Einheiten aus Traunstein leisten in drei Einsatzwochen rund 2000 Stunden Katastrophenhilfe

Malteser ziehen Hochwasser-Bilanz

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Ein Ort zum Durchschnaufen und Kräftesammeln für die Fluthelfer – das war die Verpflegungsstelle der Traunsteiner Malteser, die in Deggendorf am Rande des überfluteten Stadtteils Fischerdorf aufgebaut war. Täglich rund 350 Helfer aller Hilfsdienste sowie Freiwillige und Betroffene wurden dort rund um die Uhr versorgt. Erst vor wenigen Tagen kehrten die Malteser aus Traunstein von ihrem Einsatz zurück.

Traunstein - Das Hochwasser in Bayern bedeutete für die Malteser Kreisgliederung Traunstein einen mehr als drei Wochen dauernden Einsatz mit rund 2000 Stunden Katastrophenhilfe.

Zunächst waren die Helferinnen und Helfer im heimischen Landkreis, besonders im Achental tätig und anschließend leisteten die Traunsteiner Malteser umfangreiche Unterstützung für die Malteser Einheiten in Deggendorf und Umgebung. Erst am vergangenen Sonntag kehrten die letzten Einheiten und Helfer aus Traunstein nach Hause zurück, nach rund 2000 Stunden ehrenamtlichen Dienstes in der Katastrophenhilfe.

Nach drei einsatzreichen Tagen am ersten Juniwochenende im heimischen Landkreis Traunstein, bei denen sich die Verpflegungs- und Betreuungseinheit der Malteser vor allem im Achental um Menschen kümmerte, die ihre Häuser wegen des Hochwasser vorübergehend verlassen oder evakuiert werden mussten, gab es nur eine kurze Verschnaufpause. Am Donnerstag, 6. Juni brachen die ersten Helferinnen und Helfer der Traunsteiner Malteser-Gliederung nach Deggendorf auf. Fischerdorf, ein Stadtteil südlich der Kreisstadt, der wegen der kompletten Überflutung traurige Bekanntheit erfahren hat, waren neben Osterhofen für zwei Wochen der Schwerpunkt der Einsätze der Malteser aus dem Chiemgau.

Die Traunsteiner Verpflegungseinheit löste in Osterhofen ein Helferkontingent ab, das fast eine Woche pausenlos durchgearbeitet hatte. Die Traunsteiner Küchentruppe versorgte in Osterhofen rund 250 Helfer von Bundeswehr, Feuerwehr und weitere Hilfsorganisationen mit drei Mahlzeiten täglich (Frühstück, Mittag- und Abendessen). Und auch wenn zwischendurch Helfer Zeit hatten und gerade eben Zeit zum Ausrasten war, blieb die Malteser-Küche nicht kalt, sondern sorgte um die vielen fleißigen Fluthelfer „wie eine Amme ihre Kinder“, so Thomas Geischeder, Gruppenleiter der Traunsteiner Verpflegungscrew. Nachdem die Aufräumungsarbeiten in Osterhofen weitestgehend abgeschlossen waren, wurde der Verpflegungsstandort dort geschlossen und die Traunsteiner Einheit komplett nach Deggendorf verlegt.

Dort waren die Malteser aus dem Chiemgau im Einsatz, bis der Katastrophenalarm am letzten Wochenende aufgehoben wurde. Für die Helfer wurden je nach Tageszeit zwischen 1.000 und 1.500 Menüs gekocht oder Frühstückportionen hergerichtet. Dafür waren drei Feldküchen im Einsatz, besetzt mit Helfern der Malteser, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Johanniter und des Arbeiter-Samariter-Bundes. Thomas Geischeder aus Rettenbach, Malteser-Küchenchef, war im Nachtdienst tätig und arbeitete an der rund um die Uhr besetzten Verpflegungsausgabe in Fischerdorf. Dort wurden pro Mahlzeit rund 350 Helfer sowie Bewohner des Stadtteils versorgt, die noch nicht in ihre überfluteten Häuser zurück konnten. „Da waren wir nicht nur Verpflegungsstelle, sondern ein „Tante-Emma-Laden“, beschreibt es Geischeder. „Außer Essen und Getränken wurde alles Mögliche nachgefragt – vom Verband über Mückenspray, Arbeitshandschuhen, Werkzeug bis hin zum Reinigungsmittel“. So gut es irgendwie ging, wurde alles Notwendige besorgt und organisiert.

25 Malteser Helfer der Schnelleinsatzgruppen (SEG) der Traunsteiner Malteser – die Verpflegungs- und Betreuungseinheit, die SEG „Information und Kommunikation“ und „Technik und Logistik“ – leisteten beinahe 2000 Stunden ehrenamtlicher Katastrophenhilfe in der heimischen Region und in den Katastrophengebieten in Niederbayern. Kurt Strohmayer, Leiter der Einsatzdienste der Gliederung Traunstein, zeigte sich tief beeindruckt vom kameradschaftlichen Miteinander aller eingesetzten Hilfsorganisationen und Helfer. Max Rauecker, Kreisbeauftragter der Malteser im Landkreis Traunstein dankte allen Arbeitgebern, die die Malteser-Helfer unkompliziert freigestellt hatten und dazu beitrugen, effektive Hilfe für die Betroffenen in den überfluteten Gebieten zu leisten.

pv

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