Zahlen, Fakten, Hintergründe

So sieht der Schulstart in der Region aus

Schulranzen, Schulbank, Klassenzimmer, erster Schultag
+
Am 8. September beginnt die Schule in Bayern wieder.

Landkreis - Allein im Landkreis Traunstein beginnt am Dienstag (8. September) für 1486 Erstklässler der sogenannte „Ernst des Lebens“. Corona-bedingt fällt der Schulstart für sie und für alle anderen Schüler allerdings anders aus. Wir haben nachgefragt, was es zu beachten gibt.

Einheitlich halten sich alle Schulämter an die vom Freistaat Bayern vorgegebenen Maßnahmen. Dementsprechend beginnt überall wieder der normale Unterricht mit allen Schülern in den Klassen. Vorsorglich müssen ab der 5. Klasse alle Schülerinnen und Schüler die ersten neun Tage nach Schulbeginn auch am Arbeitsplatz Masken tragen. Damit soll das Infektionsrisiko durch Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer in den ersten Schultagen so weit wie möglich eingedämmt werden, begründet das Landratsamt Berchtesgadener Land.


Auf dem Schulgelände, in den Gängen und im Klassenzimmer (bis man an seinem Platz sitzt) ist generell Maskenpflicht, auch im Schulbus oder -zug und auch für Grundschüler. Allerdings ist das Abstand halten in Bus oder Bahn keine Pflicht, heißt es von Seiten des Landratsamtes Rosenheim. Die Bayerische Staatsregierung will aber das Platzangebot im Schülerverkehr erhöhen, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus auf dem Schulweg zu minimieren.

„Für schulische Ganztagsangebote und Mittagsbetreuung gelten die Regelungen wie vormittags“, ergänzt der Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim, Michael Fischer, gegenüber Rosenheim24.de. Sein Amtskollege aus dem Berchtsgadener Land, Gerhard Richter, bestätigt: „Jede Schule musste ein Hygienekonzept erarbeiten – dies gilt für den ganzen Unterrichtstag, also gleichermaßen für Unterrichtszeiten und Ganztagesbetreuung.“


Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Montag (1. September) betont, dass der Schulstart so normal wie möglich verlaufen soll. Dennoch gibt es einen Drei-Stufen-Plan, der verhindern soll, dass die Schule zur Ausbreitung des Coronavirus beiträgt. „Sollte ein Corona-Fall in einer Klasse auftreten, so bleibt die Klasse zuhause – wenn es mehrere Klassen betrifft, wird die ganze Schule geschlossen. Eine generelle Schließung aller Schulen im Landkreis ist nicht vorgesehen“, erklärt Gerhard Richter.

Im Falle einer Klassen-Quarantäne kommen die genauen Bestimmungen aus dem Gesundheitsamt. Die greift bei einem Corona-Fall in der Klasse. Sollte die 7-Tage-Inzidenz über 35 steigen kann von Seiten des Gesundheitsamtes eine Schließung oder andere Maßnahmen angeordnet werden.

In diesen Fällen kommt dann der Distanzunterricht wieder zum Tragen. „Alle Schulen mussten zu diesem Thema ein Konzept erarbeiten, das auf den Erfahrungen der letzten Monate fußt. Eine einheitliche „bayerische Lösung“ gibt es nicht, da die Voraussetzungen beim technischen Equipment unterschiedlich sind“, so der Pressesprecher des Berchtesgadener Landes.

Erkältung, Allergie oder Corona: Wie gehen Schulen mit kranken Kindern um?

Alle Verantwortlichen hoffen allerdings, dass diese Regelung nur sehr selten zum Tragen kommt. Außerdem wird aktuell noch ein Handlungsleitfaden erarbeitet, damit die Schulen wissen, wie sie mit kranken Kindern umgehen sollen. Denn nicht alle müssen an Corona erkrankt sein. „Ein nicht ganz einfaches Thema", wie das Schulamt Berchtesgadener Land bestätigt.

„Einerseits sind die Schulen verpflichtet, abzuklären, ob es sich um eine Erkältung, eine Allergie oder doch um Corona handelt. Dazu wird ein ärztliches Attest eingefordert. Mehrere niedergelassene Ärzte teilten den Eltern aber mit, dass dies ihre Kapazitäten sprengen würde und sie sich nicht imstande sehen würden, derlei zahlreiche Atteste zu erstellen. Wir haben vereinbart, dieses Thema gleich nach Schulbeginn mit dem hiesigen Gesundheitsamt – zusammen mit den Schulleitern – zu besprechen, um eine einheitliche Vorgehensweise zu ermöglichen.“

Von Seiten des Gesundheitsamtes wurde ergänzt: „Hinsichtlich des Vorgehens bei Auftreten von Erkältungs- bzw. respiratorischen Symptomen bei Schülerinnen und Schülern ab dem Schuljahr 2020/2021 wird derzeit in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie Vertretern der Ärzte ein Handlungsleitfaden erstellt. Dieser wird den Schulen rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn zur Verfügung gestellt, der Hygieneplan entsprechend aktualisiert.“

Schulamtsleiter hofft auf einigermaßen Normalität im zweiten Halbjahr

„Auch wenn Corona-bedingt viele ‚Außentermine‘, Veranstaltungen, die das Schulleben bereichern und auch viele Berufsorientierungs- und -vorbereitungsmaßnahmen lange nicht mehr stattfinden konnten, so hoffen wir doch, dass nach Ablauf des ersten Schulhalbjahres in diesen Bereichen wieder einigermaßen Normalität einziehen kann“, hofft Traunsteins Schulamtsdirektor Otto Mayer.

Er sieht sich und seine Kollegen in den anderen Landkreisen gut vorbereitet. „In Traunstein stehen dem Landkreis heuer an die 14.000 Lehrerwochenstunden erteilt von über 900 Lehrkräften zur Verfügung. Dabei haben alle Klassen ihren Lehrer, der Fachunterricht wird kompetent von Fachlehrerinnen und Fachlehrern abgedeckt. Neu hinzu kommen für nächstes Schuljahr auch wieder 18 Lehramtsanwärter, die im Landkreis ihren Dienst antreten.“

cz

Kommentare