Hugo und seine Brüder Otto

Von Kunsthandwerk zur Computerkunst

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Brigitte Diener (rechts), Künstlerin aus Nußdorf, hatte die Idee ihr Kunstwerk Hugo – eine Kopfskulptur aus Gips – von Andreas Weinzierl mit 3 D-Technik als Holzkopf zu kopieren.

Nußdorf - Hugo: so nannte Brigitte Diener, in Nußdorf lebende Künstlerin, einen, von ihr geschaffenen Gipskopf.

Hugo, lange Zeit eine von vielen Gipshäuptern aus dem Werk der Künstlerin, hat zwei Brüder erhalten, die beiden den Namen Otto tragen. Ja, sie haben richtig gelesen: die Brüder heißen Otto, denn egal, ob Otto von links nach rechts oder rückwärts gelesen wird, es bleibt bei Otto. Die zwei Ottos sind keine Gipsköpfe, sie sind aus Holz, aus Nußbaum und Ahorn und aneinander geleimt. Zwei Köpfe, geschaffen von Schreinermeister Andreas Weinzierl aus Riederting in 3D-Holzdesign, mit CAD-Technik aus Holz gefräst, nach der Vorlage von Gipskopf Hugo.

Wie aus dem Gipskopf Hugo der 3D-Holzkopf Otto wurde - das war eine lange Geschichte. Als Brigitte Diener ihre Tätigkeit als Kunsterzieherin an der Carl-Orff-Volksschule in Traunwalchen beendete, waren sich alle Freunde und Bekannte sicher, dass sie im Ruhestand als Künstlerin Malen werde. Doch entgegen den Erwartungen des Familien- und Freundeskreises, war nicht die Malerei das, was Diener als Künstlerin machen wollte. "Lange Zeit hatte ich eine Unruhe in mir", beschreibt es Diener. "Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte". Doch dann war plötzlich Gips das Material, das es ihr angetan hatte.Es sei eine Herausforderung seine Ideen schnell umzusetzen, so Diener. Schnell musste man deshalb sein, weil Gips nach 15 Minuten verhärtet und dann lässt sich an einem Kunstwerk nichts mehr machen. Diener schuf Gipsköpfe und Kopfskulpturen.

Dann traf Diener, zufällig in einem Fast-Food-Restaurant, ihren ehemaligen Schüler Andreas Weinzierl. Der hatte eine Ausbildung als Schreiner absolviert, die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk mit Erfolg abgelegt und war gerade auf dem Weg seine Firma "3D-Holzdesign" zu gründen. Diener bestärkte ihren ehemaligen Schüler die 3D-Technik im Handwerk voranzutreiben und damit war die Idee für das Hugo-Projekt schon so gut wie geboren: Aus einem Kopf aus Gips, von Hand geschaffen und modelliert - mach Holz, vom Computer und einer hochmodernen Maschine ausgeschnitten und gefräst.Das Projekt aus "Hand-Werk" und Kunsthandwerk mit Computertechnik künstlerisch Neues zu schaffen, das reizte beide. Andreas Weinzierl, innovativer Motivator im Schreinerhandwerk und Obermeister der Schreinerinnung Traunstein, war von Brigitte Dieners Projekt Hugo angetan und begeistert. Gipskopf Hugo wurde gescannt und gemeinsam arbeiteten Gipskünstlerin und Holzkünstler am Computer aus, wie Otto aussehen soll. Die Fräsmaschine wurde programmiert und damit war das Zauberstück auf den Weg gebracht. Rund drei Stunden fräste die Maschine und aus Hugo, der Gipsvorlage, waren die 3D-Holz-Ottos geboren.

Wer das Original Hugo und seine Brüder Otto bestaunen und deren Entstehungsgeschichte aus erster Hand erzählt bekommen möchte, hat dazu am heutigen Freitag (24. Mai) um 20 Uhr im Studio 16 in Traunstein, Bahnhofstraße 16 Gelegenheit.Unter dem Motto "Musik und Kunstgeschichtln - neue Köpfe, neue Lieder" stellen Weinzierl und Diener ihre Kopfskulpturen vor. Stefan Starzer, Gitarrist und Liedermacher, bereichert den interessanten Künstlerabend virtuos mit seinen eigenen Kompositionen.

Peter Volk

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