Ein 36 Meter langes Weihnachtsgeschenk

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Traunstein/Tansania - Um Krankenhaus und Grundschulen zu erreichen, waren Menschen gezwungen den teils gefährlichen Karanga-Fluss zu überqueren. Jetzt gibt es eine Brücke:

Um das Kibosho Krankenhaus und die Grundschulen auf einem der Lavarücken des Kilimanjaro zu Fuß zu erreichen, sind die Menschen von fünf Dörfern gezwungen, den Karanga Fluss zu überqueren. Was in Trockenzeiten mit Sprüngen von Stein zu Stein noch möglich ist, wird bei den alljährlichen Regenzeiten lebensgefährlich bzw. unmöglich oder hat einen Umweg von bis zu 6.5 Kilometer Fußmarsch zur Folge. Die Schüler kommen dann zu spät oder gar nicht in die Schule. Krankentransporte auf der Trage werden noch beschwerlicher. Immer wieder gebären dann Frauen auf diesem lehmigen und morastigen Umweg ohne Hilfe ihr Kind, oft verlieren dabei beide ihr Leben.

Nachdem ein Brückenbau der Nachbargemeinde Maua den Anforderungen nicht standhielt und aufgegeben wurde, erbat der Bürgermeister im Jahr 2010 die Unterstützung des Aktionskreises Ostafrika (AKO), der dort den Auf- und Ausbau des Kibosho-Hospitales vorantreibt.

So wurde unter Leitung des 2. Vorstandes Hans Siemer von AKO Mitgliedern eine 36 Meter lange Stahl-Alu-Konstruktion in Seiboldsdorf auf- und abgebaut. Ausgesondertes Material der Bundespolizei trug erheblich zur Realisierung dieses Projektes bei. Per Container wurden die Brückenteile in zwei Ladungen Ende 2010 und in einer weiteren Ladung Ende Juli 2011 auf den Weg nach Tansania gebracht.

Der Arbeitsbeginn für den Bau der Fundamente und Widerlager war für den 3. Oktober geplant und die deutschen Fachkräfte reisten pünktlich dazu auf eigene Kosten an – jedoch blieb die von der Reederei terminlich zugesicherte Anlieferung der Container und somit der notwendigen Lastenseilbahn aus.

36 Meter lange Weihnachtsgeschenk

Die Menschen vor Ort und das Projekt-Team wollten trotzdem mit dem Bau der Brücke beginnen. Unter unglaublichen Anstrengungen schafften die 46 tansanischen Männer und Frauen zusammen mit den AKO-Leuten ca. 115 Tonnen Baumaterial bei teilweise strömendem Regen auf steilem schmierigen Pfad in die 75 Meter tiefe Schlucht. Am Flussbett war das Hauptproblem eine stabile und belastbare Gründung für die Brückenpfeiler herzustellen. Instabile Hangverhältnisse machten schließlich umfangreiche Stützpfeiler erforderlich, die mit alten Mauersteinen eines 2010 abgebrochenen Gebäudes aufgemauert wurden. Im November 2011 organisierte Hans Siemer vor Ort die Einfuhr und den Inlandstransport der verspäteten Container mit den letzten Bauteilen. Der Brückenbau wurde im Dezember von dem AKO Bauleiter Adolf Rudolf zum guten Abschluss gebracht und als Weihnachtsgeschenk der dortigen Bevölkerung übergeben. Ein überwältigendes "Dankeschön" der Menschen vor Ort und des Bürgermeisters erreichte den Aktionskreis Ostafrika vor Ort und schriftlich in Traunstein.

Pressemitteilung Karpf

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