ÖPNV-Konzept: noch nichts Konkretes

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Traunstein - Das Büro „Nahverkehrsberatung Südwest“ aus Heidelberg hat heute dem Kreisausschuss Traunstein einen ersten Entwurf für ein ÖPNV-Gesamtkonzept vorgestellt.

Das Büro hatte sich dabei an konkrete Vorgaben des Kreistages zu halten:

  • Ein optimal abgestimmtes Buskonzept auf den Bahnfahrplan für die Relation Traunstein – Traunreut
  • Alternative Bedienungsformen für die Anbindung der Bahnstationen Tittmoning / Wiesmühl nach Tittmoning und Fridolfing / Götzing nach Fridolfing
  • Möglichkeiten zum Eingriff in Konzessionen / Ausschreibung
  • Notwendige Ergänzungen im Busangebot
  • Welche alternativen Bedienungsformen sind in der Fläche sinnvoll und wo?
  • Möglichkeiten zur Poolung von Finanzmitteln der Schülerbeförderung sowie den ÖPNV-Aufwendungen des Landkreises
  • Bedienungsstandards Montag bis Freitag sowie Samstag, Sonn- und Feiertage?
  • Linienbündel
  • Elektromobilität
  • Möglichkeiten zur Einführung eines Wabentarifs / Tarifverbund

Landrat Hermann Steinmaßl betonte: "Wir werden im Rahmen der Umsetzung unseres neuen ÖPNV-Gesamtkonzeptes zwischen Traunreut / Altenmarkt / Trostberg / Engelsberg aber auch im Nordwesten und Nordosten und wo sich sonst noch Lücken zeigen, soweit finanziell tragfähig, nachsteuern. Dies bedeutet aber auch, dass die bisherige Praxis, der Bezuschussung der Ortsverkehre im Landkreis Traunstein im Rahmen der kommunalen Bezuschussung von Nahverkehrsleistungen, ab 2014 vollständig eingestellt wird."

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"Auch für die Umsetzung der Stufe II, ab Inbetriebnahme des Haltepunktes Traunstein Nord – voraussichtlich ab Dezember 2015 -, muss das ÖPNV-Gesamtkonzept Aussagen treffen. Die weitere Einschränkungen ab Traunreut, Richtung Norden (Altenmarkt / Trostberg / Tacherting / Engelsberg), müssen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Landkreises, zeitgleich kompensiert werden."

Die Ziele des Landkreis Traunstein sind ebenfalls klar formuliert: Das bestmögliche Dienstleistungsangebot für den Fahrgast, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten, und die Ausgewogenheit der Systeme, stehen für den Landkreis Traunstein im Vordergrund. Keinesfalls sollte man hier als Vergleich einen Ballungsraum heranziehen. Der ländliche Raum, zu dem der Landkreis Traunstein zählt, kann nur im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten tätig werden.

Bisher scheint sich das Konzept mehr um eine Bestandsaufnahme zu handeln, das kritisierte zumindest ein Mitglied des Kreisausschusses. Er vermisse die Perspektiven und Lösungen für die Zukunft. Mehrfach klang an, der Landkreis müsse zahlen und habe „nichts zu sagen“. Das liege vor allem an den zähen Verhandlungen mit manchen ÖPNV-Vertragspartnern, gab Steinmaßl zu. Auf alle Fälle müssten die Interessen von Pendlern und älteren Menschen mehr berücksichtigt werden, besagt die Studie und der Kreisausschuss.

Genauer soll die Studie am 11. November im Kreistag vorgestellt werden. Bis dahin können noch Anregungen aus Reihen der Ausschüsse eingebracht werden. Das fertige Konzept soll im Februar 2014 zur Beschlussfassung vorliegen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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