"Muren gehen ab - Viele Verletzte"

Inzell -  Ein Murenabgang nach heftigen Regenfällen stellte das Rahmenszenario für eine Großübung des Bayerischen Roten Kreuzes am Samstag in Inzell. **Video**

Ein Hochwasser sucht den Raum Inzell heim, Muren gehen ab, Häuser nehmen Schaden - viele Menschen sind verletzt. So lautete die Annahme für eine große Übung am Samstag mit rund 130 ehrenamtlichen Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Inzell.

Katastrophenübung in Inzell

Die örtlichen und regionalen Sanitäter sind überfordert. Sie brauchen Hilfe von auswärts - Hilfe, die dann auch kommt.

Für den Ernstfall rüstete sich im Bereich des Eisstadions das Hilfeleistungskontingent Oberbayern Süd. Zusammen mit Oberbayern Nord gehört diese Einheit zum BRK-Bezirksverband. Die beiden Hilfeleistungskontingente sind im Rahmen der Fußball-Weltmeistrschaft 2006 in Deutschland ins Leben gerufen worden. Während der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Österreich leisteten sie wertvolle Arbeit.

Und so übten die Helfer in Inzell: Die Einsatzleitung der BRK-Bereitschaft Inzell forderte beim BRK-Bezirksverband Oberbayern in München Hilfe und Unterstützung zur Erstversorgung von Verletzten an. Der Verband alarmierte dann das Hilfeleistungskontingent Oberbayern Süd und beorderte es nach Inzell.

In Inzell trafen nach und nach 45 BRK-Rettungsfahrzeuge mit insgesamt 130 ehrenamtlichen Helfern aus den Kreisverbänden Altötting, Bad Tölz, Berchtesgadener Land, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Mühldorf und Traunstein ein.

Am Sammelplatz bildeten sie zwei Marschverbände. Der eine war zuständig für den Aufbau und Betrieb des "Behandlungsplatzes 50": von mehreren Zelten, die die Helfer benötigten, um pro Stunde 50 Verletzte untersuchen, medizinisch versorgen und für den Weitertransport vorbereiten zu können. Aufgestellt waren Zelte für das "Sichten" und das Behandeln - und zwar getrennt für Leicht-, Mittel- und Schwerverletzte.

Der zweite Marschverband hatte die Aufgabe, die Transporte zu vollziehen. Die Helfer mussten die "Verletzten" von den Sammelstellen abholen, zum "Behandlungsplatz 50" bringen und auch zu Krankenhäusern in der Umgebung weiter transportieren.

Nach und nach fuhren die Rettungsfahrzeuge vor, Sanitäter trugen auf Bahren die "Verletzten" ins Zelt. Die Notärzte untersuchten sie und schickten sie dann beziehungsweise ließen sie dann - je nach Art und Schwere der Blessuren - in die einzelnen Zelte für die Leicht-, Mittel- und Schwerverletzten bringen. Auch wurde jeder Patient registriert und die Erstversorgung wurde schriftlich festgehalten.

Sven Müller von der Pressestelle des BRK sagte, im Ernstfall müsste eventuell noch ein Hubschrauber angefordert werden. Denn Schwerstverletzte müssten zur Operation in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden. "Natürlich müssten wir vorher die Aufnahmekapazität der Kliniken feststellen", sagte er.

Die Beobachter waren mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. Sie betonten, dass die Hilfeleistungskontingente des BRK im Falle von Katastrophen wie auch von Terroranschlägen sehr wichtig seien.

Aber nicht nur in Inzell wurde am Samstag der Katastrophenschutz geübt, sondern auch in Rimsting und im Inntal:

Rimsting: Unfall mit Schulbus (mit Video und Bildern)

Inntal: 3000 m³ Öl im Inn (mit Video und Bildern)

Rubriklistenbild: © df

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