Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Nußdorf

18 Fragen an Gerhard Mittermaier (Freie Wähler-Gemeinschaft)

Will in Nußdorf im Chiemgau Bürgermeister werden: Gerhard Mittermaier (Freie Wähler-Gemeinschaft).
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Will in Nußdorf im Chiemgau Bürgermeister werden: Gerhard Mittermaier (Freie Wähler-Gemeinschaft).

Nußdorf - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Nußdorf wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Gerhard Mittermaier (Freie Wähler-Gemeinschaft)

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Gerhard Mittermaier


2. Partei

WZG - Wir Zukunft Gemeinde (Freie Wähler-Gemeinschaft) 

3. Alter

55 Jahre alt

4. Wohnort

Nußdorf – Sondermoning (seit Geburt)

5. Geburtsort

Nußdorf – Sondermoning

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

2 Kinder, 1 Enkelkind

8. Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Ich bin bereits durchgehend seit 01.05.2002 im Gemeinderat der Gemeinde Nußdorf. Seit Mai 2008 bin ich bereits dritter Bürgermeister der Gemeinde Nußdorf. Im Jahr 2019 habe ich mit Unterstützung mehrerer aktiver Gemeinderäte und weiterer Unterstützer die neue Wählergemeinschaft „WZG- Wir Zukunft Gemeinde“ ins Leben gerufen. Nun wünsche ich mir, meine politische Arbeit als Erster Bürgermeister der Gemeinde Nußdorf fortzusetzen. Außerdem bin ich als Vertreter der Gemeinde Nußdorf Verbandsrat im Wasserzweckverband der Harter Gruppe und deren stellvertretender Vorsitzender. Auf diese wichtige Arbeit im Wasserzweckverband bin ich besonders stolz, da die Bereitstellung von gutem und gesundem Trinkwasser ein Eckpfeiler der Versorgungsaufgaben einer Gemeinde ist.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Konkrete Personen als politische Vorbilder habe ich nicht. Menschlich ist jedoch jeder mein Vorbild, der offen, ehrlich, authentisch und mit Herz und Verstand für die Bürgerinnen und Bürger Politik praktiziert.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich bin in Nußdorf (Sondermoning) geboren und aufgewachsen, lebe und arbeite in Nußdorf und bin Mitglied in mehreren Vereinen in Nußdorf (Schützengesellschaft, Förderverein Sondermoning, DJK und einige weitere) – mehr Verbindung kann man zu einem Ort (Gemeinde), denke ich, nicht haben. Nußdorf ist ein kleines, einfach schönes Dorf mit liebenswerten Bewohnerinnen und Bewohnern, die sehr fleißig sind, engagiert in Vereinen vertreten sind und Nußdorf letztendlich zu dem lebens- und liebenswerten Dorf machen, welches es ist. Dafür lohnt sich jede politische und ehrenamtliche Arbeit.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Weil ich durch meine langjährige Arbeit im Gemeinderat und als dritter Bürgermeister sehr viel Erfahrung für das Amt des Ersten Bürgermeister mitbringe. Weil ich nicht auf meine oder andere persönliche Vorteile, sondern auf das Wohl aller Nußdorfer Bürgerinnen und Bürger schaue. Weil ich auf Augenhöhe, offen und ehrlich kommuniziere.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Ich/die WZG würde/n neue Projekte nur in vernünftiger Dosierung und mit einem sachverständigen Ablauf anpacken. Begonnene Projekte würde ich mit einem machbaren Zeitplan und geordnet beenden. Außerdem würde ich dafür sorgen, dass in es der Finanzverwaltung der Gemeinde Nußdorf endlich wieder einen gesetzeskonformen und termingerechten Aufgabenvollzug gibt.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Eine kleine Gemeinde wie Nußdorf als eigenständige Gemeinde mit einer vielseitigen Alters- und Bevölkerungsstruktur zu erhalten ist sicher die größte Herausforderung. Dazu ist es notwendig eine funktionierende und moderne Verwaltung und eine aufrichtige und wertschätzende Arbeit im Gemeinderat herzustellen und zu erhalten sowie wirtschaftliche und auf jeden Fall auch soziale Aspekte gleichberechtigt zu beachten.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Ich/die WZG möchte/n ein ortsteilbezogenes Verkehrskonzept erarbeiten und einführen (Zone-30-Bereiche gleichsam mit der Gießkanne über beliebige Straßenzüge und Ortsteile zu verteilen ist uns zu wenig). Wir werden die Grundsteuer wieder auf 330 v.H. senken, weil die Bürgerinnen und Bürger keinesfalls über Gebühr belastet werden dürfen. Der jetzige Hebesatz von 440 v.H. ist einer der höchsten im Landkreis und schließlich ist der Grund für die Steuererhöhung (zur Finanzierung des Schulneubaus) längst weggefallen. Trotzdem möchte ich dafür sorgen, dass Rücklagen für Investitionen geschaffen werden, damit der Erhalt der Anlagen sichergestellt ist und eine Generationengerechtigkeit erreicht werden kann. Der Errichtung eines Geothermie-Kraftwerkes bei Litzlwalchen, wie derzeit geplant, durch reine Finanzinvestoren und mit alleiniger Stromerzeugung, standen ich und die Vertreter der WZG schon seit der ersten Stunde ablehnend gegenüber. Dass Geothermie mit Strom- und Wärmeerzeugung grundsätzlich eine zukunftsweisende Energieform wäre, ist unbestritten. Eine (Fern)Wärmeversorgung haben die Investoren für das Kraftwerk bei Litzlwalchen jedoch nicht vor. Unsere Litzlwalchenerinnen und Litzlwalchener sowie unsere liebenswerte Heimat an Investoren zu verschleudern, können die WZG/kann ich keinesfalls unterstützen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Die Bau- und Wohnstruktur in Nußdorf ist sehr ländlich geprägt und der Wohnraum ist in Nußdorf in erste Linie das Eigenheim. Wir würden, immer unter Berücksichtigung der von der Staatregierung ausgerufenen Flächensparoffensive, verdichtetes Bauen (große Grundstücke dichter bebauen, Haus An- und Ausbauten, Dachgeschoßausbauten) und die Schaffung von günstigem Bauland für Einheimische forcieren.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Das Thema Klimaschutz ist immens wichtig, da wir unseren Kindern und Enkeln sowie den nachfolgenden Generationen, eine lebenswerte Zukunft und intakte Welt hinterlassen wollen. Aus Sicht der Gemeinde Nußdorf würde ich/die WZG bei allen Projekten und Aufgaben mit Klimabezug (z.B. in der Bauleitplanung und Liegenschaftsverwaltung) den Arbeitskreis Energie, der sich in Nußdorf dem Thema Klimaschutz widmet, einbeziehen. Dabei geht es in erster Linie um die Energieeffizienz der Liegenschaften der Gemeinde. Zusätzlich denke ich an die Erstellung neuer Radwege und die Stärkung des ÖPNVs. Die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes und die Inanspruchnahme entsprechender Beratungsangebote können dabei zusätzlich gute Arbeitshilfen für klimagerechtes Handeln der Gemeinde sein.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Bei diesen Themen, soweit die Gemeinden überhaupt handeln können, bin ich der Meinung, dass keinesfalls eine Bevölkerungs- oder Berufsgruppe einseitig zum Handeln verdonnert werden darf. Hier muss zum Teil Ursachenforschung betrieben werden (ist das Düngen tatsächlich an jeder Stelle die einzige Ursache für hohe Nitratwerte); zum Glück befindet sich Nußdorf in der glücklichen Lage, dass sich keine „roten Flächen“ also „über“ nitratbelastete Flächen bei uns befinden. Zudem muss Jede und Jeder für unsere Zukunft in die Pflicht genommen werden (z.B. kein „englischer“ Rasen oder „Steinwüsten“ in Privatgärten). Beibehalten werden sollen für den Schutz der Bienen auf jeden Fall, die von den Landwirten und Privatpersonen seit mehreren Jahren angelegten Blühstreifen und Blumenwiesen in Nußdorf, die ich als Bürgermeister weiterhin finanziell unterstützen würde.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ein guter Bürgermeister ist nicht der, der in erster Linie seine Vorstellungen und Ideen durchboxt, sondern der, der alle Gedanken und Vorschläge aufnimmt und ernst nimmt, gemeinsam in der Verwaltung und mit dem Gemeinderat bewertet und schlussendlich gemeinsam entscheidet und zu einer gemeinsamen Entscheidung steht; also der, der Demokratie wirklich lebt. Das kann ich zu 100% garantieren.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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