Ein neuer Kleinbus für Traunsteiner Tafel

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Auf einen neuen Kleinbus freuen sich Vorsitzende Andrea Schulz (links) und die Helfer der Traunsteiner Tafel, die fast täglich in der Stadt unterwegs sind, um in Geschäften und Supermärkten die Lebensmittelspenden abzuholen.

Traunstein - Ein neuer Kleinbus zum Transport von Lebensmitteln wird den Helfern der Traunsteiner Tafel in Zukunft die Arbeit erleichtern.

Das kündigte die Vorsitzende Andrea Schulz in der Jahresversammlung für Mitglieder und Helfer im Pfarrheim St. Oswald an.

Schon in den nächsten Tagen könne die Traunsteiner Tafel das neue Fahrzeug bestellen, das vor allem aus Spenden finanziert wird. „Wir alle sind froh, wenn wir das neue Fahrzeug bekommen, und unser alters- und PS-schwacher Tafelbus endlich in Rente gehen darf. Und ich bin sehr dankbar für all die großen, aber auch kleinen Spenden, die dies ermöglichen“, sagte Schulz. Der alte Tafelbus ist neun Jahre alt, mit 250 000 gefahrenen Kilometern, und so schwach motorisiert, dass er den schweren Kühlanhänger nur mit Mühe ziehen kann.

Fast täglich sind die Helfer der Traunsteiner Tafel mit dem Kleinbus unterwegs, um aus Traunsteiner Geschäften und Supermärkten nicht mehr benötigte Produkte abzuholen und diese zur Lebensmittelausgabe ins Pfarrheim zu bringen. Als Ergänzung zum Tafelbus wurde vor zwei Jahren auch ein Kühlanhänger angeschafft, damit die Lebensmittel auf dem Transport nicht verderben.

Jeden Freitag führt die Traunsteiner Tafel in den Räumen der Pfarrei St. Oswald die Lebensmittelausgabe durch, am Montag und Mittwoch gibt es darüber hinaus einen Grünmarkt vor der Auferstehungskirche. Abgeholt und verteilt werden die Lebensmittel von 40 freiwilligen Helfern. Woche für Woche kommen bis zu 300 Berechtigte zur Lebensmittelausgabe.

Seit der Gründung der Traunsteiner Tafel im Jahr 1996 hat sich die Zahl der Bedürftigen, die auf die Arbeit der Traunsteiner Tafel angewiesen sind, fast verzehnfacht. Aus diesem Grund konnten in der Jahreshauptversammlung die Helfer und Mitglieder auch auf ein arbeitsreiches Vereinsjahr zurückblicken.

„Es war aus meiner Sicht auch ein sehr erfolgreiches Jahr“, betonte die Vorsitzende Andrea Schulz. Der Vorstand des Vereins habe sich gut bewährt und sorge für einen reibungslosen Ablauf des Tafelbetriebs. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen laufe geordnet und zuverlässig ab, und alle Helfer seien um konstruktive Lösungen bemüht. „Und das in einer sachlichen, offenen und freundschaftlichen Atmosphäre, denn uns alle trägt das gleiche Ziel: den Menschen zu helfen, die unserer Hilfe bedürfen.“

Ihren Bericht beendete die Vorsitzende mit dem Wunsch, dass die Traunsteiner Tafel weiterhin Menschen in Not ausreichend versorgen kann.

Die Umwandlung in einen Verein war vor zwei Jahren beschlossen worden, nachdem mit der Zahl der Bedürftigen auch die rechtlichen und logistischen Anforderungen an die Traunsteiner Tafel gewachsen waren. Zu den Aufgaben gehören neben Transport, Lagerung und Verteilung der Lebensmittel durch die ehrenamtlichen Helfer auch das Überprüfen der Bedürftigkeit und das Ausstellen von Berechtigungsscheinen, sowie das Sponsoring und die Öffentlichkeitsarbeit.

„Angesichts der rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen war es die richtige Entscheidung, die Tafel in einen Verein überzuführen, der für die verschiedenen Aufgaben eine breite Basis bietet“, sagte die Vorsitzende. Einen unersetzlichen Beitrag würden vor allem auch die Stadtkirche Traunstein, die Evangelische Kirchengemeinde, das Diakonische Werk und die Stadt Traunstein leisten, die der Traunsteiner Tafel als „geborene Mitglieder“ angehören.

Kassier Jens Diedrich zeigte sich sehr erfreut über das konstante Spendenaufkommen im vergangenen Jahr. „So können wir endlich den Kauf eines neuen Tafelfahrzeugs angehen.“ Im Kassenbericht wurde deutlich, dass es sich bei der Traunsteiner Tafel nicht nur auf dem Papier um ein ökumenisches Projekt handelt, sondern die beiden großen christlichen Kirchen auch finanziell ihren Beitrag dazu leisten, dass die Tafel ihre Aufgaben erfüllen kann.

Schriftführerin Sabine Fischer fasste die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahres zusammen und bedankte sich für die sachorientierte Zusammenarbeit. Fast vollzählig anwesend waren die ehrenamtlichen Helfer, die mehrmals pro Woche Lebensmittel in Supermärkten und Geschäften abholen und die Lebensmittelausgabe organisieren.

Seit der letzten Jahreshauptversammlung sind acht neue Ehrenamtliche zum Helferkreis hinzu gekommen, wie Dietlind Bischoff berichtete. Diese Entwicklung sei erfreulich und für die Zukunft der Tafel auch wichtig, da immer mehr Helfer aus Altersgründen aufhören.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke, der als Vertreter der Stadt auch Mitglied im Vorstand der Tafel ist, würdigte insbesondere den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer: „Ihre unermüdliche Arbeit ist eine große Hilfe für viele bedürftige Menschen in unserer Stadt.“ Darüber hinaus dankte das Stadtoberhaupt allen Spendern und Förderern, ohne deren Unterstützung eine Einrichtung wie die Traunsteiner Tafel nicht existieren könnte: Supermärkte und Discounter, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Metzgereien und viele andere Betriebe in Traunstein stellen die Waren für die Lebensmittelausgabe kostenlos zur Verfügung.

Wer die Arbeit der Traunsteiner Tafel unterstützen möchte, kann sich gerne bei Frau Bischoff unter Tel.: 0861-2878 melden, oder dem Verein auf das Konto 8932794 bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG (BLZ 710 900 00) eine Spende zukommen lassen.

N. Oberkandler

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