radikal-religiöse Vereinigung „Taliban“ verfolgt das Ziel, alle ausländischen Kräfte vom Gebiet Afghanistans zu vertreiben und auf dem Staatsgebiet einen allein auf islamischem Recht (Scharia) basierenden Gottesstaat zu errichten. Dieses Ziel versuchen die „Taliban“, durch Selbstmordattentate, Minen- und Bombenanschläge, Entführungen und Erschießungen zu erreichen. Dabei nehmen sie auch zivile Opfer in Kauf.

Nach den bisherigen Ermittlungen schloss sich der Beschuldigte im Jahr 2013 in Afghanistan den „Taliban“ an. Er erhielt unter anderem ein Sturmgewehr AK 47 Kalaschnikow samt Munition sowie Handgranaten und wurde im Umgang mit diesen Waffen ausgebildet. 

In den Jahren 2013 und 2014 nahm er in mindestens zwei Fällen gemeinsam mit Mitkämpfern an Kampfeinsätzen gegen afghanische Regierungstruppen und amerikanische Soldaten teil und gab jeweils in Tötungsabsicht Schüsse auf diese ab. Bei mindestens einem dieser Angriffe wurden jedenfalls ein amerikanischer Soldat getötet und zwei weitere verletzt.

Der Beschuldigte wurde heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der gegen den Beschuldigten Haftbefehl erlassen und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.

Pressemitteilung Bundesanwaltschaft

ERSTMELDUNG, 9. Februar

Der 20 Jahre alte Afghane sei am Mittwoch festgenommen und am Donnerstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Der Mann kam in Untersuchungshaft.

Offenbar hatte sich der Afghane nach gesicherten Informationen des BR als Asylbewerber in Bayern aufgehalten, die Festnahme erfolgte im Landkreis Traunstein.

US-Soldat getötet

Den Ermittlungen zufolge schloss sich der Beschuldigte im Jahr 2013 den radikal-religiösen Taliban in Afghanistan an und wurde im Umgang mit einem Sturmgewehr und Handgranaten ausgebildet. In mindestens zwei Fällen habe er 2013 und 2014 gemeinsam mit anderen Taliban gegen afghanische Regierungstruppen und US-Soldaten gekämpft. Mindestens ein amerikanischer Soldat sei getötet worden, zwei weitere seien verletzt worden.

mh mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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