Ramsauer gegen Streckenstilllegung

Mühldorf/Traunstein - Verkehrsminister Peter Ramsauer hat sich in Traunstein gegen die Stilllegung der Bahnstrecke Mühldorf - Traunstein ausgesprochen.

Bei der Mitgliederversammlung des Landesverbands von Pro Bahn nahm Ramsauer Stellung zu Plänen, nach denen eine Schließung der Bahnstrecke Ende des nächsten Jahres wahrscheinlich ist. "Nach dem Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing wird die Bahnlinie Traunstein-Mühldorf eine wichtige Nord-Süd-Verbindung", sagte Ramsauer.

Hintergrund ist die Forderung des bayerischen Eisenbahnamts, den Parallelverkehr von Bussen und Bahn in diesem Bereich zu beenden. Bis Oktober hat der Landkreis Traunstein Zeit, einen Lösungsvorschlag zu machen, sonst droht das Eisenbahnamt mit der Einstellung des Personenverkehrs im Dezember 2013. Den Lösungsvorschlag gibt es allerdings noch nicht, der Landkreis hat eine Fristverlängerung bis Januar 2013 beantragt.

Christpoh Kraller, Geschäftsführer der Südostbayernbahn (SOB), nennt die Situation schwierig. Durch die zahllosen Bahnübergänge könnten Züge nur sehr langsam fahren, was nicht der Attraktivität diene. Er spricht von einer "ganz verzwickten Lage", die Züge würden nur wenig genutzt, es gebe keinen Stundentakt zwischen Mühldorf und Traunstein verkehre täglich gar nur ein Zug durchgehend in jede Richtung.

Verkehrsminister Ramsauer ging vor den Vertretern von Pro Bahn auch auf die Finanzierung des Verkehrshaushalts ein. Nach seinen Angaben steht von 2012 bis 2015 rund eine Milliarde Euro für den Aus- und Neubau der Schiene zur Verfügung, davon 125 Millionen für die Strecke Mühldorf-Tüßling.

Der Aus- und Neubau des Schienenverkehrs stoße immer wieder auf Widerstände, mit denen er nie gerechnet hätte. In vielen Fällen gehe es um den Lärmschutz.

Vor allem der laute Güterverkehr erschrecke die Leute, hieß es dazu aus der Runde. "Man muss dann auf die Leute zugehen und die Fälle im Detail prüfen", so Ramsauer. Künftig werde ein lärmabhängiges Trassenpreissystem wie in der Schweiz eingeführt. Ein Teil der Einnahmen würden für die Umrüstung alter Güterwagen mit Flüsterbremsen verwendet. Aber es gebe in Deutschland rund 170.000 Güterwagen. Auch die Lärmsituation bei den Gleisen könne mit Verschäumen der Gleise oder durch Schienenstoßdämpfer verbessert werden.

bjr/hon/Mühldorfer Anzeiger

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