Neues Wasserkraftwerk geht bald ans Netz

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In das neue Wasserkraftwerk der Stadtwerke am Triftweg wurden am Donnerstag die Turbine und der Generator eingebaut. Die sechs Tonnen schwere Spezialkonstruktion ist das Herzstück der Anlage, die in Zukunft den Strom für 200 Haushalte produzieren wird.

Traunstein - Mit dem Einbau der Turbine sind die Bauarbeiten für das neue Wasserkraftwerk der Stadtwerke Traunstein am Donnerstag einen großen Schritt vorangekommen.

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Das Millionenprojekt am Triftweg nähert sich damit langsam aber sicher der Fertigstellung. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Will auf der Baustelle ankündigte, wird die Anlage in den nächsten zwei Wochen im Probebetrieb ans Netz gehen und in Zukunft den Strom für 200 Haushalte produzieren. "Technisch haben wir alles im Griff. Jetzt hoffen wir nur noch auf Regen, damit die Traun wieder genügend Wasser führt, um die Turbine anzutreiben", sagte Will.

Traunstein baut am Wasserkraftwerk "Triftweg"

Bei der Turbine handelt es sich um eine sechs Tonnen schwere Spezialkonstruktion, die bisher nur in ganz wenigen Wasserkraftwerken in Europa zum Einsatz kommt. Eine Besonderheit der sogenannten Dive-Turbine besteht darin, dass sich Turbine und Generator komplett unter Wasser befinden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Turbinen ist die Drehzahl nicht konstant, sondern der Strom wird abhängig vom Wasserdurchfluss mit variabler Frequenz erzeugt, ähnlich wir bei den Rotoren einer Windkraftanlage. Erst nachträglich wird der erzeugte Strom auf die Netzfrequenz von 50 Hertz umgewandelt und ins Netz der Stadtwerke eingespeist. Durch dieses innovative Verfahren konnten die Konstrukteure auf viele der sonst benötigten beweglichen Teile verzichten. "Der mechanische Verschleiß an der neuen Turbine ist minimal", erläuterte Ingenieur Günther Hartmann, der das Kraftwerk für die Stadtwerke geplant hat. Die Turbinen- und Steuerungstechnik ist eine Entwicklung der Fella Maschinenbau GmbH aus Amorbach und der Oswald Elektromotoren GmbH aus Miltenberg.

Aufgrund der Vorteile ist die Nachfrage nach der innovativen Kraftwerkstechnik so groß, dass die Hersteller mit der Lieferung kaum nachkommen. Die Turbine der Stadtwerke sollte eigentlich schon vor einigen Wochen eingebaut werden und das Wasserkraftwerk spätestens im November den Betrieb aufnehmen. „Bei einem Projekt in dieser Größenordnung ist immer mit Verzögerungen zu rechnen. Doch insgesamt liegen wir mit einer Bauzeit von neun Monaten gut im Plan und auch den Kostenrahmen von rund einer Million Euro haben wir weitgehend einhalten“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Will.

Bis zum Betriebsstart des neuen Wasserkraftwerks müssen unter anderem noch die Hydraulik-Leitungen und Steuerungskabel verlegt werden. Abhängig vom Wasserstand der Traun erreicht die Anlage am Triftweg eine Leistung von bis zu 200 Kilowatt. Damit sind die Stadtwerke in der Lage, den Strom für zusätzliche 200 Haushalte (mit den beiden bereits vorhandenen Kraftwerken also 600 Haushalte) in ihrem Netzbereich selbst zu produzieren. Aber auch alle anderen Stromkunden der Stadtwerke können sicher sein, dass sie 100 Prozent Strom aus Wasserkraft erhalten. Das garantiert seit 1. Januar 2011 die Zusammenarbeit mit der Salzburg AG. Als erster kommunaler Versorger im Landkreis Traunstein haben die Stadtwerke damit das Ziel erreicht, die Stromversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen und setzen dabei mit der Wasserkraft auf einen sauberen, sicheren und immer verfügbaren Energieträger und vor allem auf eine Erzeugungsart, die auch landschaftlich in die Region passt.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

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