Knapp 300 Menschen beim Ostermarsch

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Traunstein - Eine der größten Demonstrationen in Südostbayern fand am Samstagvormittag in Traunstein statt. Nach einer Kundgebung auf dem Stadtplatz marschierten die Menschen zur Kirche St. Georg.

"Eine andere Welt ist möglich!", rief Renate Schunck, Vorsitzende der Friedensinitiative Traunstein-Traunreut-Trostberg, den knapp 300 Teilnehmern des Ostermarsches am Karsamstag in Traunstein zu.

Ostermarsch in Traunstein

Unter dem Motto "Für Frieden und soziale Gerechtigkeit ohne Atomkraft und Gentechnik" hatten sich die Teilnehmer am Stadtplatz eingefunden, um dem Straßentheater, der Musik und den Rednern zu lauschen. Anschließend setzte sich der bunte Zug mit den vielen großen, plakativen Transparenten in Richtung Kirche St. Georg und Katharina in Bewegung, wo Pfarrer Torsten Fecke und Pastoralreferentin Edith Heindl das Friedensgebet sprachen.

"Spiel mir das Lied vom Tod": Diese Melodie hörte man, wenn man sich zu Beginn der Kundgebung dem bunten Geschehen auf dem Traunsteiner Stadtplatz - eingezwängt von Cafés, Marktbuden und dem Schwertertanz-Podium - näherte. Und das passte denn auch bestens zu den Hauptthematiken des Ostermarsches: Tod durch Krieg, Tod durch Atomkraft, Wegfall der Existenzgrundlagen durch Gentechnik und Armut.

Renate Schunck rief zu einer "Welt ohne Atomkraftwerke, ohne Gentechnik, ohne Waffen, zu einer Welt der sozialen Gerechtigkeit" auf. Notwendig sei "eine Macht der Bewegung", Vernetzung und Solidarität aller engagierten Gruppen untereinander, die sich mit Nachdruck gegen einen Gegner richtete, dem alle gleichermaßen gegenüber stünden, "der Machtgier und der Geldgier". Es mache Mut, zu sehen, dass viele Leute wieder auf die Straße gingen, sich nicht zufrieden gäben mit einem "Da kann man ja eh nichts machen".

Auf den Transparenten wurden die Botschaften von Schunck und den anderen Rednern wiederholt. Da stand zu lesen: "Tschernobyl ist überall", "Traunstein sagt: NO zur Gentechnik", "Atomkraft ist ein Irrweg", "Gerechtigkeit + Friede + Bewahrung der Schöpfung", "Kernkraftwerke abschalten - sofort, alle!", "Hirn ein- und Atomkraft ausschalten. Bitte!"

"Es ist die Wut", die ihn zum Demonstrieren treibe, sagte Ulrich Kühn vom wieder belebten "Forum besorgter Bürger" - "die Wut darüber, dass uns die Politik immer noch weismachen will, dass Kernkraftwerke sicher sind". Die einzig ethische Entscheidung in Sachen Atom laute: "Abschalten!" Zumal auch die Endlagerung nicht geklärt sei. Um dieses Ziel des schnellstmöglichen Abschaltens zu erreichen, "müssen wir uns empören und weiter auf die Straße gehen".

Eine stattliche Liste von Auswüchsen und Gefahren der Gentechnik nannte Rosi Reindl von der Aktion Zivilcourage. Hans Birkner von attac Rupertiwinkel fasste die Kriege der heutigen Zeit und all die Umweltsünden mit den Worten zusammen: "Es geht hier um Mord am Menschen und an der Natur".

Manuel Schuhböck (Bunte Aktion Burghausen) geißelte die aktuelle "Heuchlerei der Atomlobby und die Pseudodebatte um die Kernkraft": "Atomkraft war schon vorher unsicher!"

Die Botschaften des Ostermarsches wurden aufgelockert durch musikalische Beiträge - etwa einer Trommlergruppe und eines Quartetts, das den Ostermarsch-Song anstimmte - und durch Straßentheater. Diesmal ging es um die "Gutti-Story", den "Aufstieg und Fall" des ehemaligen Verteidigungsministers und all seine "connections", die den Verfassern der Story mächtig aufgestoßen sind. Das Friedensgebet am Schluss nannte Pfarrer Fecke einen "integralen Bestandteil des Ostermarsches", da sich auch die Kirche für Frieden, Freiheit und die Bewahrung der Schöpfung einsetze.

"So einen Zug hatten wir lange nicht mehr, das macht Mut." So lautete die positive Bilanz von Renate Schunck am Schluss.

edh/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © amf

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