Ein Mosaikstein zum Familiendorf

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Elegant sah der erste Schuss von Pfarrer Thomas Schmeckenbecher auf jeden Fall aus, auch wenn er eine leichte Schieflage hatte.

Inzell - Bei einem Inzell-Urlaub 2009 erst war die Idee entstanden, und nun hat der Unterfranke Stephan Layer in nur drei Monaten die Anlage "Fußballgolf Chiemgau" in Inzell verwirklicht.

"Das ist ein Weltrekord", meinte der 45-Jährige bei der Einweihung mit etwa 250 Gästen nicht ohne Stolz.

Mit der fast acht Hektar großen Anlage in der Nähe des Postferiendorfs hat die Gemeinde nun den größten "Soccerpark" in Deutschland und nach Dirmstein in der Pfalz und dem niederbayerischen Bodenkirchen den dritten überhaupt. Ehrengast war Alex Kober, Fußballgolf-Europa- und Weltmeister, der den Platz in Dirmstein betreibt.

Mit gelben Fahnen wurde der rund 2,1 Hektar große "Fun-Platz" markiert, den italienische Familien mit fußballbegeisterten Buben als erste testeten. Rote Fahnen kennzeichnen den rund 5,2 Hektar großen "Premium-Platz" im steileren Gelände mit längeren Bahnen. Dort können dank des Anschlusses des Soccerparks Inzell an die "World Footballgolf Association" internationale Wettkämpfe ausgetragen werden.

Der Projekt-Initiator betreibt den Platz in Form einer GmbH mit seinem Partner und Hauptinvestor Stephan Stiens. Für die Bewirtung in der Almhütte ist Sabine Lang, eine der zwei "Rappelkiste"-Wirtinnen, zuständig. Layer selbst kümmert sich um die sportliche Seite: als Spieleinweiser und Ballausgeber, Greenkeeper, Gästebetreuer sowie "Eventmanager": Eine Firma aus Traunstein mit 150 Mitarbeitern wolle den Platz jedes Jahr mieten und einen Wanderpokal ausschreiben, verriet er. Zudem habe er bereits drei Anfragen für Kindergeburtstage.

Der Platz passe gut zum Inzeller Leitbild "Sportliches Familiendorf in den bayerischen Alpen", betonte Bürgermeister Martin Hobmaier. Dank seiner attraktiven Lage und des schönen Gebäudes samt Kulinarik sei er einen Ausflug wert, "mit oder ohne Soccer". Der Rathauschef hob auch die Nachhaltigkeit des Projekts hervor und gratulierte zu dem "mutigen Schritt".

Der evangelische Pfarrer Thomas Schmeckenbecher vertrat die Kirchen und erwähnte bei seiner Segnung, dass das "Trainieren und Durchhalten" sowie ein "Ziel vor Augen" wichtig für ein gelingendes Leben sei. Mit dem Dank für die Freude, Kameradschaft und Kraft, die Spiel und Sport gewähren, verband er die Bitte um Achtung und Hilfsbereitschaft gegenüber dem Spielpartner und um Bewahrung vor körperlichen Schäden.

Mit drei Schlägen zapfte Weltmeister Alex Kober das Fass des Hofbräuhauses Traunstein an. Die jungen Ziachspieler Quirin Scheurl und Stefan Kötzinger spielten zünftig auf.

Dem Anstoß mit dem Bierkrug folgte der Anstoß auf dem Platz. In Teamdress maßen sich fünf Eisschnellläufer des DEC Inzell wacker mit Kober, freilich ohne Siegeschancen: Gabi und Hubert Hirschbichler, Bundestrainerin Marion Wohlrab, Roxanne Dufter und Michael Randl. Mit kraftvollen Kicks "duellierte" sich der Traunreuter Bürgermeister Franz Parzinger, ehemaliger Fußballer, mit seinem Inzeller Amtskollegen. Um ein Haar hätte Hobmaier bei der ersten Bahn mit nur einem Schuss ins Loch getroffen. "Ich habe nur einmal mit 34 bei den Alten Herren gespielt", verriet er. Frühzeitig streckte der Pfarrer die Waffen: Nach einem gewaltigen Anlauf verfehlte er beim bühnenreifen Schuss etwas die Richtung.

Auch Tourismus-Chef Gerhard Steinbacher war unter den Gästen und begrüßte die neue Bereicherung für Einheimische, Urlauber und das nahe Postferiendorf. Seine Frau Andrea, die im BLSV-Feriendorf arbeitet, findet gut, dass die dort einquartierten Schulklassen nun nach dem Moorerlebnispfad ein zweites Angebot haben, das sie zu Fuß erreichen können.

vm/Chiemgau-Zeitung

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