Über die Hintergründe des umstrittenen Projekts

Überdeutlich: Nußdorf gegen geplantes Geothermie-Kraftwerk

Nußdorf/Traunreut - Geothermie-Projekte sind derzeit in vielen Gemeinden des Landkreises geplant, doch in Nußdorf setzt es nun eine klare Absage des Gemeinderates. 

Rückschlag für das geplante Geothermie-Kraftwerk zwischen Litzlwalchen und Matzing: In seiner jüngsten Sitzung sprach sich der Gemeinderat mit einer deutlichen Mehrheit von 14:1 Stimmen grundsätzlich gegen das Kraftwerk aus, wie der Traunreuter Anzeiger berichtet. Zum einen ging es um die konkrete Verlegung eines Feldweges, der als Zufahrt zu einem Bohrplatz genutzt werden müsste, zum anderen lehnte man die Geothermie-Pläne auch ganz allgemein ab.


Das sind die Gründe

Der Hauptgrund für das grundsätzlich negative Votum: Neue Technologien seien nicht das Problem, aber das Geothermie-Kraftwerk würde nur zur Erzeugung von Strom genutzt, der ins Netz eingespeist würde. Eine Wärmenutzung wäre nicht vorgesehen. Außerdem wurde ein hoher Flächenverbrauch und mögliche Gefahren für das Grundwasser thematisiert. Einer der beiden geplanten Bohrplätze würde ganz in der Nähe des Trinkwasserspeichers südöstlich von Traunwalchen liegen

Aber: Bei Geothermie-Kraftwerken handelt es sich um privilegierte Vorhaben, bei denen der Gemeinderat nicht die letzte Entscheidung treffen kann. Geothermie-Pläne gibt es in der Region inzwischen für mehrere Orte, auch Tengling, Laufen, Kay, Kirchanschöring und Palling sind im Gespräch. Im Februar demonstrierten bereits 150 Teilnehmer gegen das geplante Kraftwerk in Haus bei Tengling. Am weitesten scheinen die Pläne in Kirchanschöring, wo mit der Erschließung des Areals bereits begonnen wurde. 


Schon am Donnerstag wird sich auch der Gemeinderat in Palling mit dem Thema beschäftigen. Es geht um den Antrag des Bergamts Südbayern und den Plan zur "Herrichtung eines Bohr- und Betriebsplatzes" für Geothermie. 

Wie funktioniert die Geothermie?

3900 Meter tief müsste gebohrt werden um das begehrte Thermalwasser mit Temperaturen von rund 120 Grad zu erreichen. Die Bedingungen sind vor allem im nördlichen Landkreis Traunstein dafür gut. 100 Liter pro Sekunde werden heraufgepumpt. Mit Hilfe von Wärmetauschern wird dem Wasser dann Wärme entzogen, der Kältemitteldampf treibt eine Turbine an und nachgeschaltete Generatoren erzeugen damit Strom. Das abgekühlte Wasser wird danach wieder hinuntergepumpt. 

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Ronald Wittek

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