"Wirtschaft braucht jeden Azubi“

Weniger Lehrverträge bei IHK -Betrieben im Landkreis

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Traunstein – Der Landkreis verzeichnet einen Rückgang der Ausbildungsverträge. Wie die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern zeigen, wurden 672 Lehrverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungen neu abgeschlossen. Das bedeutet einen Rückgang von 3,3 Prozent.

In kaufmännischen Berufen wurden 390 Verträge geschlossen, bei den gewerblichen Berufen waren es 282 Verträge. Somit ist der Rückgang an neuen Azubis ist im Landkreis ausgeprägter als der oberbayernweite Durchschnitt von Minus 0,6 Prozent.

"Für unsere Betriebe ist und bleibt die Sicherung ihres Fachkräftenachwuchses sehr schwierig. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über. Allen künftigen Schulabgängern empfehle ich hingegen unsere Ausbildungsmesse IHK jobfit! a m 20. Mai. Im Kuko in Rosenheim können sie bei über 100 Unternehmen in rund 200 Ausbildungsberufe hineinschnuppern – ein große Chance für die eigene Zukunft", erklärt Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein. 

Im September 2016 über 160 Ausbildungsplätze unbesetzt

Im vergangenen Jahr wurden der Agentur für Arbeit aus dem Landkreis insgesamt 1.500 freie Lehrstellen in allen Ausbildungsbereichen gemeldet – darunter auch in Handwerk und freien Berufen. Über 160 davon sind nach Beginn des Lehrjahres im September 2016 unbesetzt geblieben,gleichzeitig konnten nur sieben Bewerber nicht versorgt werden.

"Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, erhalten aber zu wenige Bewerber", so der Traunsteiner Unternehmer weiter. 

Trend zu weiterführenden Schulen und Studium

Hauptgründe dafür seien rückläufige Schulabgängerzahlen in Mittel- und Realschulen sowie der Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium. Nikolaus Binder fordert in diesem Zusammenhang mehr bildungspolitischen Realitätssinn: "Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium."

Gestiegen ist hingegen die Anzahl aktiver IHK-Ausbildungsbetriebe. In diesem Jahr bilden im Landkreis 383 Firmen aus, das sind zehn mehr als im Vorjahr. Seit 2006 haben sich aber insgesamt über 70 Betriebe aus der dualen Ausbildung verabschiedet.

Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © picture alliance / Marcus Brandt

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