BRK verzeichnet Höchstwerte 

Nachfrage nach sozialen Diensten im Landkreis Traunstein steigt weiter

Soziale Dienste Traunstein
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Die Mitarbeiter*innen der sozialen Dienste unterstützen hilfsbedürftige Menschen im Alltag. 2020 hat die Nachfrage nach Unterstützung in vielen Bereichen deutlich zugenommen. [Das Bild wurde kurz vor Beginn der Corona-Krise aufgenommen]

Landkreis Traunstein - Das Rote Kreuz erbringt traditionell viele soziale Leistungen, die hilfsbedürftigen Personen vor Ort zu Gute kommen. Darum bieten die sozialen Dienste des Rotkreuz-Kreisverbandes Traunstein eine breite Palette an Hilfen für Menschen in hohem Alter, mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder in schwierigen Lebenslagen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Im vergangenen Jahr haben die 116 haupt-, neben- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter*innen der Wohlfahrts- und Sozialarbeit gemeinsam 21.731 Stunden geleistet und dabei 3.884 rat- und hilfesuchende Bürger*innen im Landkreis Traunstein unterstützt.

Starke Nachfrage nach Hausnotruf, häuslicher Unterstützung und Essen auf Rädern

Besonders stark zugenommen hat im Jahr 2020 die Nachfrage in den Bereichen Hausnotruf, häusliche Unterstützung und Essen auf Rädern. Beim Hausnotruf, der im Notfall schnelle und professionelle Hilfe per Knopfdruck ermöglicht, wurden im vergangenen Jahr erstmals über 700 Neuanschlüsse verzeichnet. Der Hausnotruf-Hintergrunddienst leistete 145-Mal Hilfe. Um mehr als 40 Prozent stiegen die Einsatzstunden (3.279) bei der häuslichen Unterstützung, die stundenweise Hilfe bei der Bewältigung von Haushaltstätigkeiten wie Waschen, Einkaufen oder Putzen anbietet. Und mit über 12.000 ausgelieferten Menüs wurde auch bei Essen auf Rädern ein neuer Höchstwert erreicht. Dieser soziale Dienst ermöglicht neben der Belieferung mit einer ausgewogenen, warmen Mahlzeit auch einen kurzen empathischen Kontakt zu der versorgten Person, um mögliche Auffälligkeiten zu erkennen.

Zweiter Rotkreuz-Shop in Traunstein eröffnet

Im November wurde in der Traunsteiner Marienstraße ein zweiter „Rotkreuz-Shop“ eröffnet, in den auch eine Informationsstelle zu den sozialen Diensten, zum Ehrenamt und zu den Gemeinschaften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) integriert ist. In den beiden gemeinnützigen und ehrenamtlich geführten Kleiderläden haben Bürger*innen die Möglichkeit, gute, gebrauchte Kleidung, Schuhe und Accessoires sehr günstig zu erwerben. Für Menschen in akuten Notlagen steht das Warenangebot auch zur (Wieder-)Beschaffung einer Erstausstattung zur Verfügung. Trotz der mehrmonatigen, coronabedingten Schließung wurden im vergangenen Jahr sogar etwas mehr Kund*innen (4.909) als in den Vorjahren verzeichnet. Die 43 Mitarbeiter*innen leisteten 2.939 Stunden ehrenamtlichen Dienst in den beiden „Rotkreuz-Shops“.

BRK-Assistenzring gegen Corona-Folgen geschaffen

Um den Auswirkungen der Corona-Krise auf Menschen mit Beeinträchtigungen in der Region entgegenzuwirken, wurde vom BRK-Kreisverband Traunstein ein Assistenzring geschaffen, indem die Kompetenzen aus den verschiedenen Rotkreuz-Diensten gebündelt werden. So wurden beispielsweise in den Handlungsfeldern Wohnen und Grundversorgung, Unterstützung und Beratung sowie Erfassung lokaler Hilfen über 860 soziale und psychosoziale Gespräche geführt, um passende Hilfeleistungen zu realisieren. Stark nachgefragt waren unter anderem persönliche Assistenz und Begleitung (insbesondere bei krankheitsbedingten Ausfällen von Bezugspersonen oder vorübergehenden Schließungen von anderen Unterstützungsdiensten) sowie die Schulung im Umgang mit digitalen Hilfsmitteln (z.B. Online-Sprechstunden).

Erstmals seit 48 Jahren keine „Chiemseeschifffahrt“

Die Corona-Krise durchkreuzte auch mehrere Pläne und Projekte im Bereich der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. So musste die traditionelle „Chiemseeschifffahrt“ mit über 200 beeinträchtigten Menschen erstmals nach 48 Jahren ausfallen. Und auch der Besuchshundedienst, die regelmäßigen Seniorentreffs, der Faschingsball und die Weihnachtsfeiern für beeinträchtigte Menschen mussten ausgesetzt bzw. abgesagt werden. Im ersten Halbjahr 2020 konnte zudem die aufsuchende Beratungstätigkeit im Rahmen der Wohnberatung für Senioren und Menschen mit Bewegungseinschränkung nur vereinzelt durchgeführt werden. Insgesamt wurden 75 Personen hinsichtlich geeigneter Maßnahmen zur Anpassung des Wohnraumes beraten.

„2020 war auch für die Wohlfahrts- und Sozialarbeit des Roten Kreuzes ein Jahr mit besonderen Herausforderungen. Trotz allem ist es uns gelungen, alle Beratungsangebote zumindest eingeschränkt offen und für die Ratsuchenden kostenfrei sowie unsere Dienstleistungen kostengünstig zu halten. Die hohe Nachfrage zeigt, dass unsere sozialen Dienste von der Bevölkerung wertgeschätzt werden. Mein Dank gilt allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die mit ihrem großen Engagement dazu beitragen, hilfsbedürftigen Menschen in der Region wirksame Unterstützung bieten zu können“, bilanziert Bernhard Lerner, Leiter der sozialen Dienste beim BRK-Kreisverband Traunstein.

Pressemeldung des BRK KV Traunstein

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