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Hegeschau der Kreisgruppe Traunstein

Abschussquote stimmt: Jäger im Landkreis Traunstein sind nach zwei Jahren voll im Soll

Bei der Hegeschau des BJV-Kreisverbands Traunstein im Strandkurhaus Waging gaben die Jägern anhand der ausgestellten Trophäen einen eindrucksvollen Beleg ihrer Tätigkeit ab.
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Hegeschau des BJV-Kreisverbands Traunstein im Strandkurhaus Waging.

Die Jäger im Landkreis Traunstein haben nach zwei Jahren das Abschusssoll beim Rehwild bereits zu fast 100 Prozent erfüllt. Wie der Jagdberater für Niederwild, Martin Obermayer, bei der Hegeschau der Kreisgruppe Traunstein im Landesjagdverband Bayern (BJV) bekannt gab, wurden 10.425 Rehe geschossen. Am Samstag (16. Oktober) trafen sich die Jäger im Strandkurhaus Waging.

Waging am See – Als Soll waren 10.500 Rehe vorgegeben. Das sich dies auch auf die Verbiss-Situation positiv auswirkt, belegte Tassilo Heller, Forstabteilungsleiter des Traunsteiner Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, anhand eindrucksvoller Zahlen.

In diesem Jahr wurden beim Niederwild außerdem 116 Fasane, 743 Hasen, 2224 Füchse, 509 Dachse, 3174 Krähen, 421 Marder, 384 Gänse und 342 Elstern geschossen. Obermayer betonte, die Jäger machten ihre Arbeit. Besonders beim Rehwildabschuss gehe es in die richtige Richtung. Vergeben wurden zwölf Gold-, 22 Silber- und 29 Bronzemedaillen.

Wo sind die alten Gamsböcke hin?

Im extremen Winter 2019/2020 habe es nicht wesentlich mehr Fallwild gegeben als in den Jahren zuvor, stellte der Jagdberater für das Hochwild, Martin Stief, fest. Beim Gamswild seien keinen höheren Verluste zu verzeichnen gewesen. Die Fütterungen würden das Gamswild extrem beunruhigen. Es brauche aber Ruhe, um Energie zu sparen. Anhand der bei der Hegeschau ausgestellten Gehörne stellte er fest, dass es keine alten Gämsen mehr gebe und bei den Gamsböcken die Situation nicht gut sei.

Bei der Bewertung der Trophäen wurden deshalb nur eine Gold- und eine Silbermedaille vergeben. Dagegen sei das Rotwild an den Fütterungen gestanden seien, weil sie diese gewohnt seien. Hier gab es zwei Gold- und eine Silbermedaille. Beim Schwarzwild sei die Probleme nicht eingetreten. Wegen der Bejagung mit Nachtzieltechnik sei nur ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Die intensive Landwirtschaft mit dem Maisanbau sorge andererseits für beste Lebensbedingungen.

Stief wendete sich gegen das Gefühl, viel Abschuss sei ein guter Jäger, wenig Abschuss ein schlechter Jäger. Egal wie viel Wild vorhanden sei, Hauptsache der Wald passe, so seine Auffassung. Man müsse Bereiche ruhen lassen, in denen nichts passiere, und in den Bereichen, in den Wildschaden entstehe, mehr jagen. Das Auerwild, das zum Hochwild gehört, sei durch die extremen Vorgänge im Bergwald, beim Beispiel das Pflanzen von Bergahorn, meist verschwunden. Zudem seien die Bodengelege durch den Dachs gefährdet. Dagegen seien die Steinadler beständig da, so Stief.

Zu den Abschusszahlen stellte Stief fest, beim Rotwild seien 2019/2020 364 von 394 Soll (93 Prozent) erlegt worden, 2020/2021 319 von 396 (81). Beim Gamswild waren es 2019/2020 349 von 382 (91) und 2021 364 von 368 (99). Beim Schwarzwild stieg die Strecke seit 2016/2017 mit 13 Stück auf 28 in 2019/2020 und 34 in 2020/2021.

Forstabteilungsleiter Heller gab anhand eines Beispiels einen Einblick, wie die revierweise Aufnahme für das neue Vegetationsgutachten vorgenommen wird. Vorrangig sei der Zustand der Vegetation und die Verbisssituation durch Schalenwild. 2021 sei ein besonders Jahr für die kommende Abschussplanung. 2021 ist der Verbiss so niedrig wie noch nie zuvor. Mit 7,2 Prozent Verbiss gab es zum Beispiel bei der Tanne und der Buche Bestwerte.

Tierseuchen und Krankheiten

Über Seuchen und Krankheiten berichtete der Leiter des Traunsteiner Veterinäramts, Dr. Jürgen Schmid. Die Afrikanische Schweinepest sei ein Stück in Richtung Bayern gewandert und an Sachsen angekommen. Schmid appellierte, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Die Trichinenuntersuchung von Schwarzwild sei weiterhin Pflicht. Man brauche Blutproben vom Schwarzwild für ein Monitoring. Es habe einzelne Fälle von Vogelgrippe gegeben, jedoch in im Landkreis Traunstein. Bei der Tuberkulose laufe das Programm für das Rotwild weiter. Die Tollwutschutzimpfung für Hunde sei weiterhin erforderlich. Durch die illegale Einfuhr von Hunden aus Osteuropa und der Türkei sei die Situation in Deutschland teilweise außer Rand und Band. Bei der Hasenpest sei das Geschehen zur Ruhe gekommen.

Beim Naturschutz ihrer Zeit voraus

Voll des Lobes war der stellvertretende Landrat Andreas Danzer. Seit Jahrzehnten praktizierten sie Naturschutz bereits zu einer Zeit, als viele diesen Begriff noch gar nicht in seiner Bedeutung wahrnehmen wollten. Durch ihren Fleiß und ihre Arbeit hegten und pflegten die Jäger unsere Heimat mit deren Tierarten, Wäldern, Bergen, Flüssen und Seen. Sie stünden für einen nachhaltigen, waid- und tierschutzgerechten Umgang mit unserem heimischen Wild. Es gelte, ein vielfältiges Naturerbe als Teil des Reichtums unserer Region zu bewahren.

Nach den Worten Danzers brauche es ein großes Gemeinschaftswerk aller vernünftigen Kräfte im Naturschutz, um eine intakte Lebensgemeinschaft in der Natur an kommende Generationen weitergeben zu können. Der Ruf nach Naturschutz werde in der Gesellschaft immer größer. Doch nicht immer seien die Informationen über Aufgaben, Rechte und Pflichten von Jägern in der Bevölkerung vorhanden. Danzer wünschte deshalb, dass ihr Dienst stärker von der Bevölkerung gewürdigt werde, damit die zum Teil althergebrachten Vorurteile abgebaut würden.

Folgen, Fangen und Erlegen - plus intensives Kümmern

Wagings Bürgermeister Matthias Baderhuber definierte die Jagd als Folgen, Fangen und Erlegen. Jagd erfordere eine gute Vorausplanung. Hege bedeute, sich intensiv um jemand kümmern. Für die Jägern bedeute dies, einen artenreichen und gesunden Wildbestand und dessen Lebensgrundlagen zu sichern. Im Spannungsfeld von Wald und Wild sei die Jagd nicht immer unumstritten. Die Jagd schaffe jedoch die Grundlage einer natürlichen Waldverjüngung. Sie sei auch eine sinnvolle Nutzung von Ressourcen eines artenreichen Wildbestands. Andererseits sei die intensive Nutzung der Natur durch den Menschen für viele Wildtierarten eine enorme Belastung.

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