Neuer Rüstwagen für Feuerwehr Traunreut

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Mit der symbolischen Schlüsselübergabe von 1. Bürgermeister Franz Parzinger (links) an Ingo Klepke, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut, wurde der neue, hochmoderne Rüstwagen seiner Bestimmung übergeben.

Traunreut - Die Freiwillige Feuerwehr Traunreut hat nach 30 Jahren einen neuen Rüstwagen bekommen. Bei einer Feierstunde im Gerätehaus erhielt das Einsatzfahrzeug den kirchlichen Segen.

Durch die symbolische Schlüsselübergabe von 1. Bürgermeister Franz Parzinger an Ingo Klepke, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, wurde es offiziell in Betrieb genommen. Der neue Rüstwagen ist die Ersatzbeschaffung für den, vor fast genau 30 Jahren in Dienst gestellten, ersten Rüstwagen der Traunreuter Floriansjünger, berichtete Bürgermeister Parzinger.

In den 50er Jahren stellten die Wehren fest, dass Spezialgeräte und vielfältiges Werkzeug in den Löschfahrzeugen keinen Platz hatten. Deshalb wurde die Rüstwagen als „riesige rollende Werkzeugkisten“ konzipiert. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Aufgaben der Feuerwehr immer komplexer und komplizierter, die Zahl der technischen Hilfeleistungen überwiegt heute deutlich vor denen der Löscheinsätze und deshalb wurden die Rüstwagen als Spezialfahrzeuge bei Unfällen mit gefährlichen Gütern und zur Menschenrettung bei Verkehrsunfällen ebenso gebraucht wie bei Naturkatastrophen.

438.000 Euro kostete der neue Rüstwagen. Die Stadt Traunreut erhielt dazu von der Regierung von Oberbayern einen Zuschuss von 105.000 Euro; weitere 52.500 Euro steuerte der Landkreis Traunstein bei. Dies sei zum Schutz der Bevölkerung gut investiertes Geld, betonte der Rathauschef und würdigte in diesem Zusammenhang den ehrenamtlichen Dienst der Feuerwehrler für das Gemeinwohl.

Für Hans-Peter Dangschat, Stadtrat und Feuerwehrreferent, war der Kauf des Rüstwagens eine "unverzichtbare Investition". Er verschwieg nicht, dass sich die Mitglieder der Planungsgruppe - bestehend aus aktiven Feuerwehrlern und den Kommandanten – in Sachen Rüstwagen mit dem Stadtrat heftig gerieben habe. Dennoch sei ein gutes Ergebnis erzielt und kein 08/15-Fahrzeug beschafft worden. Vielmehr wurde ein individuell auf die Einsatzerfordernisse der Feuerwehr Traunreut abgestimmtes und innovatives Spezialfahrzeug gekauft. Dangschat zeigte sich beeindruckt, was die Projekt- und Planungsgruppe in der Vorbereitung der Fahrzeuganschaffung geleistet hat.

Auch 1. Kommandant Ingo Klepke würdigte die ehrenamtliche Arbeit der Projektgruppe. Mehr als 500 Stunden wurden für Planung und Konzeption aufgewendet. Schon 2008 wurde an einem Leistungspaket gearbeitet, wie der zukünftige Rüstwagen aussehen und ausgestattet sein soll. Der Aktivenchef stellte das neue Fahrzeug vor. Das Fahrgestell stammt von Mercedes Benz, der feuerwehrtechnische Auf- und Ausbau erfolgte bei der Fa. Ziegler. Das Fahrzeug ist 15 Tonnen schwer, hat eine Motorleistung von 290 PS und verfügt über ein automatisiertes Schaltgetriebe. Nach dem Motto „geht nicht – gibt`s nicht!“ wurden zusammen mit den Ingenieuren und Konstrukteuren der Aufbaufirma Ziegler ein Sonderfahrzeug entwickelt, das auch für andere Wehren Vorbild sein kann.

Klepke betonte, dass ein Rüstwagen und dessen vielfältige Gerätschaften vorrangig zum Üben und deutlich weniger bei Einsätzen genutzt werden. „Noch nie habe ich unseren Rüstwagen so leergeräumt gesehen, wie beim Felssturz in Stein im Januar des letzten Jahres“, erinnerte sich Klepke. Für die Rettung von zwei Menschen sei der Rüstwagen und seine Ausstattung damals unermesslich wertvoll gewesen. „Gebraucht werde ein Rüstwagen vor allem für die Bürger und deren Sicherheit und nicht als Spielgerät der Feuerwehr.“

Dem schloss sich auch Kreisbrandrat Hans Gnadl an. „Der Rüstwagen ist eine notwendige Leihgabe, die die Feuerwehr für die Bevölkerung vorhält und anwendet.“ Er gratulierte der Traunreuter Feuerwehr zum neuen Einsatzfahrzeug, konnte sich aber einen Seitenhieb an die Adresse der Herstellerfirmen nicht verkneifen: „Ich hoffe, das der Kaufpreis, den die Stadt Traunreut bezahlt hat, auch der richtige Preis ist.“ Damit sprach der Kreisfeuerwehrchef das Kartell von drei großen Herstellerfirmen für Feuerwehrfahrzeuge an, die wegen Preisabsprachen mit einem Bußgeld von mehr als 20 Millionen Euro bestraft wurden. Gnadl sagte, er sei überzeugt, dass die Stadt Traunreut genau nachgerechnet und aufgepasst hat.

Pfarrer Rainer Maier von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Diakon Helmut Reiter leiteten mit einer kurzen Andacht die Segnung des Rüstwagens ein. Reiter sagte, dass Wasser, das die Feuerwehr bei Löscheinsätzen benötigt, das Symbol des Segens sei, der dem neuen Feuerwehrfahrzeug und seiner Besatzung mit auf den Weg gegeben wird. Für Pfarrer Maier beinhaltet der Leitspruch „Gott zur Ehr`- dem Nächsten zur Wehr“ den großen Realitätssinn der Feuerwehrler, aber auch großen Idealismus für den Dienst an der Allgemeinheit. Als Feuerwehrler müsse man im Einsatz realistisch mit dem Schlimmsten rechnen. Der Idealismus treibe die Floriansjünger an, sich ausbilden zu lassen, regelmäßig zu üben und im Ernstfall schnell und kompetent zu helfen, wenn andere in Not und Leben in Gefahr ist. In Gott sei dieser Idealismus besser und tiefer verankert. „Retten ist eine Form Gott zu ehren, weil jedes Leben unendlich wertvoll ist,“ so Maier.

Mit der symbolischen Schlüsselübergabe von Heinrich Hallhuber von der Aufbaufirma Ziegler und Hans Klugmann von Mercedes Benz an Bürgermeister Franz Parzinger, der den Schlüssel an 1. Kommandant Ingo Klepke weiterreichte, wurde der neue Rüstwagen offiziell in Dienst gestellt.

pv

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