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Über 31.000 Rehe in drei Jahren erlegt

Jäger aus Kreis Traunstein legen bei Hegeschau Rechenschaft über Tätigkeit ab

Ihre Hegeschau hielt die BJV-Kreisgruppe beim Michlwirt in Palling.
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Ihre Hegeschau hielt die BJV-Kreisgruppe beim Michlwirt in Palling.

Ihre gesetzlich vorgeschriebene Hegeschau hielt die Kreisgruppe Traunstein im Landesjagdverband Bayern (BJV) beim Michlwirt. Zur Festsetzung und Überwachung der Durchführung der Abschusspläne finden jährlich öffentliche Hegeschauen statt. Die Revierinhaber sind verpflichtet, den Kopfschmuck des gesamten in ihren Jagdrevieren im vergangenen Jagdjahr erlegten oder verendet aufgefundenen Schalenwilds bei der öffentlichen Hegeschau vorzulegen.

Palling - Die Hegeschauen haben die Aufgabe, Informationen zu vermitteln, insbesondere über die Entwicklung der Wildschadenssituation und der Waldverjüngung unter Berücksichtigung der Gutachten der Forstbehörden zum Zustand der Vegetation, die Erfüllung der Abschusspläne, die körperliche Verfassung des Wildes und die strukturelle Entwicklung der Wildbestände unter Berücksichtigung des Kopfschmucks des erlegten oder verendet aufgefundenen Schalenwilds, die Bestandsentwicklung der nicht abschussplanpflichtigen Wildarten und die Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der freilebenden Tierwelt.

Insgesamt über 31.000 Rehe zwischen 2019 und 2021 geschossen

Nach den Worten von Martin Obermayer, Jagdberater Niederwild, haben die Jäger im Landkreis Traunstein zwischen 2019 und 2021 insgesamt 31.014 Stück Rehwild und damit die dreijährige Abschussplanung von 31.681 zu 98 Prozent erfüllt. Weiterhin wurden 127 Fasane, 957 Hasen, 1857 Füchse, 516 Dachse, 2995 Krähen, 409 Marder, 282 Gänse und 291 Elstern zur Strecke gebracht. Eine Besonderheit und Seltenheit war ein Marderhund, der in Fridolfing geschossen wurde.

Weitere Ergebnisse zum Hochwild

Über die Ergebnisse beim Hochwild berichtete Jagdberater Martin Stief. Demnach wurden 338 Stück Rotwild erlegt. Beim einem Abschusssoll von 394 entspricht dies einer Erfüllung von 85,78 Prozent. Der Rotwild bestand steige, meinte Stief. Je mehr Jagddruck ausgeübt werde, desto geringer sei der Jagderfolg, aber desto größer der Wildschaden.

Er war daher gegen die Aufhebung des Nachtjagdverbots. Zufrieden war der Jagdberater mit dem Abschuss beim Gamswild. Dem Soll von 368 Stück stand ein Ist von 308 Stück oder 83,7 Prozent gegenüber. Beim Gamswild bereiten ihm das Geschlechterverhältnis und die Altersstruktur Sorgen. Zur Strecke kamen 24 Wildsauen. Die Befürchtung, dass der Schwarzwildbestand explodiert, sei nicht eingetreten, sagte Stief. Das Auerwild tue sich schwer, stellte er fest. Diese wunderbare Wildart verschwinde immer mehr.

„Durch ihren Fleiß und ihre Arbeit hegen und pflegen die Jager unsere Heimat. Sie stehen für einen nachhaltigen, waid- und tierschutzgerechten Umgang mit unserem heimischen Wild“, betonte die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. Die Jägerinnen und Jäger genossen bei uns Achtung und Vertrauen.

Ziel: „Artenreichen und gesunden Wildbestand zu sichern“

Dieses Vertrauen sei enorm wichtig, denn in Teilen der Gesellschaft habe das emotionale Engagement für Natur- und Tierschutz spürbar zugenommen. Gleichzeitig seien aber die Kenntnisse über Natur und ihre Abläufe eher geringer geworden. Informationen über Aufgaben, Rechte und Pflichte von Jägern seien in der Bevölkerung nicht immer vorhanden. „Das bringt unangenehme Spekulationen und Vorurteile mit sich“, sagte Schmidhuber. Damit Mensch, Tier und Natur mit- und nebeneinander leben könnten, müssten alle Beteiligte – Jäger, Landwirte, Waldbesitzer und Behörden - immer wieder dazulernen und aufeinander zugehen. „Unser gemeinsames Ziel muss sein, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu sichern, der in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen steht“, unterstrich Schmidhuber.

Pallings Bürgermeister Franz Ostermaier zeigte sich erstaunt und erfreut über den Nachwuchs bei den Jägern. Alle Altersgruppen seien vertreten. Jäger, Waldbesitzer und Pächter versuchten, einen Weg miteinander zu gehen. Ostermaier wünschte sich daher, „dass sachliche Diskussionen und Meinungsvielfalt für ein gutes Miteinander zugelassen werden“.

Forstliches Gutachten

Zum Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung (Vegetationsgutachten) 2021 für die Schalenwild-Abschussplanperiode 2022/25 äußerte sich Tassilo Heller vom Traunsteiner Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. In den Gutachten äußern sich die Forstbehörden zum Zustand der Waldverjüngung und ihre Beeinflussung durch Schalenwildverbiss und Fegeschäden.

Sie beurteilen die Verbisssituation in den Hegegemeinschaften und geben Empfehlungen zur künftigen Abschusshöhe ab. Hellers Ausführungen zufolge stellt sich die Verbisssituation in 80 Prozent der Jagdreviere günstig oder tragbar und nur in 20 Prozent der Reviere zu hoch dar. Die Revierinhaber dieser Reviere rief er dazu auf, die Verbisssituation zu verbessern. Damit verlange er nichts Unmögliches, wie die 80 Prozent bewiesen. Schließlich hielt er ein Plädoyer für die Tanne. Die Tanne sei ein stabiler Baum, schattentolerant, klimarestistent und liefere wertvolles Holz. Damit sei die Tanne ein Zukunftsbaum.

Auch Tierkrankheiten ein Thema

Zum Thema Tierkrankheiten berichtete Dr. Jürgen Schmid vom Veterinäramt Traunstein, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) noch kein Thema sei. Die 2021 im Landkreis Traunstein eingereichten Blutproben seien alle negativ gewesen. Die ASP sei für Menschen ungefährlich, aber übertragbar vom Schwarzwild aus Hausschweine sowie zum Beispiel durch Zecken, Speiseabfälle oder Tiertransporte.

Im vergangenen Jahr sei in Bayern die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Im Landkreis Traunstein seien alle Proben negativ gewesen. Zurzeit gebe es keine Stallpflicht, Auch seien Geflügelmärkte wieder möglich. Ab Herbst sei aber das Vogelgrippe-Monitoring wider möglich.

Negativ seien auch die TBC-Proben beim Rotwild gewesen. Parallel seien auch die Almkühe untersucht worden. „Das Monitoring Rotwild-TBC wird auch im kommenden Jagdjahr weitergeführt“, sagte Dr. Schmid.

Tollwut nicht verbreitet

Tollwut sei zurzeit nicht verbreitet. Vereinzelt trete bei Füchsen Staupe auf. Die Räude sei eine Einzeltiererkrankung beim Fuchs. Dr. Schmid empfahl daher, die Hunde impfen zu lassen. Rund ein Drittel der Füchse im Landkreis sei vom Fuchsbandwurm befallen. Deshalb sollte man die Hygieneregeln beachten.

Im vorigen Jahr seien keine Fälle von Hasenpest aufgetreten. Verdächtige Hasen könnten über das Veterinäramt kostenfrei zur Untersuchung eingesandt werden.

Bjr