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„Die Grenzen unserer Möglichkeiten sind überschritten“

Zu viele Fälle: Heimische Gesundheitsämter kapitulieren vor genauer Kontaktnachverfolgung

Eine Soldatin bei der Kontaktnachverfolgung im Landratsamt Rosenheim.
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Eine Soldatin bei der Kontaktnachverfolgung im Landratsamt Rosenheim. Bundeswehr und/oder Polizei helfen in allen Gesundheitsämtern der Region mit - trotzdem hat man in den Behörden in Rosenheim, Traunstein, Altötting, Mühldorf und dem Berchtesgadener Land inzwischen großteils das Handtuch geworfen.

Zu wem hatten Corona-Infizierte Kontakt, wer muss in Quarantäne? Die heimischen Gesundheitsämter haben bei der Kontaktnachverfolgung den Überblick verloren, wie unsere Recherche ergab. Man konzentriert sich nur noch auf spezielle Fälle - trotz der Hilfe durch Bundeswehr oder Polizei.

Landkreise - Egal ob in Bad Reichenhall, Mühldorf, Rosenheim oder Altötting - es ist überall das selbe Bild: Bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten kommen die Gesundheitsämter nicht mehr hinterher. Das genaue „Contact-Tracing“ wie früher in der Pandemie hat man großteils aufgegeben. Wie unsere Anfragen ergaben, ermitteln die Behörden nur noch Kontaktpersonen im familiären Umfeld oder Personal bzw. Betreute in Einrichtungen wie Pflegeheimen, Schulen oder Kliniken.

„Grenzen der Möglichkeiten“ bei Kontaktnachverfolgung „überschritten“

„Das bisher seit Beginn der Pandemie praktizierte Einzelfallmanagement von Indexfällen und Kontaktpersonen hat definitiv die Grenzen seiner Möglichkeiten überschritten“, heißt es dazu beispielsweise vom Rosenheimer Gesundheitsamtsleiter Wolfgang Hierl. Infizierte sollen ihre weiteren Kontaktpersonen möglichst selbst informieren. Einzig aus dem Gesundheitsamt Traunstein heißt es, dass man weiterhin „nach Kräften bestrebt“ sei, die Kontaktnachverfolgung noch aufrecht zu erhalten. Sollten die Fallzahlen aber weiter steigen, werde man ebenfalls priorisieren müssen. Die Infektionszahlen im Kreis Traunstein lagen zuletzt etwas unterhalb jener seiner Nachbarlandkreise. Weitgehend eingestellt hat man das „Contact-Tracing“ auch bei den Nachbarn in Salzburg.

Auch die persönlichen Kontaktaufnahme mit Corona-Fällen hat man inzwischen wegen der hohen Infektionszahlen vielerorts eingestellt. Man setzt vermehrt auf Automatisierung. „PCR-positiv-getestete Personen werden ab sofort elektronisch benachrichtigt und erfahren so das weitere Vorgehen“, erklärt Cornelia Erat, die im Gesundheitsamt Mühldorf für die Kontaktermittlung zuständig ist. Auch in Traunstein funktioniert der erste Kontakt mit betroffenen Bürgern über SMS oder E-Mail, in Rosenheim werden Serienbriefe verschickt, um über die Pflicht zur Quarantäne aufzuklären.

Eine „Überwachung“ mit stichprobenartigen Telefonanrufen bei Infizierten oder Kontaktpersonen, ob sich an die Quarantäne gehalten wird, wie das zu Beginn der Pandemie oft der Fall war, hat ebenfalls längst ausgedient. „Das findet nicht mehr statt. Die meisten Personen nehmen die Möglichkeit wahr, sich selbsttätig einmal täglich über einen Eintrag in ein elektronisches Symptomtagebuch beim Gesundheitsamt zu melden“, so Franz Schuhbeck, Abteilungsleiter im Altöttinger Gesundheitsamt. Und aus dem Gesundheitsamt des Berchtesgadener Landes heißt es, dass nur noch „bei Verdacht eines Quarantänebruchs Kontrollen durchgeführt“ werden.

Dass alle fünf Behörden dabei seit Herbst externe Hilfe bekommen, ändert an diesen Tatsachen nichts. In Traunstein, Rosenheim, Mühldorf und Altötting helfen jeweils zehn bis 20 Bundeswehr-Soldaten bei der Kontaktnachverfolgung, im Berchtesgadener Land und ebenfalls in Rosenheim bekommt man zusätzlich Unterstützung von der Polizei. In Altötting und Rosenheim helfen darüber hinaus Mitarbeiter der Regierung von Oberbayern. Die Kontaktermittlung bindet in den Landratsämtern große Ressourcen: In Bad Reichenhall sind es 30 Mitarbeiter, in Mühldorf 60, in Traunstein 70, in Altötting 80 und in Rosenheim etwa 100.

xe

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