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Novum in der ganzen Region: Traunstein schickt Impfbus quer durch den Landkreis

Den Impfbus hat der Landkreis Traunstein einer Rettungsorganisation aus dem Raum Passau abgekauft
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Den Impfbus hat der Landkreis Traunstein einer Rettungsorganisation aus dem Raum Passau abgekauft und wird noch neu, im Stil des Landratsamtes, beklebt.

Die Corona-Impfungen im Impfzentrum Altenmarkt und durch die mobilen Teams laufen - um aber möglichst alle Risikopatienten zu erreichen, hat das Landratsamt nun einen eigenen Impfbus gekauft, der quer durch den Landkreis Traunstein fährt.

Traunstein - „So ein Angebot gibt es in der ganzen Region noch nicht“, verkündete Traunsteins Landrat Siegfried Walch stolz. Im Kreisausschuss am Mittwoch, 20. Januar, wurde der Kauf eines Impfbusses für rund 135.000 Euro bekannt gegeben. Der Bus wird in die Randgebiete des Landkreises fahren, um Älteren und Risikopatienten eine Impfung zu erleichtern. Angefahren werden Fridolfing, Schnaitsee, Ruhpolding und Grassau. „Keiner fällt durchs Raster, nur weil er weiter weg von Altenmarkt wohnt. Jeder, der nicht mobil ist, wird eine Impfung bekommen“, so Walch.

Innenansicht des Impfbusses im Landkreis Traunstein.

Der Bus wurde einem Rettungsdienst aus dem Landkreis Passau abgekauft und wird noch neu foliert, passend für den Landkreis Traunstein. Drei Impfplätze wird es im Bus geben. Tätig sind dort ein Team aus einem Arzt, einer Servicekraft und ein bis zwei Medizinischen Fachangestellten. Fahrer stellt die Firma Marx aus Fridolfing und das Landratsamt. „100 bis 150 Impfungen werden pro Tag möglich sein“, so Florian Appelt, Sachgebietsleiter Katastrophenschutz im Landratsamt. Vorerst bis Ende März soll der Impfbus im Landkreis unterwegs sein. Die Betriebszeiten sind 9 bis 18 Uhr.

Die Haltestellen des Impfbusses im Landkreis Traunstein

  • Sonntag und Montag: Grassau, Heftersaal
  • Dienstag und Mittwoch: Fridolfing, Zentrale von Marx Reisen
  • Donnerstag: Schnaitsee, Rotes Kreuz
  • Freitag und Samstag: Ruhpolding, Alte Schule

Warum werden nicht mehr Gemeinden angefahren? Wie sollen Behinderte von Petting nach Fridolfing kommen?“, fragte Kreisrätin Ute Künkele. Walch reagierte mit Unverständnis: „Soll der Bus etwa alle 35 Gemeinden anfahren? Dann wäre er in jeder Gemeinde nur einmal im Monat und wir bräuchten Jahre. Oder wir müssten zehn Busse kaufen.“ Der Bus sei ein zusätzliches Angebot zum Impfzentrum in Altenmarkt und den mobilen Impfteams, die Pflegeheime besuchen. „Im nächsten Schritt werden ja auch die Hausärzte impfen können“, so der Landrat. Fridolfings Bürgermeister Johann Schild sprang ihm zur Seite: „Der Landkreis hat eine Vorreiterrolle und es gibt keinen Grund, die Situation schlechtzureden.“

Standorte und Betriebszeiten des Impfbus im Landkreis Traunstein.

Der Bus - Baujahr 2015, 200.000 Kilometer Laufleistung - könnte nach dem Ende der Pandemie wieder in den Urzustand zurückgebaut und verkauft werden. Es gäbe auch die Möglichkeit, den Bus im Katastrophenschutz einzusetzen. Denn er ist als Großraumrettungswagen zugelassen und könnte dann bei Großbränden, Evakuierungen oder bei einem Massenanfall von Verletzten eingesetzt werden.

xe

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