Obelisk wird für 20.000 Euro restauriert

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Mehr als eine Tonne wiegt die Spitze des Obelisken im Stadtpark, die mit einem Kran vom Sockel gehoben wurde. Über den erfolgreichen Start der Restaurierung freuten sich (v.l.) Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Richard Kraft und Maxi Burghartswieser vom Förderverein Alt-Traunstein und Stadtarchivar Franz Haselbeck.

Traustein - Der Abbau des Obelisken im Traunsteiner Stadtpark wurde erfolgreich abgeschlossen. Nun wird er auf Initiative des Fördervereins Alt-Traunstein für 20.000 Euro restauriert.

Mit dem Abbau des Obelisken im Traunsteiner Stadtpark hat die Restaurierung des ältesten Kriegerdenkmals in Bayern begonnen. Auf Initiative des Fördervereins Alt-Traunstein wird der Obelisk, der an die Gefallenen der Napoleonischen Kriege erinnert, für fast 20.000,- Euro restauriert. An den Kosten beteiligen sich die Stadt Traunstein, das Landesamt für Denkmalpflege, die Bayerische Landesstiftung, der Bezirk Oberbayern und der Landkreis Traunstein. Die Restaurierung ist notwendig, da Wind und Wetter im Laufe der Jahre deutliche Spuren hinterlassen haben: Nicht nur der Anstrich ist stark verwittert, sondern an vielen Stellen hat das Metall auch Rost angesetzt. In einem Spezialbetrieb für Metallrestaurierung in Regensburg werden die Schäden in den nächsten Monaten beseitigt, das Denkmal von Grund auf restauriert und die Ornamente und Inschriften neu vergoldet. Noch vor dem Volkstrauertag im November soll der Obelisk wieder auf seinem Sockel vor der Kriegergedächtniskirche stehen, von dem er diese Woche mit einem Kran gehoben wurde.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke stieg auf das Baugerüst, um einen Metallbehälter aus dem Obelisk zu holen. Die „Zeitkapsel“ enthielt Münzen, eine Urkunde und eine Zeitung aus dem Jahr 1987, als das Denkmal schon einmal restauriert wurde.

Zahlreiche Zuschauer beobachteten im Stadtpark den Abbau durch die Restauratoren der Firma Haber & Brandner. Eine besondere Aufgabe hatte dabei Oberbürgermeister Manfred Kösterke: Über eine Leiter stieg er auf das fünf Meter hohe Baugerüst, um aus der Spitze des Obelisken einen Metallbehälter zu holen. Diese „Zeitkapsel“ mit einer Urkunde, einer Tageszeitung und Münzen stammt aus dem Jahr 1987, als der Förderverein Alt-Traunstein unter seinem damaligen Vorsitzenden Max Burghartswieser den Obelisken schon einmal für 30.000 Mark sanieren ließ. Für den Einsatz zum Erhalt von historischen Bauwerken in Traunstein sprach Kösterke dem Förderverein seine Anerkennung aus. Mit der Restaurierung des Kriegerdenkmals werde der Förderverein einmal mehr seinem Anspruch „Eine Zukunft für Traunsteins Vergangenheit“ gerecht.

Den denkmalgeschützten Obelisken in seine Einzelteile zu zerlegen und für den Transport nach Regensburg auf einen Anhänger zu verladen, erwies sich als eine nicht ganz einfache Aufgabe: Um die Ornamente von den Metallplatten abnehmen zu können, mussten zuerst die zum Teil verrosteten Schrauben aufgebohrt werden. Dann endlich konnte der Kranwagen die über eine Tonne schwere Metallspitze vom unteren Teil des Obelisken heben. Als alle Teile sicher verstaut auf dem Anhänger lagen, wirkten nicht nur die Restauratoren, sondern der Vorsitzende des Fördervereins Alt-Traunstein, Richard Kraft, und der stellvertretende Vorsitzende Maxi Burghartswieser, erleichtert. Ein Blick in den Sockel bestätigte auch die Vermutung, dass sich im Inneren Staunässe gebildet hat, auf die wohl die starken Korrosionsschäden zurückzuführen sind.

Für Richard Kraft und Maxi Burghartswieser steht es außer Frage, dass die Restaurierung den Aufwand lohnt – denn kein anderes Kriegerdenkmal in Bayern ist älter als der Obelisk im Traunsteiner Stadtpark, in dem sich bis zur Jahrhundertwende der Friedhof der Stadt befand. Der Obelisk wurde im Jahr 1837 vom „Verein der beabschiedeten Soldaten der königlichen bayerischen Stadt Traunstein“ errichtet, um den Gefallenen des Russlandfeldzuges von 1812 zu gedenken. Für den Krieg stellten die mit Napoleon verbündeten Bayern ein 30.000 Mann starkes Kontingent auch mit Soldaten aus Traunstein. Nach der Niederlage der Grande Armée in der Kälte des russischen Winters kehrte kaum einer der Teilnehmer zurück in die Heimat. Dem Förderverein Alt-Traunstein ist es zu verdanken, dass der Obelisk zum 200. Jahrestag wieder im alten Glanz erstrahlt – zu Ehren der Gefallenen und als Mahnung zum Frieden.

Pressemitt​eilung der Stadt Traunstein​

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