Landrat würdigt Verdienste ums Ehrenamt

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Siegfried und Christel Küpper aus Trostberg, Franz Hausmann aus Chieming, Anna Bayerl, Helga Kain und Margarethe Rieder aus Trostberg sowie Mathias Marx aus Seeon (von links). 3. von rechtsLandrat Hermann Steinmaßl,

Traunstein - Insgesammt sieben Frauen und Männer bekamen das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten verliehen. Grund dafür ist ihr Engagement im Ehrenamt.

Sieben Frauen und Männern aus dem Landkreis Traunstein händigte Landrat Hermann Steinmaßl am Montagabend das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt aus. Die Nadel mit dem weißen Malteserkreuz und dem Rautenwappen erhielten diesmal Siegfried und Christel Küpper aus Trostberg, Franz Hausmann aus Chieming, Anna Bayerl, Helga Kain und Margarethe Rieder aus Trostberg sowie Mathias Marx aus Seeon. Die neuen Trägerinnen und Träger des Ehrenzeichens engagieren auf den unterschiedlichsten Gebieten weit über das normale Maß hinaus.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihre vielfältigen Aufgaben mit großer Selbstverständlichkeit wahrnehmen, ohne in der Öffentlichkeit viel Aufhebens darum zu machen. „Herz und Verstand sind die Grundvoraussetzungen für freiwilliges Engagement, ohne das unsere Gesellschaft arm aussehen würde“, so der Landrat. Im Landkreis Traunstein mit seinen 170.500 Einwohnern übten rund 50.000 Männer und Frauen vom Jugend- bis zum Seniorenalter ein Ehrenamt aus. Steinmaßl: „Auf diese Menschen können wir stolz sein.“ Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde im Landratsamt von dem bemerkenswerten Traunsteiner Harfentalent Katharina Bochter.

Die Verdienste der Empfängerinnen und Empfänger im Einzelnen

Anna Bayerl, Trostberg – vorgeschlagen von Marlene Seeholzer

Frau Bayerl ist seit vielen Jahren beim Kath. Deutschen Frauenbund Trostberg (KDFB) sehr engagiert. Seit 1986 bringt sie sich bei den regelmäßigen „Gebrauchtkleidermärkten“ ein und arbeitet seit 1988 bei den Handarbeitsnachmittagen für Bazare mit. Von 1989 bis 1996 war Frau Bayerl monatlich für die Seniorenbetreuung im Pfarrzentrum eingeteilt und sorgte für die Bewirtung und Unterhaltung. Ihr Steckenpferd war das Sozialprojekt „Zweithandladen“ des Katholischen Frauenbundes, das 1983 von der damaligen Sozialreferentin Marlene Seeholzer und dem Sozialamt neben dem Pfarrzentrum eingerichtet wurde. Ziel des Projektes war, Frauen in schwieriger Lage durch Mitarbeit und günstigen Einkauf für Baby- und Kinderbekleidung eine Perspektive geben. Frau Bayerl stellt sich nach ihrer Pensionierung ehrenamtlich für das Sozialprojekt zur Verfügung und legte all ihr Herzblut hinein.

Durch ihren großen persönlichen Einsatz wurde sie schnell zur Seele dieser Einrichtung und trug zum Erfolg des Projektes bei. Zehn Jahre lang (1988 bis 2008 Schließung des Ladens), stand sie jeden Dienstag während der Öffnungszeiten im Verkaufsraum des Zweitladens. Zusammen mit ihrem Ehemann gestaltete sie die Räumlichkeiten sehr liebevoll zu einem entsprechend ausgestatteten Verkaufsraum um. Frau Bayerl zeigte für alle jungen Familien, sowohl für die Kunden als auch für die Verkäuferinnen sehr viel Verständnis; manchmal nahm sie ein Kleidungsstück mit nach Hause, um es nachzubessern oder zu ändern. Ab 1996 übernahm sie die Leitung und war für das Sozialprojekt voll verantwortlich. Den gesamten Verkaufserlös (ca. 9.000 Euro) aus dem Projekt spendeten Frau Bayerl und ihre Mitarbeiterinnen für soziale Zwecke, in erster Linie aber für den Pfarrkindergarten wie auch für den Alleinerziehendentreff.

Franz Hausmann, Chieming – vorgeschlagen von Hans Schupfner

Herr Hausmann hat sich hervorragende Verdienste aufgrund seiner zahlreichen Ämter in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Ising wie auch bei den Vereinen Jagdgenossenschaft Ising, Schützengesellschaft Ising, Burschenverein Ising und im Schützengau Traunstein erworben. Dem Pfarrgemeinderat der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Ising gehörte er von 1974 bis 1982 an, von 1974 bis 1978 war er Schriftführer und drei Jahre lang auch Betreuer der Ministranten. Seit 2001 ist er Kirchenpfleger der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt Ising. Er organisiert und übernimmt Kirchenführungen für Gruppen wie auch aushilfsweise den Mesnerdienst. Bei der Schützengesellschaft Ising ist er seit 1970 Mitglied. Der Vorstandschaft gehört er seit 1973 bis heute an, u.a. als 1. und 2. Kassier wie auch als 2. Schützenmeister und seit 2009 als 1. Schützenmeister.

Hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Jugendsportleiter von 1977 bis 2006: hier oblag ihm die Leitung und Weiterentwicklung der Jugendschützen. Er war Aufsichtsperson für die Jugendlichen bei Trainings und Wettkämpfen und jahrelanges Vorbild für die jugendlichen Schützen. Anvertraut waren ihm auch die Jungschützen im Schützengau Traunstein, wo er seit 1979 aktiv ist und in vielen Ämtern ehrenamtlich tätig war. Seine Tätigkeit als Jugendleiter erfüllte er mit großer Umsicht und Sorgfalt und trug zur Weiterentwicklung der Jugend, der Organisation gauübergreifender Wettkämpfe, Meisterschaften und bei der Begleitung der Jugendlichen vor Ort erheblich bei. In dieser Zeit konnte der Schützengau Traunstein zahlreiche sportliche Erfolge der von Herrn Hausmann betreuten Jugendlichen erringen.

Auch als 2. bzw. 3. Gauschützenmeister war Herr Hausmann eine wertvolle Stütze der Vorstandschaft. In diesem Amt traf er Entscheidungen mit und sprang als Vertreter der Gauschützenmeister bei deren Verhinderung im Amt ein. Heute ist er beratendes Mitglied im Sportausschuss. Beim Burschenverein Ising ist Herr Hausmann seit 1974 Mitglied und steht diesem stets tatkräftig zur Seite. So sponserte er in der Gemeinde den Fundamentbeton für den Maibaum. Seine eigenen Lagerhallen stellte er dem Verein als Lagerplatz für den Maibaum zur Verfügung. Bei der Jagdgenossenschaft Ising ist Herr Hausmann seit 1984 als Schriftführer im Vorstand vertreten.

Helga Kain, Trostberg – vorgeschlagen von Marlene Seeholzer

Helga Kain ist in der der Pfarrei St. Andreas durch ihre Mitgliedschaft in mehreren Vereinen und als Seniorenbeauftragte im Pfarrgemeinderat als Organisationstalent bei vielen Veranstaltungen sehr gefragt. Ihre ehrenamtliche Einsatzbereitschaft ist ungewöhnlich groß und vielfältig. Ob das bei der Gestaltung und Durchführung des Ferienprogramms oder verschiedener Märkte ist, immer geht es ihr um das Miteinander in der Pfarrei und die Erlöse werden meist für soziale Einrichtungen in St. Andreas verwendet. Besonderen Einsatz leistete und leistet sie immer noch für den Katholischen Deutschen Frauenbund Zweigverein Trostberg mit seinen 350 Mitgliedern.

Beim Katholischen Deutschen Frauenbund, Bezirk Trostberg ist sie seit 1986 Bezirksleiterin. Beim KDFB Zweigverein Trostberg war Frau Kain von 1993 bis 2006 (13 Jahre) die stellvertretende Vorsitzende. Von 2006 bis 2009 übernahm sie das Amt der kommissarischen 1. Vorsitzenden des KDFB, da die letzte gewählte Vorsitzende bereits nach einem Jahr das Amt niedergelegt hatte und trotz aller Bemühungen keine Neubesetzung gelang. Im Oktober 2009 wurde sie zur 1.Vorsitzende gewählt und u.a. dafür verantwortlich, die monatlichen Zusammenkünfte einzuberufen, zu leiten sowie mit das KDFB-Programm zu erstellen. Auch ist sie haupt- bzw. mitverantwortlich für den Kommunionkleidermarkt, den Weihnachtsbasar und alle Gebrauchtkleidermärkte. Für deren Organisation und Mithilfe wendet sie sehr viel Zeit auf.

Seit 1990 ist Frau Kain im Pfarrgemeinderat St. Andreas, nimmt an den monatlich stattfindenden Sitzungen sowie zusätzlich an Zusammenkünften zur Vorbereitung von Festen, für die Helfer, Kuchen oder Blumen zu organisieren sind, teil. Sie vertritt im Pfarrgemeinderat die Interessen der Senioren, Feste und Feiern (u.a. Jubiläen, Primiz, Pfarrfest). Frau Kain ist auch mitverantwortlich für das Ferienprogramm, das einmal im Jahr herausgegeben wird und dessen Vorbereitung ca. ein halbes Jahr dauert. Bei mindestens vier Fahrten ist sie die verantwortliche Begleitung. Zudem ist sie seit 1995 Lektorin und Kommunionhelferin (14tägige Bereitschaft). Bei Kolping Trostberg St. Andreas war Frau Kain von 1990 bis 2005 im Vorstand und in dieser Zeit mit zuständig u.a. für die Erstellung des Programms.

Christel und Siegfried Küpper, Trostberg – vorgeschlagen vom Blauen Kreuz München

Christel Küpper

Frau Küpper war vom 04.12.1999 bis 01.07.2008 beim VdK Ortsverband Heiligkreuz Schriftführerin und unterstütze dabei ihren Mann, der den Vorsitz des Ortsverbandes innehatte. Seit 22.02.1991 ist Frau Küpper Mitglied des Ortsvereins München des Blauen Kreuzes in Deutschland e.V. Seit November 1987 leitete sie zusammen mit ihrem Ehemann Siegfried bis zum Jahr 2000 ehrenamtlich die Selbsthilfegruppe in Traunreut. Nach ihrem Umzug nach Trostberg hat Frau Küpper, zusammen mit ihrem Mann eine Selbsthilfegruppe in Trostberg gegründet. Als örtliche Ansprechpartnerin organisiert Frau Küpper die Gruppentreffen, die früher wöchentlich stattfanden und jetzt nur noch nach Bedarf stattfinden, sowie die Einzelberatungen der hilfebedürftigen Personen.

Siegfried Küpper

Herr Küpper war vom 04.12.1999 bis 31.07.2008 beim VdK Ortsverband Heiligkreuz 1. Vorsitzender und leitete die Geschäfte des Ortsverbandes. Während seiner Amtszeit stieg der Mitgliederstand von anfangs 38 auf zuletzt 54 Mitglieder. Im Jahr 2008 wurde der Ortsverband Heiligkreuz in den Ortsverband Trostberg integriert. Herr Küpper ist seit 04.03.1990 Mitglied des Ortsvereins München des Blauen Kreuzes in Deutschland e.V. Seit November 1987 leitete er zusammen mit seiner Ehefrau Christel bis zum Jahr 2000 ehrenamtlich die Selbsthilfegruppe in Traunreut.

Nach ihrem Umzug nach Trostberg hat Herr Küpper, zusammen mit seiner Frau eine Selbsthilfegruppe in Trostberg gegründet. Als örtlicher Ansprechpartner organisiert Herr Küpper die Gruppentreffen, die früher wöchentlich stattfanden und jetzt nur noch nach Bedarf stattfinden, sowie die Einzelberatungen der hilfebedürftigen Personen. Aufgrund der räumlichen Entfernung zur Beratungsstelle des Blauen Kreuzes in München sind Herr und Frau Küpper gezwungen, die Sozialpläne, die für eine Unterbringung in einer Fachklinik notwendig sind, selbst auszuarbeiten und zu erstellen. Diese Sozialpläne sind sehr zeitaufwändig und werden von den Kostenträgern penibel überprüft.

Mathias Marx, Seeon – vorgeschlagen von Bürgermeister Horst Krebes (Töging)

In diesem Jahr feiert der Gehörlosenverein Traunstein sein 75-jähriges Bestehen. Mathias Marx ist jemand, der einen Teil der Vereinsgeschichte mitgeprägt hat. Von 1967 bis 1976 und seit Juli 2007 ist Herr Marx dort Mitglied. Er gehörte als Schriftführer (1971-1973), als 2. Vorstand (1973-1976) und seit März 2008 bis heute als 2. Seniorenleiter zum Vorstand. Im Amt des Seniorenleiters organisiert er regelmäßige Seniorentreffen im Gehörlosenverein Traunstein. Auch ist er bei anderen Veranstaltungen immer mit einer helfenden Hand zur Seite.

Sein Engagement ging jedoch über die Landkreisgrenze hinaus und ist größtenteils im Nachbarlandkreis beim Ortsverband für Gehörlose Mühldorf a. Inn/Altötting angesiedelt. Im Jahr 1976 arbeitete er dort als Notvorstand und wurde daraufhin aufgrund seiner guten Arbeit einstimmig als 1. Vorsitzender ohne Gegenkandidat gewählt. Dieses Amt übte er bis 2007 aus. Seitdem ist er Beisitzer und Seniorenleiter im Hörgeschädigtenverein Mühldorf a. Inn/Altötting e.V. sowie Ehrenvorsitzender. Herr Marx war immer sehr bemüht und organisierte mit seinen Mitgliedern während seiner Amtszeit als Vorsitzender jährliche Veranstaltungen. Dabei übernahm er auch die spezielle Organisation zu Jubiläen oder Kulturfahrten.

Aufgrund des Erfolges derartiger Aktionen wusste er, dass alle Gehörlosen und Schwerhörigen sich oft treffen und gemeinsam feiern wollen. Daraufhin gründete er neue Abteilungen wie z.B. die Kegelabteilung, Abteilung für Bergwandern oder für Freizeitradler, um Mitglieder zu gewinnen. Für den Verein in Mühldorf/Altötting hat Herr Marx Vieles erreicht, u.a. eine erfolgreiche Spendenaktionen zur Beschaffung von Schreibtelefonen und die Einrichtung einer Beratungsstelle für Gehörlose im Caritas-Sozialzentrum Mühldorf. Den Mitgliedern stehen heute Kopiergerät, Computer und ein Vereinsheim, das von Herrn Marx 1990 gegründet wurde, zur Verfügung. Für die Verwirklichung der Ziele mussten neue Kontakte zu vielen Menschen und Institutionen geknüpft werden, was sehr mühselig war. Im Jahr 1998 hat Herr Marx einen Förderverein für Hörgeschädigte im Landkreis Mühldorf a. Inn/Altötting ins Leben gerufen, der aber durch einstimmigen Beschluss wieder aufgelöst wurde (Jahr unbekannt).

Neben seinen Vereinstätigkeiten hat Herr Marx auch andere Ämter übernommen wie beim Bezirksverband der Gehörlosen Oberbayern als Beisitzer oder 2. Vorsitzender oder bei der Prüfungskommission für die Dolmetscher. Mit seinem Engagement hat er nicht nur auf die Probleme der Gehörlosen in der Gesellschaft aufmerksam gemacht, sondern bot den Gehörlosen selbst auch eine Hilfestellung im täglichen Leben und bei der Findung gesellschaftlicher Kontakte. Dafür erhielt er bereits Auszeichnungen wie die Ehrennadel der Stadt Mühldorf und die silberne Verdienstnadel vom Deutschen Gehörlosenverbund.

Margaretha Rieder, Trostberg – vorgeschlagen von der AWO Trostberg

Frau Rieder ist seit 1973 beim Ortsverein Trostberg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mitglied und immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Von 1991 – 2008 war Frau Rieder als aktive Helferin im AWO-Stüberl in der Zentrale des Ortsvereins Trostberg nicht mehr wegzudenken. Sie half immer, wenn sie gebraucht wurde. Frau Rieder war für die Vorbereitung von Veranstaltungen wie Seniorentreffen und Geburtstagsfeiern immer eine helfende Hand und betreute bei den Treffen die Seniorinnen und Senioren.

Seit ca. 25 Jahren ist sie zudem federführend für die jährlich stattfindende Tombola bei der Faschingsfeier des AWO Ortsvereins Trostberg verantwortlich. Seit 1993 bis heute arbeitet Frau Rieder auch in der Bastelgruppe mit, wo sich monatlich 15 Mitglieder treffen und Geschenk- und Dekorationsartikel fertigen. Darüber hinaus beteiligt sich Frau Rieder seit 1988 bis heute aktiv an den jährlichen Haussammlungen für die Arbeiterwohlfahrt. Weiters ist sie für die Mitgliedspost, d.h. das rechtzeitige Versenden von Geburtstagskarten, Einladungen und die Verteilung des Mitgliedsheftes zuständig.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

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