Hackschnitzelheizwerk für 1,6 Millionen

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Spatenstich für die regionale Nahwärmeversorgung mit Bernhard Posch, Baufirma Posch Bau GmbH, Stadtwerke-Geschäftsführer Josef Loscar, Vize-Landrat Sepp Konhäuser, Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Stefan Will, Geschäftsführer der Stadtwerke Traunstein, und Projektingenieur Michael Wittmer (von links).

Traunstein - Die Stadtwerke Traunstein errichten auf ihrem Grundstück hinter dem Chiemgau-Gymnasium für rund 1,6 Millionen Euro das neue Hackschnitzelheizwerk "Brunnwiese".

Am Donnerstagvormittag, den 11. August, war der Spatenstich zu dem zweiten Großprojekt der Stadtwerke nach dem Wasserkraftwerk am Triftweg.

Nach geplanter Fertigstellung des Heizwerks und dem rund 650 Meter langen, neu zu errichtenden Nahwärmenetzes im kommenden Frühjahr sollen das Chiemgau-Gymnasium, das Sonderpädagogische Förderzentrum sowie die Ludwig-Thoma-Schule komplett mit Wärme aus regenerativen Energien versorgt werden. Mittelfristig ist der Anschluss des Alten Kurhauses, der Klosterkirche und der Städtischen Galerie geplant. Weitere Behördeneinrichtungen in unmittelbarer Nähe könnten folgen, wie Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei dem kurzen Festakt ausführte.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Traunstein, Stefan Will, betonte, dass die Überlegungen zu der Baumaßnahme bereits im Jahr 2005 begonnen hätten. Den Anstoß habe hier der energetische Sanierungsbedarf des Chiemgau-Gymnasiums gegeben. Im Nachgang seien verschiedene Konzepte entwickelt worden, die zu einem späteren Zeitpunkt mit der Stadt Traunstein als Eigentümer der Stadtwerke und dem Landkreis als einem der wesentlichen Abnehmer der Energie abgestimmt worden seien.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke sagte, die Stadt wolle den Weg der erneuerbaren Energien konsequent fortführen. "Die Nahversorgung Brunnwiese ist ein Meilenstein für die Stadt" ,betonte er und wies darauf hin, dass nach dem Biomasseheizwerk im Wohngebiet Geising nun innerhalb des Stadtgebietes ein neues Heizwerk gebaut werde. Dabei habe man sich die in Geising gemachten Erfahrungen zu nutze gemacht. "Das ist ein Pilotprojekt innerhalb der bebauten Stadt", freute sich der Oberbürgermeister

Der Einsatz des nachwachsenden Rohstoffes Holz in der Engergieversorgung werde über 600 Tonnen CO2 einsparen. "Das entspricht rein rechnerisch dem jährlichen Ausstoß von 230 Haushalten", fügte er hinzu. Das nun zur Ausführung kommende Heizwerk sei eine "Win-Win-Situation", da es ökologische und ökonomische Vorteile gleichermaßen beinhalte. Die Berechnungen der Stadtwerke wie auch das Energiekonzept, das vom Institut für Energietechnik in Amberg für die Stadt erstellt wurde, würden die Vorteile bestätigen.

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser machte deutlich, dass die Zustimmung des Landkreises das geplante Projekt zeitlich verzögert habe. "Es hat länger gedauert, aber jetzt haben wir Sicherheit." Das nun gefundene Konzept sei ökologisch aber auch finanziell "das Beste für den Landkreis", der die Trägerschaft für das Chiemgau-Gymnasium mit rund 1200 Schülern und für das Sonderpädagogische Förderzentrum mit rund 230 Schülern hat. Das Projekt passe in die ehrgeizigen Energieziele des Landkreises zur Nutzung regenerativer Energien.

Er hoffe, dass der Bezug des Holzes aus den regionalen Wäldern erfolge, wachse doch im Landkreis immer noch mehr Holz als derzeit verbraucht werde.

Michael Wittmer vom Miesbacher Planungsbüro EST erläuterte die technischen Details der vorgesehenen Anlage. 90 Prozent der Wärme kämen aus dem Holzkessel, der es auf 800 Kilowatt (kW) bringe. Der ebenfalls vorgesehene Gaskessel bringe es auf 1600 kW und werde insbesondere als Reserve genutzt, beziehungsweise in Spitzenzeiten eingesetzt. Bei einem Ausfall des Holzkessels könne der Gaskessel kurzfristig die Komplettversorgung gewährleisten so dass kein Ausfallrisiko bestünde. Die hydraulische Betrieb der Anlage verzichte komplett auf eine Schneckenkonstruktion und sei dadurch technisch weniger anfällig.

Logistisch sei die Zufahrt ideal, da hier Anlieferer mit praktisch jeder Fahrzeuggröße das Heizmaterial anliefern könnten. Bei den zu Spitzenzeiten bis zu 30 Kubikmeter verfeuertem Hackgut sei je nach Lkw-Größe eine Anlieferung durch drei bis fünf Lastwagen pro Woche erforderlich.

wz/Chiemgau-Zeitung

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