Ramsauer: "Jahrhundertwerk eingeweiht"

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Traunstein - Als "Jahrhundertwerk" bezeichnete Ramsauer die Ortsumfahrung Traunstein bei der Einweihung am Freitag. Doch einen Wermutstropfen gibt es bei all der Freude dennoch.

Die Schattenseite der Medaille sind die massiv gestiegenen Baukosten des Projekts. Anfänglich wurde mit einer Summe von rund 53 Millionen Euro für die Ortsumfahrung spekuliert. Am Ende waren es jetzt aber ca. 77 Millionen. Zu erklären sei dies, so Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke, durch höhere Sicherheitsmaßnahmen im Tunnel. "Auslöser hierfür war der Einsturz des Tunnels während der Bauphase. Die Baufirma hat dann darauf bestanden, dass entsprechend höhere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden", so Kösterke. Das habe wesentlich zur Verteuerung beigetragen.

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Das die Bevölkerung dennoch die Freigabe des Projekts mit Spannung erwartet hat, machte Landrat HermannSteinmaßl in seiner Ansprache deutlich. Er könne sich noch genau daran erinnern, wie ein Bürger bei der Großübung vor einem Monat gesagt habe: "Jetzt muss der ganze Tunnel für eine Übung gesperrt werden." Und dass, obwohl die Strecke noch gar nicht freigegeben war. "Das zeigt doch, dass die Leute gar nicht erwarten konnten, dass der Tunnel endlich geöffnet wird", so Steinmaßl.

Auch Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer war sichtlich stolz, dass das Großprojekt nun endlich zum Abschluss kam: "Es ist ein Jahrhundertwerk im südost-bayerischen Verkehrsnetz. An diesem Projekt ist über 50 Jahre herumgedoktert worden und jetzt haben wir es endlich fertig." Für den freigegebenen rund 4,5 Kilometer langen Abschnitt hat der Bund als Straßenbaulastträger rund 73 Millionen Euro investiert. Mit weiteren vier Millionen Euro ist der Freistaat Bayern mit einer Verlegung der Staatsstraße 2105 beteiligt.

Streckenverlauf der Ortsumfahrung

Die Umfahrungsstrecke von Traunstein ist 4,5 km lang und hat eine Fahrbahnbreite von 7,50 Metern. Sie ist mit vier Anschlussstellen an das übrige Straßennetz angebunden. Im Norden von Traunstein stellt eine höhenfreie Anschlussstelle als nördliche Hauptzufahrt für Traunstein die Verbindung zu den dortigen Gewerbegebieten, dem Krankenhaus und den Schulzentren an der Wasserburger Straße her.

Im weiteren Verlauf überquert die B 304 mit einer 385 m langen Brücke das Trauntal und führt über die 72 Meter lange Großhaufertsgrabenbrücke zur Kreisstraße TS 1, die unter- führt wird und einen höhenfreien Anschluss an die neue B 304 erhält.

Bilder der Einweihung

Ortsumfahrung Traunstein eingeweiht

Die Gemeindeverbindungsstraße zum Ortsteil Trenkmoos der Gemeinde Surberg wird ohne Anschluss überführt. Die B 304 verläuft dann am westlichen Rand vom Trenkmoos. Die Staatsstraße St 2105 aus Richtung Waging wird aus den Ortsteilen Hufschlag und Hallabruck herausverlegt und ebenfalls höhenfrei angeschlossen. Das entbehrliche Teilstück der Staatsstraße wird zu einer Gemeindestraße abgestuft. Im weiteren Streckenverlauf der B 304 schließt sich der 725 Meter lange "Ettendorfer Tunnel" an. Er unterfährt den Höhenrücken von Ettendorf und die zweigleisige Hauptstrecke München - Salzburg.

Nach dem südlichen Tunnelportal stellt am Knoten Heilig Geist ein Kreisverkehr mit zwei Bypässen die Verbindung zur B 304 in Richtung Teisendorf/Freilassing bzw. zur B 306 in Richtung Traunstein/A 8 her.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein/ps/red

Rubriklistenbild: © kaf

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