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Von der Eggstätter Seenplatte bis Inzell:

Neues Hobby Müll sammeln? 250 Freiwillige waren bei den Chiemgau Clean Up Days unterwegs

Christian Böhm, Martina Lindenmayr (beide Initiative plasticfreepeaks) und Organisator Dominik Hartmann (von links) aus Grassau beim Müllsammeln auf dem Weg zur Hochplatte.
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Christian Böhm, Martina Lindenmayr (beide Initiative plasticfreepeaks) und Organisator Dominik Hartmann (von links) aus Grassau beim Müllsammeln auf dem Weg zur Hochplatte.

Jeder ärgert sich über Dreck auf den Wegen, doch aufsammeln tun ihn die wenigsten. Nicht so am vergangenen Wochenende (21. und 22. August 2021), als die Chiemgau Alpen Clean Up Days stattfanden. So fällt das Resümee von Organisator Dominik Hartmann aus.

Chiemgau – „Erschreckend viele Zigarettenstummel“, viele FFP-2-Masken und Verpackungsmüll samelten am vergangenen Wochenende die rund 250 Teilnehmer des ersten „Chiemgauer Alpen Clean Up Days“ ein, die Dominik Hartmann aus Grassau organisiert hat. Er spricht von einer „lohnenswerten Veranstaltung“, die er wiederholt, wie er den OVB-Heimatzeitungen sagt.

Im Vorfeld hatten sich online etwa 40 Personen angemeldet, berichtet er. Dort trugen die Teilnehmer ihre Touren in der „Clean Up Map“ ein und sind immer noch einsehbar. Sie führten etwa an den Achendamm Übersee, nach Feldwies, auf „verschwiegenen Pfaden zwischen Eck und Hochfellen“, von Aschau über die Hofalm auf die Zellerwand, durch die Seenplatte Eggstätt, zur Kampenwand und Steinlingalm oder zur Schnappenkirche von Marquartstein.

Um der Aktion mehr Schwung zu verleihen, sei Hartmann mit drei Leuten aus dem Team seiner Eventagentur am Samstag mit mobilen Ständen unterwegs gewesen, um Ausflügler auf Wanderparkplätzen noch zum Mitmachen zu animieren. Dort seien Müllsäcke und Zangen ausgegeben worden.

Große Bereitschaft bei Einheimischen wie Touristen

Die Rechnung ging auf. Bei der Kampenwandbahn in Aschau, der Hochplattenbahn Marquartstein und beim Hochgern-Parkplatz in Bergen stießen Hartmann und seine Helfer vor Ort noch auf große Bereitschaft bei Jung und Alt, bei Einheimischen wie Touristen, erzählt er. Viele hätten „begeistert“ auf die Müllsammelaktion reagiert.

Fixe Ausgabestellen befanden sich überdies auf dem Festivalgelände in Übersee, beim Gasthaus Parker am Wössner See und bei der Achtal-Tourist-Info in Unterwössen. Julia Bauer, bei der Tourist-Info zuständig für Gäste- und Gastgeberservice, spricht von einer „super Aktion“ – ähnlich jener Ramadama-Veranstaltungen, die in Unterwössen in den Ortsteilen stattfänden.

Ein Pärchen zum Beispiel sei am Samstag vor der Wanderung in der Tourist-Info vorbei gekommen, um sich noch anzumelden. Die meisten, glaubt Bauer, seien direkt zur Wanderung aufgebrochen.

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„Besonders schön ist, wenn wir Familien erreichen und die junge Generation animieren, keinen Müll in der Natur wegzuwerfen oder ihn einfach aufzuheben, wenn man welchen findet“, sagt Hartmann nach dem Wochenende.

Oft handle es sich um Müll, der gar nicht absichtlich von den Wanderern zurückgelassen wird, ist er überzeugt. Manches werde aus Versehen verloren. „Es tut einem nicht weh, wenn man auf dem Weg etwas aufklaubt“, meint er und ergänzt: „Man muss nicht mit erhobenem Zeigefinger auf andere deuten, aber man kann selbstständig etwas mitnehmen.“

Gerade die vielen kleinen herumliegenden Plastikfetzen hält er für Natur und insbesondere für Tiere besonders schädlich, kleine Teile werden leichter gefressen.

Über Facebook habe er sogar einen Hinweis erhalten, dass im Bereich der Kampenwand eine Waschmaschine in freier Natur liegen soll. „Die ist natürlich nicht aus Versehen dorthin gelangt“, sagt er mit leichten Sarkasmus in der Stimme. Müllsammler hatten versucht, sie zu finden, allerdings vergeblich.

Gesammelte Müllmenge ist nicht bekannt

Wie viel Müll bei den Chiemgauer Alpen Clean Up Days insgesamt eingesammelt wurde, kann Hartmann nicht einschätzen. Denn die meisten Teilnehmer hätten den Unrat selbstständig entsorgt. Dennoch sei bei der Abgabestelle in Übersee immerhin noch eine große Mülltonne voll geworden.

Dort kam es am Samstagabend zu einem zwanglosen, gemütlichen Beisammensein von Müllsammlern am Lagerfeuer, zu dem Hartmann eingeladen hatte. „Wir haben supernette Leute kennengelernt und uns ausgetauscht“, erzählt er.

„Gemeinsam viel bewirken“

„Man merkt bei so einer Aktion, dass man gemeinsam viel bewirken kann“, lautet sein Resümee. Das ist auch der Grund, warum er die Clean Up Days im Chiemgau im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder in Kooperation mit der Allgäuer Initiative Patron durchführen will. Hinter Patron stehen ehemalige Studienkollegen von Hartmann. Sie haben die Clean Up Days ins Leben gerufen und führen sie zum Beispiel auch im Schwarzwald oder in Montafon durch.

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