Beim Rasenmähen auf Sprengstoff "gestoßen":

Sprengsatz: LKA stellt weiteres Material sicher

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Der Garten, in dem der Sprengstoff gefunden wurde, liegt nahe an der Hauptstraße durch Sondermoning. (Zum Vergrößern hier klicken!)
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Nußdorf - Ein 32-Jähriger fand am Freitag 3,5 Kilogramm TNT in seinem Garten, sein Vater soll es dort deponiert haben. Das LKA hat bei den Durchsuchungen weiteres Material gefunden:

Update 15.05 Uhr:

Im Fall des bei Gartenarbeiten aufgefundenen Sprengsatzes sind die Durchsuchungsmaßnahmen der Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes abgeschlossen. Es konnte noch weiteres, vermutlich tatrelevantes Material aufgefunden werden. Nähere Angaben hierzu können aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden.

Der durch das Amtsgericht Traunstein erlassene Haftbefehl erging wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Das Haus des 75-Jährigen in Sondermoning wurde von der Polizei versiegelt.

Die nächsten Schritte der Ermittlungen sind weitere Vernehmungen aller Beteiligter und die Erstellung eines Gutachtens, in welchem geklärt werden soll, weshalb der Sprengsatz nicht zündete und von welchen Schäden ausgegangen werden kann, wäre der Sprengsatz explodiert.

Pressemeldung Bayerisches Landeskriminalamt/ Nachtragsmeldung zur Pressemeldung des PP Oberbayern

Berichterstattung chiemgau24.de:

Am Freitagabend, den 19. September, hat ein 32-Jähriger beim Rasenmähen 3,5 Kilogramm TNT in seinem Garten in Sondermoning entdeckt - kaum sichtbar unter der Grasnarbe abgelegt. Der Verdacht fiel schnell auf einen 75-jährigen Nachbar, der gegen kurz vor 23 Uhr vom SEK festgenommen werden konnte. Nun stellte sich heraus, dass die beiden Männer nicht nur in einem nachbarschaftlichen Verhältnis zueinander stehen, sondern auch in einem familiären: Es handelt sich um Vater und Sohn. Dies bestätigte Eva Legath von der Pressestelle des Bayerischen Landeskriminalamtes gegenüber chiemgau24.de.

Ob im Vorfeld schon eine Familien-Fehde bestand, konnte die Sprecherin nicht mit Sicherheit sagen, die Vernehmungen sind noch in vollem Gange.

75-Jähriger polizeilich bekannt

Der 75-Jährige, der gemeinsam mit seinem Sohn einen Bauernhof bewohnen soll, ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt für die Beamten: Wie die tz berichtet, soll er im Oktober 1996, im März 1997 und im September 1998 mit einer abgesägten Schrotflinte immer dieselbe Filiale der Münchner Stadtsparkasse überfallen haben. Die Berichte über die erbeutete Summe gehen weit auseinander, ab 100.000 DM bis hin zu 200.000 DM. Kurz vor Weihnachten 1998 wurde er offensichtlich gestellt und musste eine längere Haftstrafe antreten. Auf Nachfrage von chiemgau24.de bestätigte das LKA, dass der Mann vorbelastet ist. Am Samstagabend, den 20. September, wurde gegen den 75-Jährigen Haftbefehl erlassen, er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Wo der Vater des 32-Jährigen, dessen Frau hochschwanger sein soll, jedoch 3,5 Kilogramm TNT aufgetrieben haben soll, ist bislang auch dem Landeskriminalamt unklar. "Der Sprengsatz muss zuerst untersucht werden, um offene Fragen klären zu können", erklärt Eva Legath und fährt fort: "Zwei Fragen sind sicherlich, ob der Sprengsatz überhaupt in die Luft geflogen wäre und wenn ja, wieso dies am Freitagabend nicht der Fall war."

Nachbar schließt 75-Jährigen als Täter aus

Ein direkter Nachbar der Familie glaubt hingegen nicht daran, dass der 75-Jährige den Sprengsatz in seinem eigenenGarten abgelegt hat: "Das halte ich für ausgeschlossen." Seiner Meinung nach, habe jemand anderes die Bombe dort abgelegt. "Ich kann mir vorstellen, dass jemand den Sprengstoff kurzfristig loswerden musste und ihn daher in dem Garten versteckt hat." Dafür spreche, seiner Ansicht nach, dass der Garten nahe an der Hauptstraße durch Sondermoning liegt. "Die ganze Sache hat mit dem 75-Jährigen und seinem Sohn nichts zu tun", ist der Nachbar überzeugt. "Die haben einfach schnell jemanden gebraucht, den sie verhaften können."

Das LKA bestätigte an diesem Montag: "Wir ermitteln in dem Fall in alle Richtungen. Auch so eine Möglichkeit wird bestimmt in Betracht gezogen", so die Pressesprecherin Eva Legath. Man hoffe jetzt, dass die Vernehmungen der Beteiligten Klarheit bringe. Ob auf dem Grundstück noch weitere Spuren gefunden wurden, die auf den 75-Jährigen als Täter hindeuten, konnte Legath nicht bestätigen. "Wir warten noch auf das Ergebnis der Durchsuchung."

Sondereinsatz: TNT bei Gartenarbeit entdeckt

3,5 Kilo Sprengstoff in Sondermoninger Garten

Quelle: tz

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