Lawinenverbauung kommt voran

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Über den aktuellen Stand der Lawinenverbauung am Unternberg informierte Projektleiter Harald Siegler erklärt im Steilgelände Bürgermeister Claus Pichler, Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller und Gemeinderat Hermann Weigand (von links). Unser Bild zeigt, wie beim Bau der Rechen gegen Gleitschneeabrutschungen vorgegangen wird.

Ruhpolding - Noch für den kommenden Wintersportbetrieb am Unternberg kann eine Grundsicherung vor Lawinen erreicht werden. Die Maßnahme kostet 700.000 Euro.

Dies versicherte der zuständige Projektleiter, Revierförster Harald Siegler, bei einem Ortstermin, bei dem er einen aktuellen Zwischenbericht zum Stand der im August begonnenen Sicherungsmaßnahmen ablegte.

"Die Lawinenverbauungen sind notwendig geworden, da die Stürme 'Kyrill' und 'Emma' auch auf dieser Fläche große Schäden hinterlassen haben", sagte bei der Ortsbesichtigung der Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding, Paul Höglmüller. Nun gehe es um den unmittelbaren Lawinenschutz und den sicheren Aufwuchs des Waldes.

Projektleiter Siegler erklärte, dass im ersten Bauabschnitt 85 so genannte Rechen gegen Gleitschnee in das extrem steile Gelände durch eine Spezialfirma aus Imst in Tirol eingebaut werden. Zum sicheren Halt der Rechen wurden Metallanker gesetzt, die einer Zugbelastung bis zu elf Tonnen standhalten müssen. Danach werden in einer zeitintensiven und aufwändigen Arbeitsweise die Rundhölzer aus Kastanie und Robinie zu einem Auffangrechen zusammen gebaut.

Im zweiten Bauabschnitt, der allerdings erst nach der Schneeschmelze begonnen werden könne, würden dann 228 Flugböcke mittels Hubschraubertransport in das Steilgelände eingeflogen und dort verankert werden. Diese Flugböcke seien durch die Arbeiter des Forstbetriebes Ruhpolding bereits hergestellt worden. Zur Sanierung des Schutzwaldes seien außerdem Lärchen, Buchen und Ahorn gepflanzt worden. In diesem Sanierungsgebiet müsse künftig ein Weideverzicht gelten, sowie das Befahren im Winter, zum Beispiel durch Vatiantenskifahrer verboten bleiben, hob Höglmüller hervor. Wie weiters mitgeteilt wurde sind für den ersten Bauabschnitt rund 380.000 Euro angesetzt worden. Die Gesamtschutzmaßnahme wird sich auf zirka 700.000 Euro belaufen.

In Zusammenhang mit dem Bau des Lawinenschutzes betonte der Forstbetriebsleiter noch einmal die Wichtigkeit des Wegebaues auf den Unternberg, der in einem "beispielhaften gemeinsamen Projekt durch die Gemeinde, die Almbauern und den Forst zustande gekommen ist". Dadurch würden sich jetzt erheblicher Erleichterungen bei den Baumaßnahmen ergeben. Siegler hob besonders die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Forst, Baufirma und der Unternbergbahn hervor und erwähnte dabei lobend den Bahnbetriebsleiter Wolfgang Freimoser für dessen Unterstützung.

Bürgermeister Claus Pichler sagte, dass man von Seiten der Gemeinde froh über die schnelle und problemlose Umsetzung dieser Sicherheitsmaßnahmen sei. "Damit ist für den Lawinenschutz eine Zwischenstufe erreicht und wir hoffen für die Zukunft auf eine endgültige Sicherheit, zum Wohle der Wintersportler und der Touristen." Freimoser ergänzte, dass für die Sicherheit des Skibetriebes in diesem Winter wieder auffallende Zäune und Tafeln mit Gefahrhinweisen aufgestellt werden, um ein Befahren abseits der Piste zu vermeiden.

hbw/Chiemgau-Zeitung

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