Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern meistern Corona-Krise und Regelbetrieb

Sieben Millionen Euro Verlust während Corona-Lockdown - aber in jedem Fall: Sicherheit für die Patienten

Traunstein - Die Kliniken Südostbayern haben während dem ersten Corona-Lockdown trotz aller Probleme unfassbare Arbeit geleistet. Nun befindet sich Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der KSOB, im Gespräch.

Die Meldung im Wortlaut:


Die einen vergessen über Sonne und Sommer das Virus fast, andere trauen sich aus Furcht vor einer Ansteckung mit Covid-19 nicht zu Gesundheitsuntersuchungen und Behandlungen.
Jeder, der in irgendeiner Form medizinische Hilfe braucht, sollte und kann aufgrund der geltenden umfassenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen ruhigen Gewissens einen Arzt oder eine unserer Kliniken aufsuchen“, appelliert Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG (KSOB), an den vorsichtigeren Teil der Menschen, ihre akuten oder auch anhaltenden Beschwerden unbedingt abklären zu lassen.

Die mit der Corona-Pandemie zusammenhängende Zurückhaltung der Patientinnen und Patienten bei ihrer gesundheitlichen Versorgung spüren Praxen und Krankenhäuser deutschlandweit. Sie ist menschlich ebenso verständlich wie auf der anderen Seite der Wunsch nach Reisen und Nähe.


Längst nicht jede Erkrankung aber verträgt einen Aufschub ihrer Behandlung. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie selbstverständlich immer.
„Wir waren während der vollständigen Zeit des Lockdowns in der Notfallversorgung umfassend aktiv und betriebsfähig“, betont Dr. Uwe Gretscher. „Lediglich die planbaren und verschiebbaren ambulanten und stationären Eingriffe wurden verschoben oder vorübergehend abgesagt.“

Dr. Uwe Gretscher.

Unmittelbar nach Abebben der akuten Phase Ende April und mit den ersten Lockerungen sei umgehend begonnen worden, das Angebot - immer unter Beachtung der notwendigen Bettenreserven für Covid-19-Patienten – unter Berücksichtigung der entsprechenden Hygienekonzepte zunächst für den stationären und sodann auch für den ambulanten Betrieb wieder hochzufahren.

Diese Rückkehr in eine der Pandemie-Situation angepasste neue Form des Regelbetriebs erfolgte wegen des großen Aufwands für Schutz und Sicherheit der Patienten schrittweise.
Beim Aufarbeiten aufgeschobener Eingriffe war die Dringlichkeit das Maß, onkologische oder kardiologische Eingriffe hatten oberste Priorität.

Um sie zu schützen, „kamen zuletzt die Angebote für unsere älteren und besonders sensiblen Mitbürger dazu“, erklärt Dr. Gretscher. „Nach wie vor sind nicht alle Angebote und Einrichtungen voll in Betrieb, so startet die Kreisklinik Ruhpolding die Versorgung wieder in den Wochen nach Ende der Schulferien.“

Ein Dreiklang aus Test-, Isolations- und Schutzmaßnahmen bedeutet für die Patienten maximale Sicherheit, erfordert für die Kliniken Südostbayern aber nicht unerheblichen personellen und räumlichen Aufwand.
Alle Patienten werden bei geplanten Aufnahmen vorab getestet oder bei ihrer akuten Aufnahme mittels eines Abstrichs auf Covid-19 getestet und bis zum Vorliegen des Ergebnisses in einem Einbettzimmer untergebracht.

Bestätigte und hochgradige Verdachtsfälle versorgen wir in besonderen, abgetrennten Isolationsbereichen, so vermeiden wir eine Durchmischung von Patienten“, betont der Vorstandsvorsitzende.

Auch wenn die Kliniken Südostbayern ausgeklügelte Hygienekonzepte entwickelt haben, im Krankenhaus sollte jeder Patient und Besucher berücksichtigen, dass „die klassischen Hygieneregeln, Abstand halten und Mundschutz tragen weiterhin die Gebote der Stunde sind“, so Dr. Gretscher.

Für aller Voraussicht nach nicht ausbleibende weitere kleinere oder größere Pandemiewellen sieht er den Klinikverbund bestens gerüstet. „Wir haben viele Prozesse und Bereiche unserer klinischen Versorgung angepasst, strukturell haben wir eher kein Problem.“

Sorgen macht sich der Chef von rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hingegen um die Belastung des Personals. Hinter ihm liegt mit der Hoch-Zeit der ersten Pandemiewelle eine extrem anstrengende Zeit.
„Irgendwann brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Regelbetrieb und Ruhe“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Zugleich gehe er aber fest davon aus, dass auch erneute Fallzahlen gestemmt würden. Seine Hoffnung ist ein geordneterer und damit für die Mitarbeiter als regelhafter empfundenerer Ablauf einer zweiten Infektionswelle. Und trotz weltweit noch immer nicht unbegrenzt zur Verfügung stehender Schutzmaterialien sind die Kliniken Südostbayern- Lager mit entsprechenden Vorräten für mehrere Wochen gefüllt.

Deutlich höhere Ausgaben und fehlende Einnahmen haben dem Klinikverbund in drei Monaten seit dem Lockdown einen Verlust von rund sieben Millionen Euro beschert. In Teilen wird dieses unerwartete Defizit durch Ausgleichszahlungen des Staates aufgefangen.

Nun hofft Dr. Gretscher, Mediziner und auch studierter Betriebswirt, dass nicht die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land als Träger des Klinikverbundes belastet werden, sondern dass sich der Bund weiterhin in der Pflicht sieht. Für den weiteren Umgang mit der Pandemie „wünschen wir uns von der Gesellschaft grundsätzliches Verständnis und Unterstützung, und dies nicht nur kurzfristig“, so der Vorstandsvorsitzende.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen auch außerhalb der Pandemie einen hervorragenden Job“, hebt Dr. Gretscher abschließend hervor.

Pressemitteilung der Kliniken Südostbayern AG.

Rubriklistenbild: © Kliniken Südostbayern AG.

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