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Wie viel bringen die Spontan-Aktionen ohne Termin?

Rabatte, Spritze beim Fußball und am Berg, gratis Popcorn: Wie die Region gegen Impfmüdigkeit kämpft

Impfangebot für Ausflügler auf der Jenneralm
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Im Berchtesgadener Land wurde auch schon an der Bergstation der Jennerbahn geimpft.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Das Impftempo stockt - darüber ist man sich einig: In unseren Landkreisen gibt es inzwischen die ausgefallensten Ideen, wie sich die Bevölkerung per Spritze gegen das Coronavirus schützen lassen soll.

Landkreise - „Die Nachfrage ist nicht vergleichbar mit der Situation vor einigen Monaten. Es ist der Trend erkennbar, dass die Impfkampagne mangels Interessenten ins Stocken gerät“, heißt es in klaren Worten von Benedikt Burkardt, Leiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Mühldorf gegenüber innsalzach24.de. Doch Not - und die Angst vor einer vierten Corona-Welle - macht erfinderisch. In allen unseren Landkreisen werden inzwischen auch unkonventionelle Angebote gemacht, wie und wo man sich gegen das Coronavirus impfen lassen kann.

Impfen am Berg, am See, beim Fußball - „die Aktionen lohnen sich“

Vorreiter war der Landkreis Traunstein: Schon am 10. Juli schickte man seinen Impfbus an den Chiemseestrand bei Übersee - für die Bevölkerung ganz ohne Termin oder Anmeldung. „Wir wollen Kurzentschlossene ansprechen“, so Stefanie Fischer vom Landratsamt gegenüber chiemgau24.de. Seitdem ist der Impfbus nahezu täglich unterwegs, hält für einige Stunden an Marktplätzen, in Gewerbegebieten oder vor Einkaufszentren - oft auch bis 20 oder 21 Uhr. „An jedem Standort konnten bisher zwischen 30 und 80 Erstimpfungen pro Tag durchgeführt werden“, heißt es aus dem Landratsamt zum Erfolg der Kampagne.

Mobile Impfaktionen haben sich inzwischen in der ganzen Region etabliert. Für bundesweite Berichterstattung sorgte dabei beispielsweise auch eine Impfaktion für alle an der Jenner-Bergstation bei Schönau am Königssee. Von durchschnittlich 30 bis 70 Impfungen pro Aktion wird aus dem Berchtesgadener Land berichtet. „Diese Menschen wären vermutlich nicht ins Impfzentrum gekommen, daher lohnen sich die Aktionen“, so Alexandra Rothenbuchner, Sprecherin des dortigen Landratsamtes. Auch vor dem jüngsten Heimspiel des TSV Buchbach gab es die Möglichkeit unangemeldeten zum Anti-Corona-Pieks.

Gratis Popcorn im Kino oder halber Eintrittspreis im Freizeitpark als Lockmittel

Seit 27. Juli ist auch im Landkreis Mühldorf ein mobiles Impfteam unterwegs. 258 Dosen konnten in der ersten Woche verimpft werden. Inzwischen wird mal vorm Waldkraiburger Kino, mal im Ampfinger Schwimmbad, dann vor einem Mühldorfer Supermarkt oder vorm Wildpark Oberreith geimpft - und wer spontan mitmacht, bekommt im Kino gratis Popcorn obendrauf oder 50 Prozent Nachlass beim Eintritt in den Freizeitpark. Inzwischen hat es sich auch das „offene Impfzentrum“ eingebürgert. Beispiel Neuötting: Dort kann man montags bis samstags zwischen 14 und 18 Uhr ganz ohne Anmeldung vorbeikommen.

Die Behörden sehen aber durchaus eine Bewegung in der Sache: „Ich rechne damit, dass es im Herbst wieder einen Run auf die Impfungen geben wird, wenn die Inzidenzen steigen“, so Traunsteins Landrat Walch gegenüber chiemgau24.de. Jetzt sei der Impfstoff da und jedem müsse klar sein, dass man nur als Kollektiv aus der Pandemie komme. Und in Mühldorf stellte man außerdem fest, dass „bestimmte rechtliche Entwicklungen, wie jüngst die Nachweispflicht bei der Wiedereinreise nach Deutschland, plötzlich wieder zur Förderung der Impfbereitschaft beitragen“. Um mehr Menschen von einer Impfung zu überzeugen, startet die Stadt Rosenheim ab Freitag (13. August) eine Plakataktion mit bekannten Rosenheimerinnen und Rosenheimern.

Foto vom Halt des Impfbusses vor der Waginger Tourist-Info am 15. Juli.

Sollten nun auch Zwölf- bis 17-Jährige gegen das Coronavirus geimpft werden? Für Mühldorfs stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag eine klare Sache: „Es ist gut und richtig, allen Kindern und Jugendlichen, die
sich impfen lassen möchten, verschiedene aufsuchende Angebote zu machen.“ Auch offene Impftage für Schüler gab es bereits, auch wenn das Interesse daran eher gering war. Politischen Druck, um Minderjährige zu impfen, hält Traunsteins Landrat Walch dagegen für falsch.

Nächste Gelegenheiten für mobile Impfungen ohne Termin

Landkreis Rosenheim, Landkreis Traunstein, Landkreis Berchtesgadener Land, Landkreis Mühldorf

xe

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