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...und welche Gebiete praktisch ausgeschlossen sind

Zwölf konkrete Standorte: Wo im Kreis Traunstein Windräder gebaut werden könnten

In großen Schritten geht der Landkreis Traunstein das Thema Windenergie an: Eine Untersuchung zeigt jetzt zwölf konkrete Standorte für Windräder - und es wird auch klar, welch enorme Kosten damit verbunden wären. *Mit interaktiver Karte*

Landkreis Traunstein - Den Landkreis durchzieht eine unsichtbare Grenze: sie verläuft etwa entlang der Autobahn - südlich davon gibt es praktisch kein Potenzial für Windkraft, je weiter nördlich man geht, umso ertragreicher und wahrscheinlicher werden Windräder. Im Kreisausschuss wurde am Mittwoch (26. Oktober) die große Studie für Windkraftpotenziale im Landkreis Traunstein vorgestellt: Konkret gibt es laut der Studie des TÜV zwölf Standorte mit Potenzial, allesamt nördlich von Traunstein (siehe interaktive Karte unten).

Neue Windräder im Landkreis Traunstein: Zwölf mögliche Standorte

„Wir wollen die Standorte für Windkraftanlagen jetzt weiter erkunden und gegebenenfalls die Planungen mit den Kommunen vorantreiben“, so Landrat Siegfried Walch (CSU). Beim Ausbau erneuerbarer Energien will man die Windkraft „als erstes bearbeiten“, so Walch. Am effektivsten wäre laut der Studie ein Windrad bei Lampertsham, nördlich von Schnaitsee. 13.600 Megawattstunden jährlich könnte es produzieren. Zum Vergleich: Die fünf bisherigen Windräder im Landkreis bei Palling und Schnaitsee liefern zusammen rund 6000 Megawattstunden jährlich.

Konkret befinden sich die Vorranggebiete für Windkraft in den Gemeindebereichen von Engelsberg, Schnaitsee, Kienberg, Obing, Seeon-Seebruck, Trostberg, Palling, Traunreut, Nußdorf, Traunstein, Palling, Taching, Waging und Tittmoning. Die genauen Standorte sind in unserer interaktiven Karte eingezeichnet. Die Windgeschwindigkeiten liegen dort bei fünf Metern pro Sekunde oder höher. „Die Studie soll nicht irgendwo in einer Schublade liegen“, versprach der Landrat. Man wolle schnell an die Umsetzung gehen und auch als Landkreis selbst Anlagen errichten. Auch Investoren kämen natürlich infrage.

Die Windpotenzialkarte für den Landkreis Traunstein. Die (dunkel-)blauen Bereiche sind am besten für Windkraft geeignet, die gelben und roten am wenigsten. Weitere Kriterien wie Umwelt- oder Lärmschutz sind dabei noch nicht eingeflossen.

Wo konkret im Landkreis dann Windräder gebaut werden, hängt aber auch von weiteren Faktoren ab: Netzanschlüsse, Baurecht, Immissionsschutz, Naturschutz oder Grundstücksverfügbarkeit. Deshalb suche man derzeit auch parallel nach Flächen für neue Umspannwerke. „Wir werden für jeden Standort die Machbarkeit prüfen“, so Birgit Seeholzer von der Chiemgau GmbH. Die Untersuchung kostet pro Standort 100.000 Euro. „Und wir werden nichts gegen den Willen der Gemeinden oder der Bürger vor Ort realisieren“, so Siegfried Walch.

Kosten pro Windrad: Acht bis neun Millionen Euro

Birgit Seeholzer konnte auch die Kosten schätzen: Acht bis neun Millionen Euro koste allein ein Windrad. „Das wirkt tatsächlich abschreckend“, befand auch Burgi Mörtl-Körner (Grüne). „Das ist nicht abschreckend, das ist die Realität“, entgegnete Walch. Deshalb werde man sehr sauber die Rentabilität prüfen, „damit es vor Ort auch akzeptiert wird“. Geht es schnell, dauert es rund drei Jahre, bis die ersten, neuen Windräder im Landkreis stehen. Die Genehmigungsverfahren nehmen davon allein etwa zwei Jahre in Anspruch.

„Drei Jahre sind sportlich, wir müssen mit vielen Widerständen und Klagen rechnen“, so Karl Schleid (CSU). Das habe er als Trostbergs Bürgermeister schon selbst gemerkt. Ein mögliches Windkraftprojekt Trostbergs zusammen mit Palling und Traunreut scheiterte erst im vorigen Jahr. „Und der Widerstand kam von Leuten, wo man eigentlich dachte, sie würden ‚Hurra‘ dabei schreien“, spielte Schleid auf die Gegnerschaft von Umweltverbänden an.

Einstimmiger Grundsatzbeschluss für Windkraft im Kreis Traunstein

Ein politischer Wink kam aber auch von Johann Schild (SPD): „Durch die 10H-Regelung der bayerischen Staatsregierung sind wir in den letzten Jahren beim Thema Windkraft leider in den Rückstand geraten.“ Doch nun stehen die Zeichen anders: Bayern wird die 10H-Regelung modifizieren und die Berliner Regierung hat die Bundesländer bereits dazu verpflichtet, Vorrangflächen für Windkraft auszuweisen. In Bayern müssen es bis 2032 1,8 Prozent der Landesfläche sein. Der Landkreis Traunstein hat seinen ersten Schritt jetzt gemacht, der Kreisausschuss stimmte am Mittwoch einstimmig für die weitere Untersuchung „seiner“ Windkraft-Vorranggebiete.

xe

Rubriklistenbild: © Boris Roessler

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