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Investor scheint schon gefunden

Nur eine Gegenstimme: Auch Landkreis Traunstein fordert Wasserkraft an der Salzach

Blick auf die Salzach bei Tittmoning in Richtung Süden.
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Blick auf die Salzachbrücke bei Tittmoning in Richtung Süden.

Eine richtungsweisende Grundsatzentscheidung hat jetzt der Traunsteiner Kreistag gefällt: In der Salzach soll endlich ein Wasserkraftwerk gebaut werden - auch ein Betreiber steht wohl schon bereit. Widerstand aus einer Richtung gibt es trotzdem.

Traunstein - „Wenn wir das ablehnen, nehmen wir die Klimakrise und die Energieabhängigkeit von Russland nicht ernst“, machte Landrat Siegfried Walch (CSU) zu Beginn der Debatte klar. Die Fraktion der Freien Wähler war es, die am Mittwoch (27. Juli) im Kreisausschuss in einem Antrag forderte, die Pläne für ein Wasserkraftwerk an der Salzach voranzutreiben. Zustimmung kam quer aus allen Parteien - lediglich Burgi Mörtl-Körner (Grüne) stimmte, anders als ihr Fraktionskollege Christoph Bauhofer, gegen die Wasserkraftnutzung der Salzach.

Kreistag Traunstein eindeutig für Wasserkraft an der Salzach

Im Kreistag ging es nur um eine grundsätzliche Positionierung. Die Entscheidung liegt beim Freistaat Bayern und dem Land Oberösterreich, doch Ministerpräsident Söder sprach sich zuletzt wiederholt für ein solches Kraftwerk aus. Mit der österreichischen Verbund AG scheint auch schon ein Betreiber gefunden, Landrat Walch war Mitte Juli für Gespräche in Wien. „Sie sind bereit zu investieren.“ Der Verbund AG gehören schon jetzt zehn Wasserkraftwerke am Oberlauf der Salzach. Wo der Fluss Bayern und Österreich trennt wird noch keine Energie gewonnen. „Aber gerade die untere Salzach gilt als Fluss mit dem größten Wasserkraftpotenzial Deutschlands“, argumentieren die Freien Wähler in ihrem Antrag.

„Was wir vor Ort ausnutzen können, müssen wir auch machen“, brachte es FW-Fraktionssprecher Manfred Kösterke auf den Punkt. Zustimmung erhielt er vor allem auch von den Vertretern der Salzach-Anrainergemeinden: „Es gibt genug Untersuchungen zu verschiedensten Ausbauvarianten - auch zu ökologisch sinnvollen“, so beispielsweise Fridolfings Bürgermeister Johann Schild (SPD). Konkret könnte das Wasserkraftwerk im sogenannten Tittmoninger Becken gebaut werden, also zwischen Tittmoning und Laufen.

Zehn Prozent des Strombedarfs im Landkreis allein durch Salzach-Wasserkraft?

Bis zu 100 Gigawattstunden Strom jährlich könnten an der Salzach erzeugt werden - rund zehn Prozent des ganzen Strombedarfs im Landkreis Traunstein. Und dabei sei nicht die Rede von großen Kraftwerken mit Staustufe, die noch wesentlich mehr leisten könnten, sondern von kleineren Kraftwerken in Solerampen. Diese Solerampen, die den Fluss bremsen und ihn hindern, sich immer tiefer zu graben, könnten in der Salzach ohnehin notwendig werden. Eine weitere Möglichkeit diesen Soledurchbruch zu verhindern, wird nördlich von Tittmoning gerade umgesetzt: Auf rund vier Kilometern wird das Salzachufer rückgebaut. Der Fluss bekommt damit doppelt so viel Platz in der Breite.

Große Bedenken“ hatte einzig Burgi Mörtl-Körner (Grüne). Sie befürchtet, dass die Salzach - auch wegen des Klimawandels - zu wenig Wasser mit sich führt, um das Kraftwerk in Schwung zu bringen. Außerdem sei das Tittmoninger Becken ein geschütztes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet). „Ich bin schon seit 50 Jahren gegen ein Wasserkraftwerk an der Salzach“, so Mörtl-Körner. Dass ein Kraftwerk mehr schade als nütze, argumentierte jüngst auch der Bund Naturschutz. Das Potenzial der Wasserkraft an der Salzach sei „irrelevant“, nur in vier oder fünf Monaten des Jahres könne wegen des Niedrigwassers dort Strom erzeugt werden.

Landrat Walch ist sich aber sicher: „Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass die Salzach wasserkraftfähig ist.“ Außerdem dürfe nach diesen Argumenten dann auch kein einziges Windrad gebaut werden: „die laufen ja auch nicht immer.“ Es sei jetzt an der Zeit, aus den politischen Schützengräben herauszukommen. Laut Walch treibe der Landkreis aktuell auch Projekte bei Windkraft, Geothermie, Sonnenenergie und Biomasse „massiv voran“. Ein Punkt, den auch Christoph Bauhofer (Grüne) hervorhob - denn die regenerativen Energien würden jetzt gebraucht. Bis das Wasserkraftwerk an der Salzach gebaut ist, könnten dagegen noch Jahrzehnte vergehen.

xe

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