Forum in Nußdorf im Chiemgau

Landmobile - für mehr Elektromobilität in der ländlichen Region


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Elektrofahrzeuge und E-Bikes aller Art und Größe wurden beim Landmobile Forum vorgeführt und konnten für eine Testfahrt genutzt werden. Gezeigt wurde, dass E-Mobile wirtschaftlich und rentabel sowohl Privat als in Unternehmen betrieben werden können und wie ausgeprägt die Infrastruktur mit Ladesäulen schon ist.

Nußdorf im Chiemgau - Rund um Elektromobilität drehte sich alles bei dem "Landmobile-Forum" auf dem Dorfplatz und im Dorf- und Vereinsheim. Bei Vorträgen informierten sich zahlreiche Bürger.

Eine nachhaltige Mobilitätswende und die Elektromobilität im ländlichen Raum zu fördern – das ist das Ziel von Landmobile, einem Projekt der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Nußdorf ist eine von zehn Gemeinden in Südostbayern, die Elektromobilität erlebbar machen, Bürgerinnen und Bürger dafür begeistern und die Nutzung der Elektromobilität steigern wollen. Dazu fand auf dem Dorfplatz und im Bürger- und Vereinsheim ein „Landmobile-Forum“ statt - mit Vorträgen, Erfahrungsberichten aus der Praxis und der Möglichkeit Elektromobile verschiedenster Art kennenzulernen und zu testen. 

"Einfach anpacken und einfach tun"

Hauptredner der Vortragsreihe war Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes für E-Mobilität. Er stellte den Status Quo der Elektromobilität in Deutschland vor und ging dabei mit Regierenden und Politik hart sind Gericht, weil die Elektromobilität weit hinter den gesteckten Zielen hinterher hinkt. Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren – so das Ziel der Bundesregierung. Aktuell gebe es jedoch gerade mal 180.000 zugelassene E-Fahrzeuge

Die Automobilindustrie habe über Jahre nichts getan, wische das Thema immer noch zur Seite und halte am Verbrennungsmotor fest, schimpfte Sigl. „Es gibt keinen Masterplan, weder der bestehenden, noch der Vorgängerregierungen“. Dabei sei der Verkehrskollaps vorprogrammiert: Der Lkw-Verkehr werde sich bis 2025 um 35 Prozent steigern

„Gesetze müssen geändert und rechtliche Rahmenbedingungen geändert werden, ein Paradigmenwechsel, neue Wege und radikales Umdenken sind notwendig“, forderte Sigl. Er rief dazu auf: „Einfach anpacken und einfach tun. Und positiv denken, es gibt für jedes Problem eine Lösung.“ 

Energiewende muss vorangetrieben werden

Entschieden betonte Sigl, dass Mobilitäts- und Energiewende ineinandergreifen müssen. Der Ausbau erneuerbarer Energie müsse ebenso vorangetrieben werden, wie die E-Mobilität. Dass nicht ausreichend Energie zu Verfügung stehe, um eine umfangreiche Elektromobilität bedienen zu können, seien Fake-News. Eine Million E-Autos bedeuten einen Strommehrverbrauch von 0,1 Prozent. Und wären alle 45 Millionen Kraftfahrzeuge in der Bundesrepublik Elektromobile würde sich der Strombedarf um maximal zwölf Prozent erhöhen. 

Zahlreiche Beispiele vorgestellt

Dass Elektromobilität in Unternehmen und deren Fuhrpark wirtschaftlich und rentabel zu betreiben ist, zeigte Hubert Vachenauer, ehrenamtlicher Mobilitätsberater und Leiter des Arbeitskreises Energie der Gemeinde Nußdorf auf. Gerhard Schroll vom Schusterhof in Pittenhart berichtete über seine langjährigen Erfahrungen mit zwei E-Mobilen, die als Lieferfahrzeug für den Hofladen und Milchauslieferung verwendet werden. 

An einem praktischen Beispiel machte Vachenauer deutlich, dass auch für Pendler ein Elektrofahrzeug eine kostengünstige Alternative ist. Zusammen mit Elfie Graß von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Traunstein stellte Vachenauer das Mobilitätskonzept in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land vor. Mit rund 80 Ladesäulen sei die Infrastruktur schon sehr gut ausgebaut und liege bei 79 Prozent des empfohlenen Bedarfs im Landkreis Traunstein. 

Matthias Trenkler stellte das Projekt „Landmobile – das Land elektrisiert“ vor und informierte über Hilfen bei der Umsetzung und Realisierung von E-Mobilität. Auf dem Vorplatz des Vereinsheimes standen rund ein Dutzend Elektrofahrzeuge verschiedenster Art und Marken sowie E-Bikes zum Testen bereit. Zudem bestand Gelegenheit zum Gespräch mit den Experten. 

Bürgermeister Hans Gnadl freute sich, dass das Forum zur Elektromobilität in der Mitte-Landkreis-Gemeinde stattfand. Nußdorf sei zwar eine der kleinen Gemeinden im Landkreis, in Sachen Elektromobilität innovativ und mit Unterstützung des Projekts „Landmobile“ aktiv, um E-Mobilität auszubauen.

Pressemeldung Gemeinde Nußdorf im Chiemgau/pv

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