"Moorerlebnis-Expedition" kommt

+
Zur behutsamen Entdeckung dieser unberührten Landschaft der Inzeller Filzen soll etwa ab dem Spätherbst ein Moorerlebnisweg einladen.

Inzell - In den Inzeller Filzen soll eine "Moorerlebnis-Expedition" entstehen. Im Gemeinderat stellte nun Gerhard Stark das insgesamt 80-seitige Konzept in Kurzform vor.

Gerhard Stark ist von der mit der Erstellung des Weges beauftragten niederösterreichischen Firma Pronatour.

Der Weg soll 29 zum Teil interaktive Stationen, die alle Sinne ansprechen, umfassen. Insgesamt hat die Gemeinde für das Projekt 170.000 Euro veranschlagt. 50 Prozent davon wird durch EU-Fördermittel im Rahmen eines Leader-Projektes bestritten.

Die Erkundung der Inzeller Filzen zwischen Schwarzbach und der Kritischen Akademie dauert mit Absolvieren der Stationen etwa 1,5 bis zwei Stunden. Als "Maskottchen" führt ein fürs Moor typischer Schmetterling, der Hochmoor-Gelbling, mit spannenden Geschichten von Station zu Station.

Als Blickfang wird an der Bundesstraße ein Hochmoor-Gelbling als große Holzskulptur angebracht. Der Haupteingang ist beim Parkplatz neben dem Gasthof Schwarzbach, der auch als Wanderparkplatz dienen soll, der Nebeneingang an der Kritischen Akademie.

Zunächst absolviert der Besucher auf dem nordseitigen Teil des Rundwegs eine "Zeitreise" und schreitet dazu durch ein "Zeittor" mit ausgefrästen Silhouetten zurück ins Jahr 10.000 vor Christus. Durch ein Guckloch kann man Tiere aus dieser Zeit wie Mammut, Wollnashorn oder Höhlenbär erspähen. Dieser "Schlüssellocheffekt" wird später auch für die Präsentation der Pflanzen auf de "Pfeifengraswiese" eingesetzt.

Eine Klapptafel-Station enthüllt mit den berühmtesten Moorfunden, vom historischen Pollen bis zur Moorleiche, die Geheimnisse des "Moors als Archiv". Mehrere Stationen führen in die Jetztzeit mit Torfabbau und Moorrenaturierung. An der Kritischen Akademie beginnt mit einer Riesen-Lupe aus Holz die eigentliche "Moorerlebnis-Expedition".

Mit Methoden wie Drehwürfeln, Bildklappen sowie Beobachtungs- und Suchaufträgen können Kinder und Erwachsene die Schmetterlingsvielfalt, Tiere und Insekten im Moor oder den "Birkenmoorwald" entdecken. Ein "Moorbodenexperiment" zeigt, wie viel Wasser der Boden aufnimmt. Höhepunkte sind ein kleiner Torfstich zum Selber-Stechen und Spielen mit Moorziegeln, eine Aussichtsplattform in Form einer überdimensionalen Sonnentau-Blüte, eine Riesen-Holzlibelle und ein "Landart-Spielplatz".

Auf Letzterem können der Nachwuchs, Junggebliebene und Kreative vergängliche Kunstwerke aus Naturmaterialien schaffen, wie Baumgeister, Mandalas oder Fantasietiere. Als Inspiration dienen Fotos und Beispiel-Objekte. Vize-Bürgermeister Hans Egger regte an, hier heimische Künstler wie den Inzeller Bildhauer Franz-Xaver Angerer einzubeziehen. Bürgermeister Martin Hobmaier sieht eine Chance, hier eine breite Zielgruppe anzusprechen, von Schülern über Urlaubsgäste bis hin zu Künstlern.

Die Stationen sollen in Kürze angefertigt und nach der Lieferung aus Niederösterreich noch im Spätherbst von der Gemeinde aufgestellt werden, falls es die Witterung erlaubt. Der vorgestellte Weg kostet rund 100.000 Euro. Weitere Kosten werden durch kleinere Wegebauten, die Gestaltung der Wasserführung, Ruheplätze oder Ausgaben für die Barrierefreiheit verursacht. Alles sei natürlich mit der Naturschutzbehörde abgestimmt, betonte der Bürgermeister.

vm/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser