Nach 15 Jahren: Erdgas zwischen Inn und Salzach

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Der AKU bei der Besichtigung der Erdgasbohrung mit den Firmenvertretern der RAG Frau Andrea Payer und Herrn Michael Neuwirth

Traunstein - Mehr als 15 Jahre hat es gedauert bis wieder eine Erdgasförderung in Bayern in Betrieb genommen wird. 2012 kann davon der Landkreis Traunstein profitieren.

„Es rentiert sich wieder kleinere Erdgasvorkommen zu erschließen und Erdgas in Südbayern zu fördern – und von diesen Vorkommen gibt es noch ein paar mehr zwischen Inn und Salzach“, so DI. Andrea Payer von der RAG (Rohöl-Aufsuchungs AG) aus Wien. Zusammen mit der Bayerngas GmbH, deren Haupanteilseigner die Münchner Stadtwerke sind, soll ab Anfang 2012 erstmals wieder seit 1996 eine reine Gasförderung in Bayern in Betrieb gehen.

Bei Bohrungen in Assing bis auf 3700 m Tiefe wurde in zwei jeweils 2m mächtigen und mehrere Hektar großen Feldern porösen Gesteins Erdgas im Untergrund gefunden. Mit konventionellen Methoden, ohne das ökologisch umstrittene „Fracking“ Verfahren, kann hier Erdgas mit einem Druck von bis zu 350 bar entnommen und mit etwa einem Zehntel davon in eine nahe Erdgaspipeline eingespeist werden.

Der Arbeitskreis Umwelt und Landesentwicklung AKU der CSU im Kreis Traunstein hat die Bohrstelle in der Nähe von Taching am See besichtigt und sich selbst ein Bild vor Ort gemacht. Auf einer Fläche von weniger als 2000 m2 breitet sich die komplette Fördereinrichtungen aus – Bohrsonde, Gaskonditionierung und die geplante Anbindung an die etwa 500m entfernt liegende Gaspipeline der Energienetze Bayern.

Wohl nicht zuletzt die geringe Entfernung zu dieser überregionalen Gasleitung macht das Projekt wirtschaftlich interessant. „Wir installieren hier fertige, wieder verwertbare Standardkomponenten auf Containerbasis, die nach Abschluss der Förderung ebenso schnell wieder an eine nächste Produktionsstelle geschafft werden können“, so Michael Neuwirth von der RAG, verantwortlich für den Produktionsstandort. Damit liegt der Flächenverbrauch wohl in einem sehr verträglichen Rahmen. Stolz ist er auch auf das Konzept einer Gasaufbereitung mit geschlossenen Kreisläufen, so dass kaum Abfallstoffe anfallen. Da das Feld bereits 2 Jahre nach Inbetriebnahme weitgehend ausgebeutet sein soll, hat sich Bayerngas und RAG weitere Lizenzen beim zuständigen Bergamt zur Erkundung und Förderung zwischen Inn und Salzach gesichert.

Die Tachinger Bürgermeisterin Ursula Haas ließ sich dabei versichern, dass nach Abschluss der Förderung ein vollständiger Rückbau der Förderanlage, eine Versiegelung der Bohrstelle und eine Rekultivierung der Fläche erfolgen.

Jedenfalls wird wohl die geplante Menge aus Assing 1 mit 13-15 Mio.Nm3 Erdgas als Energie aus der Region ebenfalls zur Sicherung unserer Energieversorgung in der Region mit beitragen. Erdgas ist bekanntlich noch der ökologisch sauberste fossile Energieträger.

Pressemitteilung CSU Traunstein

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